Nach Bundestagswahl-Debakel CDU-Landesparteitag: Neuaufstellung der Thüringer Parteispitze gefordert

Die Thüringer CDU hat auf ihrem Parteitag in Suhl mit der Aufarbeitung der Wahlniederlage begonnen. Viele Mitglieder geben der Bundespartei in Berlin die Schuld am historisch schlechten Ergebnis der Bundestagswahl 2021. Aber auch immer mehr Stimmen zu einer Neuaufstellung der Thüringer Parteispitze werden laut.

Auf ihrem Parteitag in Suhl hat die Thüringer CDU am Samstag mit der Aufarbeitung ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl 2021 begonnen. Die Christdemokraten hatten bei der Wahl Ende September sieben von acht Wahlkreisen in Thüringen verloren - es war das schlechteste Ergebnis seit der Wende.

CDU-Landeschef Hirte sieht Bundespartei in der Verantwortung

Für CDU-Landeschef Christian Hirte ist die Situation klar: Die Hauptverantwortung für die Niederlage bei der Bundestagswahl trägt die Parteiführung in Berlin, erklärte Hirte auf dem Parteitag. Diese habe einen falscher Kandidaten und eine falsche Kampagne aufgestellt und Chaos statt Geschlossenheit gezeigt. Aber die Misere der CDU reicht seiner Ansicht nach viel weiter zurück.

Sie habe nach der Bundestagswahl 2013 begonnen und sich über viele verlorene Landtagswahlen fortgesetzt, bis zum historisch schlechten Ergebnis vor drei Wochen, sagte Hirte. Jetzt sei es Zeit für einen Neuanfang. Die Lage ohne Regierungsverantwortung und ohne Koalitionszwänge biete Chancen dafür, sich als, so der Landeschef wörtlich, moderne und bürgerliche Volkspartei der Mitte neu aufzustellen.

Christian Hirte
CDU-Landeschef Christian Hirte, Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bald Neuaufstellung der Thüringer Parteispitze?

Der Südthüringer CDU-Landtagsabgeordnete Michael Heym forderte eine personelle Neuaufstellung der Thüringer CDU-Spitze. Was derzeit bei der CDU im Bund gemacht werde, sollte man auch in Thüringen machen. Die Landesvorstandswahlen, die bisher erst für September 2022 geplant sind, sollten vorgezogen werden, so Heym.

Die CDU-Kreisverbände Gotha, Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen-Henneberger Land haben einen Initiativantrag gestellt. Darin heißt es unter anderem: "Mit der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden ist auch eine Neuwahl des gesamten Bundesvorstandes verbunden. Diesem Beispiel sollte auch die CDU Thüringen folgen."

Ex-Fraktionschef Mohring: Interne Konflikte beilegen

Zu den Unterstützern des Antrags gehört der frühere Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring. "Die Analyse würde zu kurz greifen, wenn man die Schuld des Wahlergebnisses nur im Bund sucht", sagte Mohring am Samstag und fügte hinzu: "Ich glaube, dass wir das Schicksalsjahr 2024 nur bestehen, wenn wir unsere internen Meinungsverschiedenheiten beilegen."

Mike Mohring
Ex-Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring. Bildrechte: ARD.de

Im Jahr 2024 finden in Thüringen mehrere Wahlen statt. Unter anderem auch - nach bisherigem Stand - die Landtagswahl.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Oktober 2021 | 15:00 Uhr

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