Corona-Stimmungsbild Lockdown: Viele sorgen sich um Lerndefizite bei Schülern

Laut einer aktuellen Umfrage befürchtet eine Mehrheit, dass Kinder und Jugendliche wegen der Schul-Situation in der Corona-Pandemie langfristig Nachteile erleiden. Außerdem gab ein Viertel an, wegen der Pandemie weniger Geld in der Tasche zu haben.

Angesichts Schulschließungen und Corona-Unterricht befürchten viele Menschen Nachteile für die jetzigen Schüler. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag des MDR. Deutschlandweit gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie sich "auf jeden Fall" oder "eher ja" diesbezüglich Sorgen machen. Befragte aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen im Ländervergleich dabei an der Spitze.

Wegen des Corona-Lockdowns sind die Schulen derzeit für die meisten Schüler geschlossen. Präsenzunterricht gibt es nur für bestimmte Kinder und Jugendliche, etwa für Abschlussklassen. Wann die Schulen wieder öffnen, ist derzeit ungewiss. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) rechnet mit Schulschließungen bis Ostern - vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen bleibt auf hohem Niveau. Auch danach wird es voraussichtlich erst einmal nur eingeschränkten Präsenzunterricht geben.

Laut der Umfrage sorgen sich vor allem Jüngere, beziehungsweise jene, bei denen die Schulzeit noch nicht all zu lange zurückliegt: Von den 18- bis 29-Jährigen befürchten fast 75 Prozent Nachteile für Schulkinder. Bei den über 65-Jährigen sind es etwas mehr als 60 Prozent. Außerdem befürchten Befragte mit (schulpflichtigen) Kindern im Haushalt eher langfristige Nachteile als Befragte ohne Kinder im eigenen Haushalt.

Zur Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 10.000 Befragten ab 18 Jahren in Deutschland. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent für das bundesweite Ergebnis und bei maximal 4,1 Prozent für die Berücksichtigung ausschließlich Befragter mit Wohnsitz in den Bundesländern. Damit ist die maximale Abweichung der Ergebnisse, die man mithilfe der Stichprobe erzielt hat, von den realen Werten in der Grundgesamtheit gemeint. Der Befragungszeitraum lief vom 20.01.2021 bis zum 22.01.2021.

Weniger Geld wegen Corona?

Im Zuge der Corona-Krise verloren nicht wenige Menschen ihren Job, viele wurden in Kurzarbeit geschickt und die Wirtschaftsleistung sank. Bundesweit gab etwas mehr als ein Viertel der Befragten an, im Jahr 2020 weniger Geld in der Tasche gehabt zu haben. Bei den Selbstständigen waren es sogar 47 Prozent. Schließungen während des Lockdowns oder fehlende Aufträge wirken sich auf diese Beschäftigtengruppe besonders stark aus.

Dagegen gaben nur gut zehn Prozent der Rentner an, im vergangenen Jahr weniger Geld zur Verfügung gehabt zu haben. Mehrheitlich litten offenbar die Jüngeren: Über 35 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mussten laut Umfrage im vergangenen Jahr mit weniger Geld auskommen.

Urlaub im Sommer?

Ungewissheit herrscht seit Pandemiebeginn, was das Reisen angeht. Mit dem neuen Jahr beginnt für viele traditionell die Planung für den Sommerurlaub. Knapp 46 Prozent der befragten Deutschen plant "auf jeden Fall" oder "eher ja" einen Sommerurlaub. Bei 44 Prozent ist das nicht so. Sie antworteten mit "eher nein" oder "nein, auf keinen Fall". Knapp zehn Prozent sind noch unentschieden.

Am ehesten Reisebereit sind die Sachsen. Dort gaben fast 55 Prozent der Befragten an, im Sommer eine Urlaubsreise zu planen. In Thüringen waren es über 50 Prozent und in Sachsen-Anhalt 46,5 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Januar 2021 | 14:00 Uhr

7 Kommentare

Critica vor 11 Wochen

Sozialberuflerin, stimmt!
Wozu gibt es den Lehrerberuf, für den man einige Jahre büffeln muss? Wird es demnächst noch so kommen, dass wir unsere Zähne selbst ziehen müssen und kleinere Operationen in unserem heimischen Badezimmer ausführen?
Haare schneidern wir ja dort schon selber.
Dass auf diese Idee noch niemand gekommen ist, wundert mich... Könnte doch ein "Neuerervorschlag" werden. :)

Sozialberuflerin vor 11 Wochen

Homeschooling ist eine zeitlang machbar!
Fähige Eltern, die ihren Kindern den Stoff vermitteln, sind für einen begrenzten Zeitraum eine Alternative!

Aber sie können unmöglich, über solch eine immense Zeitspanne, Lehrer, Mitschüler, Freunde, Großeltern.... und was eben noch dazu gehört, ersetzen!!

Der fehlende, umfassende Lehrplan ist der eine Punkt
Der soziale Aspekt, der für mich am wichtigsten, der andere!

Wir werden in Zukunft wohl mit Folgen konfrontiert, die wir im Ansatz noch nicht mal erahnen...
Traurig!
Und die Kinder von heute, somit die Gesellschaft von morgen, können noch nicht mal was dafür

Christl vor 11 Wochen

Herr Holter soll endlich die Schulen öffnen!!!! Seine Vermutungen bis Ostern geschlossen? Welchen Plan hat er denn? Keinen! Und nun noch die Mutation 🤨willkommen in Thüringen 😕

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