Pandemie Mehr als 21.000 Menschen bei Demonstrationen in Thüringen für und gegen Corona-Politik

Mehr als 21.000 Menschen sind am Montagabend in Thüringen bei 87 Protest-Aktionen auf die Straße gegangen, um gegen, aber auch für die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Die meisten Corona-Gegner trafen sich in Gera. Hier gab es zuvor im Internet mehrere Aufrufe zu Gewalt. In Weimar und Jena stellten sich Gegendemonstranten den Protestlern entgegen.

"Ihr lauft mit Nazis" steht auf dem Plakat des Teilnehmers einer Kundgebung unter dem Motto "Jena solidarisch" auf dem Markt in Jenas Innenstadt.
Gegendemonstranten stehen in Jena am Montagabend auf dem Holzmarkt. Sie hatten die Versammlung angemeldet und eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Bildrechte: dpa

In Thüringen sind nach Angaben der Polizei am Montagabend mehr als 21.000 Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straßen gegangen. Die meisten Demonstranten zählten die Beamten mit 3.500 in Gera. In . In mehreren Nordthüringer Städten haben insgesamt knapp 2.000 Menschen unangemeldet protestiert, die meisten davon in Nordhausen. Auch in Bad Frankenhausen, Heiligenstadt und Leinefelde-Worbis versammelten sich Menschen, um ihren Unmut über die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen und eine mögliche Impfpflicht zu äußern. In etlichen Thüringer Städten gab es aber auch angemeldete Gegendemonstrationen.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen durch die Innenstadt.
In Gera wurden die meisten Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Politik gezählt. Über 4.000 Menschen gingen hier auf die Straße. Bildrechte: dpa

In Südwestthüringen soll es zehn nicht angemeldete Demonstrationen gegeben haben. Rund 3.000 Menschen versammelten sich unter anderem in Bad Salzungen, Meiningen und Hildburghausen. Einen Marsch mit Gesängen gab es in Gotha. Dort hatten sich nach Polizeiangaben etwa 1.100 Menschen getroffen, um gegen die aktuelle Corona-Politik zu protestieren. Zeitweise mussten die Bundesstraßen 7 und 247 gesperrt werden. Insgesamt haben bei 87 Protestaktionen in Thüringen Menschen für und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei kam es zu mehreren, teilweise blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Gewaltaufrufe bei Telegram

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hatten mehrere Demonstrationsteilnehmer im Vorfeld des Anti-Corona-Protestes in Gera die Anwendung von Gewalt diskutiert. So hieß es am Montag-Nachmittag in dem Telegram-Kanal "Freie Jugend" mit Blick auf Gegendemonstranten und die Polizei: "Innenstadt ist nicht schlecht. Da haben sie nicht so eine große Angriffsfläche. Und Pfefferspray sollten wir uns auch zulegen." Ein anderer forderte: "Haut den verzogenen Linksradikalen richtig aufs Maul!"

Um 21:05 Uhr, also während der Demonstration, postete eine Chat-Teilnehmerin: "Alle Straßen in Gera dicht gemacht. Durchbruch ging in die Hose. Wurde Pfefferspray eingesetzt." Die Polizei war in Gera mit einem Großaufgebot im Einsatz. Drei Polizisten wurden leicht verletzt. Nach der Demonstration bilanzierte ein Chatteilnehmer: "Wir müssen uns in Gera besser organisieren. War heute wieder eine Katastrophe." Ein anderer User antwortete: "Nächste Woche wird es einen anderen Treffpunkt geben."

Zahlreiche Auseinandersetzungen mit der Polizei

Nicht nur in Gera, auch in anderen zahlreichen Städten gerieten die Demonstranten mit der Polizei aneinander. So wurden vielerorts hunderte Personalien aufgenommen. In Weimar stießen etwa 70 Gegner der Corona-Politik auf über 200 Gegendemonstranten. Dort kam es nach Informationen von MDR THÜRINGEN zu Rangeleien. Die Beamten der Bundespolizei kesselten daraufhin die Corona-Politik-Gegner ein und nahmen die Personalien auf.

Gegendemos in mehreren Städten

Angemeldete Gegendemos gegen die Corona-Proteste gab es auch in Jena. Mehrere Dutzend Teilnehmer waren bei einer Kundgebung des Bündnisses "Jena solidarisch" auf dem Holzmarkt. Sie hatten laut Stadt eine Ausnahmegenehmigung, weil sich eigentlich derzeit nur 35 Menschen in Thüringen versammeln dürfen.

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Quelle: MDR/dpa (jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 18. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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