Politik Neuer CDU-Chef gesucht: Thüringer Herrgott sieht Merz als Favorit der Basis

Nach der schweren Niederlage der Union bei der Bundestagswahl beraten die Kreis- und Bezirksvorsitzenden der CDU am Samstag in Berlin über den Neuanfang. Laut Generalsekretär Christian Herrgott plädiert die Thüringer CDU für eine breite Mitbestimmung der Basis bei der Wahl der neuen Parteispitze.

Die Thüringer CDU plädiert für eine breite Mitbestimmung der Basis bei der Wahl der neuen Parteispitze. Das ist laut Generalsekretär Christian Herrgott Resultat der Gespräche in den CDU-Kreisverbänden. Vertreter aller 22 Thüringer Kreisverbände reisen am Samstag nach Berlin zu einer bundesweiten Kreisvorsitzenden-Konferenz.

Basis in Entscheidung einbeziehen

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg fordert ein praktikables Verfahren bei der Wahl eines neuen Parteichefs. Einen langwierigen Prozess wie bei der Mitgliederbefragung der SPD lehnt sie ab. Schweinsburg schlägt vor, dass an Wahlparteitagen der CDU künftig auch die 300 Kreisvorsitzenden teilnehmen. So könne die Basis in die Entscheidung eingebunden werden.

Für den Thüringer Generalsekretär Christian Herrgott ist auch klar, wer der Favorit der Thüringer CDU-Basis als künftiger Parteichef ist: Friedrich Merz. Gespräche mit Verbänden aus Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten gezeigt, dass dort eine ähnliche Stimmung herrsche, so Herrgott.

Kreisvorsitzende der CDU beraten über Neuanfang nach Wahlpleite

Nach der schweren Niederlage der Union bei der Bundestagswahl beraten die Kreis- und Bezirksvorsitzenden der CDU am Samstag in Berlin über den Neuanfang. Sie wollen zum einen das historisch schlechte Wahlergebnis von 24,1 Prozent für CDU und CSU aufarbeiten. Zum anderen wollen sie über den Weg hin zur Neuwahl der Parteispitze beraten. Es geht um die Frage, ob es bei mehreren Bewerbern für den Parteivorsitz eine Mitgliederbefragung geben soll. Die Letztentscheidung über den Vorsitz hätte allerdings ein Parteitag.

Kreisvorsitzendenkonferenz kann keine Beschlüsse fassen

Diskutiert wird auch über eine Doppelspitze aus Mann und Frau. Dafür müsste erst die Parteisatzung geändert werden. Die Frauen in der Union drängen darauf, bei der personellen Neuaufstellung gleichberechtigt vertreten zu sein. Das eintägige Treffen in Berlin wird von Parteichef Armin Laschet geleitet. Er gibt nach dem Wahldebakel den Parteivorsitz ab.

Eingeladen sind die 326 Kreis- und die 27 Bezirksvorsitzenden der CDU. Die Kreisvorsitzendenkonferenz kann keine Beschlüsse fassen. Entscheidungen über das Vorgehen bei der Neubestimmung der Parteiführung werden erst in den Sondersitzungen von Bundesvorstand und Präsidium am kommenden Dienstag fallen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

94 Kommentare

DER Beobachter vor 29 Wochen

Alles klar, "Professor Hans". Aktuell jedenfalls kann nicht mal mehr die AgD von den Verwerfungen profitieren, aktuell nach Umfragewerten eher die Deutschlandkoalition. Über ungebackene angebrannte Brötchen reden wir später...

DER Beobachter vor 29 Wochen

Wobei ich mich frage, ob die SPD jemals wie aktuell die CDU in ihrem gegenwärtigen Zustand Ende Oktober 2021 in der Umfragengunst auf 20% runtergerutscht ist... ;)

DER Beobachter vor 29 Wochen

Die Merzsche Bierdeckelphilosophie seinerzeit jedenfalls begünstigte unterm Strich ausschließlich Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen und (geerbten) Besitz/Anlagen sogar nur nach westdeutschem Massstab...

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