Fragen und Antworten So laufen die Auffrischungsimpfungen in Thüringen ab

Wolfgang Hentschel
Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

In Thüringen bieten seit Montag mobile Impfteams Corona-Auffrischungsimpfungen an. Dafür wurde laut Kassenärztlicher Vereinigung die Zahl der Teams von 15 auf 25 aufgestockt. Außerdem wird die zusätzliche Impfung seit dem 1. September auch in den 27 Impfstellen und zwei Impfzentren des Freistaats angeboten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ein Arzt hält in der einen Hand einen aufgeschlagenen Impfausweis und in der anderen eine Impfspritze
In Thüringen sind die Auffrischungsimpfungen gestartet. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Warum sollen sich in Thüringen Menschen schon wieder gegen Covid-19 impfen lassen?

Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums steigt bei bestimmten Gruppen der Bevölkerung das Risiko, sich bei nachlassendem Impfschutz mit dem Coronavirus zu infizieren. Das zeigten Daten aus Israel. Ein solcher Impfdurchbruch kann auftreten, wenn die zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Eine Auffrischungsimpfung soll davor Schutz bieten.

An welche Personengruppen richtet sich das Angebot einer Corona-Auffrischungsimpfung?

Angeboten wird die Drittimpfung Pflegebedürftigen, über 80-Jährigen und Menschen mit Immunschwäche, aber auch dem Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Gerade die über 80-jährigen gehören zu der Gruppe, die bereits vor über sechs Monaten geimpft wurden.

Das sollten Sie über die Corona-Auffrischungsimpfung wissen
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Was ist mit allen anderen Impfwilligen, die vollständig geimpft sind?

Menschen, die nicht zu den oben genannten Gruppen gehören, aber auch an einer Auffrischung interessiert sind, sollten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums von ihren Hausärzten beraten lassen. Ausreichend Impfstoff steht laut Ministerium zur Verfügung.

Welchen Impfstoff bekomme ich und ist das vom Impfstoff bei der Erst- und Zweitimpfung abhängig?

Bei der Drittimpfung werden Seren der Hersteller Biontech und Moderna (mRNA-Impfstoffe) gespritzt. Die Auffrischungsimpfungen können auch Menschen erhalten, die zuvor mit einem sogenannten Vektorimpfstoff immunisiert wurden - also entweder zweimal mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca oder einmal mit dem Mittel von Johnson & Johnson.

Wie kann ich einen Termin für eine Auffrischungsimpfung vereinbaren?

Termine für eine Drittimpfung werden über die Internetseite www.impfen-thueringen.de vergeben. Impfwillige können sich laut Gesundheitsministerium aber auch in den Hausarztpraxen impfen lassen. Ob der Impfabstand von mindestens sechs Monaten eingehalten wurde, wird jeweils vor Ort über das Impfbruch oder die App im Smartphone geprüft.

Welche Rolle spielen Nebenwirkungen bei der Erst- und Zweitimpfung?

Falls solche Nebenwirkungen aufgetreten sind, können sich die Betroffenen laut Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen (KVT) vor einer Drittimpfung von ihrem Hausarzt beraten lassen. Wurde ein Termin in einer Impfstelle oder einem Impfzentrum vereinbart, kann dort ein Gespräch mit einem Arzt geführt werden. Bei den mobilen Impfteams, die seit Montag die Drittimpfung anbieten, ist laut KVT ebenfalls ein Mediziner dabei, der Impfwillige berät.

Für die Auffrischungsimpfung gibt es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich mich dennoch zum zweiten oder dritten Mal impfen lasse?

Daten aus Israel zeigen, dass dort die Nebenwirkungen einer dritten Corona-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer weitgehend vergleichbar sind mit denen bei der zweiten Impfung. Meist wird von Schmerzen an der Einstichstelle berichtet. Umstritten ist, ob die dritte Impfung wirklich nötig ist.

Nach Ansicht des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, spricht zwar theoretisch einiges dafür. Laut Reinhardt ist die Drittimpfung aber nach bisherigem Kenntnisstand und Auffassung namhafter Experten für die meisten Geimpften nicht sofort nötig. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) weist das zurück. Die Gesundheitsminister der Länder hätten Anfang August gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsminister beschlossen, den besonders vulnerablen Gruppen ab September eine Auffrischungsimpfung anzubieten.

"Es liegen inzwischen mehrere Studien vor, dass bei bestimmten Personengruppen nach einigen Monaten die Wirkung der Impfung nachlässt. Die Immunantwort wird schwächer", so Werner. Ihren Angaben nach muss jetzt gehandelt werden, damit die Menschen gut und vor allem gesund durch den Herbst und den Winter kommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 06. September 2021 | 18:00 Uhr

Mehr aus Thüringen