Corona-Pandemie Kliniken: Anteil Jüngerer auf Covid-Intensivstationen in Thüringen steigt

Zu Beginn der Corona-Pandemie mussten vor allem Covid-19-Patienten mit hohem Alter auf Intensivstationen behandelt werden. Inzwischen kümmert sich das Krankenhauspersonal in Thüringen immer häufiger um jüngere Menschen. Gleichzeitig sinkt die Gesamtzahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen.

Krankenpfleger arbeiten in Schutzkleidung auf einer Intensivstation
Seit dem Patientenhöchststand von Ende Dezember bis Anfang Januar ist die Zahl den Corona-Intensivpatienten in Thüringen deutlich gesunken.  Bildrechte: dpa

Unter den Covid-19-Patienten auf Thüringer Intensivstationen ist der Anteil der Jüngeren gestiegen. Das ergab eine Umfrage von MDR THÜRINGEN unter sechs sogenannten Level-1-Kliniken, in denen vor allem Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen behandelt werden.

Wie etwa das Zentralklinikum Suhl mitteilte, sind die intensivmedizinisch behandelten Covid-Patienten im Schnitt 20 Jahre jünger als noch in der ersten Corona-Welle. Auch das Klinikum Altenburger Land berichtet, dass inzwischen der Anteil der Covid-Patienten älter als 80 Jahre gesunken ist. Vermehrt würden hier, wie auch im Helios-Klinikum Erfurt, Über-60-Jährige behandelt.

Im Wald-Klinikum Gera machen unter 65-Jährige inzwischen die Hälfte der Covid-Patienten aus. Das Südharz-Klinikum Nordhausen berichtet ebenfalls von mehr jungen Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation. Sie litten aber oft zusätzlich zu Covid-19 an weiteren Krankheiten.

Auf den Normalstationen hat sich die Altersstruktur der Patienten kaum verändert. Weiterhin seien vor allem 50- bis 90-Jährige betroffen, hieß es von den Kliniken. Das sinkende Alter der Patienten habe dabei keinen Einfluss auf die Liegedauer. Hier berichten die Krankenhäuser von stabilen Zahlen.

Krankenhäuser unterschiedlich ausgelastet

Ihre Auslastung bewerten die Krankenhäuser unterschiedlich. Seit dem Patientenhöchststand von Ende Dezember bis Anfang Januar sind die Zahlen stark gesunken. So wurden zur Zeit der Höchstbelegung in der Zentralklinik Suhl knapp 80 Patienten behandelt, inzwischen sind es im Schnitt 30 auf der Intensiv- und Normalstation. Das ist den Angaben der Klinik zufolge aber immer noch sehr viel.

Die Zentralklinik Bad Berka dagegen berichtet von ausreichend freien Intensivbetten, das Krankenhaus sei wieder in den Regelbetrieb zurückgekehrt. Thüringenweit waren Anfang Januar mehr als 200 Intensivbetten von Corona-Patienten belegt, bis Mitte März sank die Zahl auf gut 100.

Impfungen haben Situation verbessert

Die Personalsituation in den Krankenhäusern hat sich verbessert. Aus dem Klinikum Altenburger Land heißt es dazu, dass der Personalnotstand auch dank der Impfungen von Mitarbeitern behoben werden konnte. Zudem seien ehemals mit dem Coronavirus infizierte Mitarbeiter inzwischen immun.

Wie das Zentralklinikum Bad Berka berichtet, arbeiten dort mehr Pflegekräfte als vor der Pandemie in Teilzeit, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige versorgen.

Insgesamt werden in Thüringer Krankenhäusern - Stand Freitagmorgen - 116 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, davon werden 64 invasiv beatmet. Der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in Thüringen beträgt etwa 17,8 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. März 2021 | 06:00 Uhr

154 Kommentare

emlo vor 14 Wochen

Ich finde es überaus interessant, dass ausgerechnet diejenigen Sputnik V empfehlen, die hier gerade über Astrazeneca herfallen. Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass beide Impfstoffe zumindest den gleichen Wirkmechanismus haben? Woraus schließen Sie dann, dass da nicht die gleichen Nebenwirkungen auftreten, die bei Astrazeneca (wohlgemerkt) vermutet werden? Und dann würde mich noch interessieren, wieso der kubanische Impfstoff verträglich sein soll. Bei den hier verfügbaren Impfstoffen bezweifeln Sie das wegen der kurzen Entwicklungszeit. Glauben Sie eigentlich ernsthaft, Russland oder Kuba gehen mit Nebenwirkungen hausieren? Wohlgemerkt, ich hätte nichts gegen Sputnik V, wenn er regulär zugelassen wäre. Aber ich glaube auch nicht an "Wunder" aus Russland.

AlexLeipzig vor 14 Wochen

Buffalo, von "bester Gesundheit" war meinerseits auch nicht die Rede. Aber es ging ihm gut und er nahm aktiv am Leben Teil, das ist der entscheidende Punkt!! Das hat nichts mit Ihren Regen-Vergleichen zu tun. Sie haben Recht, daß unsere Gesellschaft ein Problem mit dem Altern hat, aber das hat mit Corona nichts zu tun. Es geht nicht um Demenz oder Arthrose, sondern eine akute und potenziell lebensgefährliche Viruserkrankung. Und das Sterben mit allen Mitteln verlängert wird, halte ich für Nonsens. Es gibt Hospize, Palliativdienste und Patientenverfügungen; da kann man sich mit kompetenter Beratung auch für ein schnelleres Ableben zugunsten höherer Lebensqualität selbst entscheiden.

Freiheit stirbt mit Sicherheit vor 14 Wochen

Siehst du Alexa aus Leipzsch,
ich kenne eine alte Dame, die sich tatsächlich bester Gesundheit erfreut hatte und aus Gram über den Tod ihres Mannes einen Herzinfarkt erlitt.

Der Arzt, der den Totenschein ausstellte machte posthum einen Abstrich und die Dame ging als Coronatote in die Statistik!

A



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