Pandemie Corona-News vom 7. Mai: Zahl der aktiven Infektionen erneut gesunken

+++ Flashmob gegen Maskenpflicht im Unterricht +++ Zahl der aktiven Infektionen erneut gesunken +++ Folklore-Festival "Danetzare" abgesagt +++ Eisenach: Weitere Teststelle öffnet am Montag +++ Saale-Orla-Kreis will Einhaltung von Regeln mehr kontrollieren +++ Buga-Besuch für Geimpfte und Genesene ab Samstag ohne Schnelltest +++ Landesweite Inzidenz unter 200 +++ Psychologie-Preis für Erfurter Professorin +++ Die Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Thüringen | Hausärzte wegen teilweise am Limit

Thüringens Hausärzte sehen sich durch die Coronaimpfungen einer hohen Belastung ausgesetzt. Die Ärzte und Mitarbeiter seien in manchen Praxen bereits jetzt am Limit, sagte der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart. So müssten wegen der Impfungen beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen auf den Herbst verschoben werden.

Ein weiteres Problem ist nach Ansicht des Hausärzteverbandes, dass die Ärzte erst donnerstags erfahren, wie viel Impfstoff am Montag geliefert wird. Das sei zu kurzfristig, weil der Impfstoff in der Regel bis Freitag verimpft werden müsse. Laut Zitterbart planen und vergeben die Arztpraxen deshalb über das Wochenende die Impftermine. Seiner Meinung nach sollten sich möglichst viele Ärzte beim Impfen beteiligen, auch Betriebsärzte.

Mit Blick auf die Impfausweise erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, das in ihren Impfzentren und Impfstellen auch andere offizielle Impfpapier als der internationalen gelben Ausweis akzeptiert werden. Ein Sprecher sagte MDR THÜRINGEN, so werde der Nachweis einer Corona-Schutzimpfung auch in einen DDR-Impfausweis eingetragen. Die Kassenärztliche Vereinigung betreibt in Thüringen die großen Impfzentren in Erfurt, Gera und Meiningen sowie 29 kleinere Impfstellen, die über das ganze Land verteilt sind. Auch in den Hausarztpraxen wird laut Zitterbart der DDR Impfausweis akzeptiert.

Erfurt | Flashmob gegen Maskenpflicht im Unterricht

Thüringen | Zahl der aktiven Infektionen erneut gesunken

Die Zahl der aktiven Coronainfektionen in Thüringen ist erneut gesunken. Die Gesundheitsämter meldeten am Freitagabend 10.077 aktive Fälle. Das waren 307 weniger als am Donnerstag und 739 weniger als vor zwei Wochen. 14 weitere Menschen starben mit einer Corona-Infektion. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank laut Robert-Koch-Institut erstmals seit einem Monat wieder unter die 200er Marke. Sie lag am Freitag bei 198 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Trotzdem bleibt der Freistaat das Bundesland mit der höchsten Inzidenz.

Erfurt | Festival "Danetzare" abgesagt

Das für den Sommer in Erfurt geplante internationale Folklore-Festival "Danetzare" ist abgesagt worden. Als Grund für den Schritt gaben die Veranstalter vom Thüringer Folklore Ensemble die Unsicherheiten wegen Corona an. Ein solches Festival könne wegen der Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit geplant werden. Das gelte selbst dann, wenn alle Hygiene-Vorschriften eingehalten und das Festival in kleinerer Form vorbereitet würde. Das Festival beruhe auf dem Miteinander, dem Austausch und den Begegnungen von Menschen verschiedener Kulturen. All das wäre in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Das nächste "Danetzare"-Festival soll Anfang Juli 2023 in Erfurt stattfinden.

Landkreis Gotha | Keine Konzerte zu Himmelfahrt

Im Kreis Gotha sind zu Himmelfahrt alle musikalischen Darbietungen in Gaststätten und auf öffentlichen Plätzen wie Parks untersagt. Das Landratsamt hat seine Allgemeinverfügung dahingehend klargestellt. Außerdem dürfen Speisen und Getränke erst 75 Meter vom Ausgabeort entfernt verzehrt werden. Diese Klarstellung sei nötig geworden, weil rund um gastronomische Angebote immer wieder die Regeln missachtet würden, mit denen die Kontakte beschränkt würden, so das Landratsamt. Das würde den Trend der langsam sinkenden Inzidenzzahlen im Kreis Gotha gefährden. Die Allgemeinverfügung gilt vom 8. bis 30. Mai und damit auch über Pfingsten.

