Masken-Affäre Thüringer CDU: Kreisverband in Suhl gibt Spende zurück

Nachdem der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann nach Lobbyismus-Vorwürfen sein Bundestagsmandat niedergelegt hat, hat die Thüringer Parteispitze eine unklare Parteispende überprüft - und sich entschieden, die Spende zurückzuzahlen.

Der CDU-Kreisverband in Suhl hat eine Spende über 7.000 Euro an die Bundestagsverwaltung zurückgegeben. Darüber informierte der Thüringer CDU-Generalsekretär Christian Herrgott nach einer Kreisvorstandsitzung am Sonntagnachmittag in Suhl. Das Geld stammt von der Frankfurter Firma, die zwei Südthüringer Landkreisen Corona-Schutzmasken verkauft hat. Das Geschäft hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann vermittelt. Hinweise, dass das Unternehmen auch an andere Kreisverbände der Thüringer CDU gespendet habe, gebe es nicht. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass ein anderes Unternehmen mit Verbindungen zu Hauptmann, an den Kreisverband Suhl gespendet habe.

Zuvor hatte der Kreisverband, so Herrgott, alle Spenden der letzten beiden Jahre überprüft. Inzwischen seien alle anderen Zuwendungen als unbedenklich eingestuft worden. Dennoch soll der Prüfbericht des Kreisverbandes noch einmal dem Bundestag vorgelegt werden, damit dieser die Zahlen bewertet.

Mark Hauptmann: Bundestagsmandat niedergelegt

Der Südthüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann hatte am Donnerstag nach Lobbyismus-Vorwürfen sein Bundestagsmandat niedergelegt. Auch sein Amt als CDU-Kreisvorsitzender in Suhl gab er zurück. Hauptmann bestreitet alle Vorwürfe. Bei der Vermittlung von Masken habe er helfen wollen, Provisionen an ihn seien nicht geflossen.

Als Nachfolgerin für Hauptmanns Wahlkreis soll nun die CDU-Kommunalpolitikerin Kristina Nordt nachrücken.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. März 2021 | 08:00 Uhr

45 Kommentare

Breakpoint vor 7 Wochen

@MDR-Team --- Über eigene "Quellen" verfüge ich nicht. --- Aber mindestens ein Dutzend namhafte Zeitungen, auch seriöse, haben exakt so über das "Spahn-Diner mit Spendenforderung" berichtet. --- Im Netz leicht zu finden. 😎

Breakpoint vor 7 Wochen

Ich komme hier gern zum Thema zurück. --- In Suhl wird eine Spende von 7.000 Euro skandalisiert. --- Anderswo hatten wesentlich unverschämtere Aktionen der CDU keine Konsequenzen. Mit besonderer Dreistigkeit agiert der Minister Jens Spahn. Beispiel: Am 20. Oktober 2020 gab es in der Leipziger Privatwohnung des (in Thüringen noch gut bekannten) Parteifreundes Peter Zimmermann ein üppiges Essen. Kontaktbeschränkungen wegen Corona wurden ignoriert. --- Regionale Unternehmer, die daran zahlreich teilnehmen wollten, um den Herrn Minister zu treffen, waren aufgefordert, je 9.999 Euro an Spahns Wahlkreis im Münsterland zu "spenden". Angeblich zur Unterstützung des bevorstehenden Bundestagswahlkampfes. --- Ganz lässig konnten diese Gelder anonym vereinnahmt werden, weil Namen von "Spendern" erst ab 10.000 Euro genannt werden müssen. --- Gab es danach irgend welche Schwierigkeiten? Natürlich nicht. 😎

Breakpoint vor 7 Wochen

@Tpass --- Ach so. --- In den Landesverbänden wimmelt es geradezu vor genialen "jungen Wilden", die sofort alles viel besser könnten. Aber namentlich fällt Ihnen gerade kein Beispiel ein. So ein Pech aber auch ... 😎

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