Eisenach | Weitere Teststelle öffnet am Montag

Ab kommendem Montag können sich Menschen in Eisenach bei einer neuen Teststelle in der Innenstadt auf das Corona-Virus testen lassen. Sie wird im Vorraum der Sparkasse eingerichtet, der vom Markt aus erreichbar ist. Sechs Bundeswehrsoldaten nehmen dort von Montag bis Samstag auch ohne Termin kostenlose Schnelltests ab. Fällt ein Ergebnis positiv aus, folgt anschließend gleich ein PCR-Test. Minderjährige können nur dann getestet werden, wenn ein Elternteil sie begleitet. Die neue Teststelle ist in Zusammenarbeit von Stadt, Landkreis, Klinikum, Sparkasse und Bundeswehr entstanden. Geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Mittags gibt es eine Testpause von 12 bis 12.30 Uhr.

Saale-Orla-Kreis | Verwaltung will Einhaltung von Regeln schärfer kontrollieren

Im Saale-Orla-Kreis sollen die Corona-Regeln strenger kontrolliert werden. Das Landratsamt kündigte an, sowohl die allgemeinen Regeln als auch die Quarantäne-Pflicht häufiger zu überprüfen. Landrat Thomas Fügmann (CDU) sagte, viele nähmen es mit dem Gesundheitsschutz nicht so genau. So sei selbst in einer Arztpraxis gegen die Maskenpflicht verstoßen worden. Auch ein Infektionsschutz-Konzept habe es dort nicht gegeben. In einem Flächenlandkreis seien Kontrollen zwar nicht überall möglich. Bei entsprechenden Hinweisen gehe man dem aber nach, so Fügmann. Bisher wurden kreisweit über 700 Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit Corona eingeleitet.

Der Saale-Orla-Kreis ist seit Tagen der Landkreis mit der bundesweit höchsten Inzidenz. Am Freitagmorgen hatte es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts einen ersten spürbaren Rückgang gegeben. Vor einigen Tagen hatte Fügmann eine Verschärfung der Regeln wegen der hohen Inzidenz im Saale-Orla-Kreis abgelehnt und die Einwohner aufgefordert, die geltenden Regeln einzuhalten.

Erfurt | Buga-Besuch für Geimpfte und Genesene erleichtert

Geimpfte und Genesene brauchen zum Besuch der Bundesgartenschau in Erfurt ab Samstag keinen negativen Schnelltest mehr. Wie die Stadt mitteilte, reicht ein gültiger Impfpass mit dem Nachweis für zwei Corona-Schutzimpfungen. Das letzte Impfdatum muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Ein Personaldokument müsse auch vorgelegt werden. Bei Genesenen reichten der Nachweis für einen positiven PCR-Test und ein Personaldokument. Als frühester Stichtag für einen positiven PCR-Test gilt der 9. beziehungsweise 10. April. Nicht mehr als genesen gelten Menschen, die vor dem 10. Oktober 2020 positiv getestet wurden.

Um den Nachweis künftig zu erleichtern, bereitet das Erfurter Gesundheitsamt eine Bescheinigung vor. Diese soll es bei den Hausärzten geben. Sie kann überdies ab Montag beim Gesundheitsamt per Mail angefordert werden.

Eine Dame mit gelben Hut und Maske genießt den Ausblick auf dem Petersberg
Bald ohne Schnelltest auf den Petersberg: Der Besuch der Bundesgartenschau in Erfurt wird für Geimpfte und Genesene erleichtert (Foto: Archiv). Bildrechte: MDR/Andreas Kehrer

Sonneberg | Genesene erhalten Zertifkate

Das Landratsamt Sonneberg schickt Zertifikate für von Covid-19 Genesene im Landkreis ab sofort automatisch zu. Wer im vergangenen halben Jahr eine Corona-Infektion überstanden hat, wird nach Angaben eines Sprechers angeschrieben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Zertifikate für alle zurückliegenden Fälle wurden bereits erstellt und sind auf dem Weg zu den Genesenen. Vollständig Geimpfte und Genesene in Thüringen benötigen keinen aktuellen negativen Test mehr, wenn dieser als Zugangsbedingung verlangt wird - beispielsweise beim Frisör.

Apolda | Keine Veranstaltungen bis Ende Juni

Die Stadt Apolda hat ihre Veranstaltungen bis Ende Juni komplett abgesagt. Demnach finden auch das Maschen- und das Parkfest sowie das Straßenfestival "Fête de la Musique" nicht statt. Auch das Oldtimer-Schlosstreffen ist abgesagt. Grund ist einer Sprecherin zufolge die aktuelle Corona-Landesverordnung. Dadurch gebe es keine Planungssicherheit mehr.

Erfurt | Psychologie-Preis für Erfurter Professorin

Für ihre Forschung zu den Einstellungen der Menschen zur Corona-Pandemie erhält Cornelia Betsch von der Universität Erfurt den Deutschen Psychologiepreis. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von mehreren Fachgesellschaften vergeben. Damit werden die herausragenden Leistungen der Psychologin im Bereich der Gesundheitskommunikation gewürdigt, wie die Uni und das Leibniz-Institut für Psychologie am Freitag mitteilten.

Seit Pandemie-Beginn befragt die Psychologin mit ihrem Team die Bevölkerung über deren Wissen zum Virus, Risikowahrnehmung, Schutzverhalten und Vertrauen in politische Entscheidungen. Betsch gehört auch zum Beratergremium der Bundesregierung in der Pandemie.

Porträtfoto von der Wissenschaftlerin Cornelia Betsch
Die Psychologin und Professorin der Universität Erfurt, Cornelia Betsch, erhält in diesem Jahr den Deutschen Psychologiepreis. Bildrechte: Marco Borggreve /Universität Erfurt

Thüringen | Inzidenz liegt bei 198

Die Corona-Inzidenz in Thüringen ist erstmals seit einem Monat wieder unter den Wert von 200 gesunken. Das Berliner Robert Koch-Institut gab die Inzidenz für den Freistaat am Freitag mit 198 an. Sie war bereits seit einigen Tagen rückläufig. Am Donnerstag hatte sie bei knapp 207 gelegen. Trotzdem bleibt der Freistaat das Bundesland mit der höchsten Inzidenz. Einen positiven Spitzenplatz nimmt Thüringen beim Impfen ein. Bei den vollständig Geimpften liegt das Land mit einem Anteil von 12,6 Prozent vor allen anderen.

Bundesweiter Hotspot mit Abstand bleibt der Saale-Orla-Kreis mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 483. Der Burgenlandkreis aus Sachsen-Anhalt will dem Kreis mit überschüssigen Impf-Dosen helfen.

Meiningen | Impfungen laut Zeitung nicht ausreichend dokumentiert

Einträge aus dem Corona-Impfzentrum in Meiningen in Impfausweisen führen derzeit zu Verwirrung: Wie die Tageszeitung Meininger Tageblatt am Freitag berichtet, fehlen bei zahlreichen Geimpften die sonst üblichen Aufkleber im Impfausweis. Diese enthalten die Chargennummer des verwendeten Impfstoffs. Wie es von der Kassenärztlichen Vereinigung hieß, sollen die fehlenden Daten beim zweiten Impftermin nachgeliefert werden.

Wie KVT-Sprecher Jörg Mertz MDR THÜRINGEN sagte, wird in dem Impfzentrum ausschließlich das Mittel von Moderna verwendet, für das es gar keine Aufkleber gibt. Die Ärzte müssten deshalb die Chargennummer des Impfstoffes mit der Hand in den Ausweis eintragen. So sei die Impfung ausreichend dokumentiert. Laut Mertz können sich Geimpfte demnächst ein Impfzertifikat im Netz herunterladen. Genauere Informationen dazu soll es am Montag geben.

Thüringen | Pleitewelle bisher ausgeblieben

Die wegen der Corona-Pandemie befürchtete Pleitewelle von Unternehmen ist in Thüringen bisher ausgeblieben. An den zuständigen Gerichten sind in dieser Woche nur wenige Insolvenzanträge eingegangen, wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN ergab. Beim Amtsgericht Meiningen waren es zum Beispiel vier. Diese Anträge seien aber nicht auf die Corona-Krise zurückzuführen, hieß es. Ein Sprecher des Amtsgerichts Mühlhausen sagte, ob es wegen der Corona-Pandemie vermehrte Insolvenzen geben wird, zeige sich erst in den kommenden Wochen.

Auch der Verband der Wirtschaft Thüringens rechnet nicht mit einer Pleitewelle. Gerade in der Industrie habe sich die Auftragslage in den vergangenen Monaten befriedigend entwickelt. Insolvenzen könne es aber im Einzelhandel und in der Gastronomie geben. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet nach eigenen Worten ebenfalls keine starke Pleitewelle. Aber auch er befürchtet, dass im Gastgewerbe und in der Veranstaltungsbranche Firmen vor dem Aus stehen.

Zum 30. April war die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zu Ende gegangen.

Weimar | Einkaufen mit Termin und negativem Schnelltest möglich

In der Stadt Weimar gelten ab Freitag neue Regeln fürs Einkaufen. So dürfen Geschäfte mit Termin wieder besucht werden. Kunden können nach vorheriger Absprache in den Läden stöbern und einkaufen. Voraussetzungen dafür sind ein aktueller negativer Schnelltest sowie das Tragen einer medizinischen Maske, wie die Stadt mitteilte. Die Kunden müssen nicht zwangsläufig aus Weimar kommen.

Voraussetzung für die Lockerung der Ladenöffnungen ist eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 150 - und das über mehrere Tage hinweg. In Weimar liegt die Inzidenz aktuell bei 120. Schulen und Kindergärten sind daher seit Donnerstag wieder geöffnet und bieten laut Stadtverwaltung Wechselunterricht an. Im Eichsfeldkreis ist das Einkaufen mit Termin, auch "Click and Meet" genannt, bereits seit einigen Tagen möglich.

Rückblick: Der Corona-Ticker von Donnerstag

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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