Studium FAQ: So wollen Thüringer Hochschulen die 3G-Coronaregeln umsetzen

Studierende an Thüringer Hochschulen müssen, um an Präsenzveranstaltungen wie Vorlesungen teilnehmen zu können, geimpft, genesen oder getestet sein. Ab dem 11. Oktober müssen auch sie die Coronatests selbst bezahlen.

Noch gibt es sie, die kostenlosen Corona-Tests für alle. Doch ab 11. Oktober ist damit für die Normalbevölkerung Schluss. Damit müssen auch die Studenten zum Semesterbeginn teils tief in die Tasche greifen. Denn dann müssen sie ihre Corona-Tests selbst bezahlen, wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN an den Hochschulen ergeben hat. Weder die Hochschulen noch das Land Thüringen übernehmen die Kosten dafür. Hintergrund ist die 3G-Regel, wonach nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt zu Präsenzveranstaltungen haben.


Mit welchen Kosten müssen Studenten für Corona-Schnelltes rechnen und wie oft müssen sie sich testen?

Sollten Studenten also nicht geimpft oder genesen sein, könnte es bald teuer für sie werden. Mindestens zweimal pro Woche müssen sich die Studenten dann künftig testen, um an Präsenzveranstaltungen teilnehmen zu können. Noch ist unklar, wie hoch die Kosten für Studenten sind. Im günstigsten Fall fällt pro Test ein Euro an. So zum Beispiel an der Fachhochschule Erfurt. Dort verkauft das Studierendenwerk Thüringen am Standort Altonaer Straße ab dem heutigen Montag zertifizierte Selbsttests zum Preis von einem Euro. Getestet wird dann vor Ort unter Aufsicht. Die Hochschulen richten dafür Testzentren ein, überwachen die Tests und stellen im Anschluss eine Bescheinigung über das Ergebnis aus.


Warum setzen die Hochschulen auf die 3G-Regel?

Von der Technischen Universität Ilmenau hieß es, dass jeder inzwischen die Möglichkeit gehabt habe, sich impfen zu lassen. Wer das nicht getan habe, von dem erwarte man nun selbstbezahlte Negativ-Tests.


Wie hoch ist die Impfquote bei Studenten und Studentinnen?

Wie viele der über 90.000 Studentinnen und Studenten im Land noch ungeimpft sind, ist unklar. Laut Gesundheitsministerium wird das Merkmal "Student" beim Impfen nicht erfasst und auch die vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgegebenen Altersklassen lassen keine Rückschlüsse zu. Ein Sprecher der Dualen Hochschule Gera-Eisenach geht von fast 80 Prozent der "Alt-Studies" aus, die geimpft sind.


Was passiert mit den Studenten, die die 3G-Regel nicht erfüllen?

Für diejenigen, die keine der 3G-Regeln erfüllen, bleiben laut Wissenschaftsministerium die Türen zu den Hörsälen künftig geschlossen. Laut Ministerium muss jeder eine der drei Voraussetzungen – geimpft, genesen, getestet – erfüllen. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt und sich weigert, sich testen zu lassen, muss dann in der Tat "draußen bleiben“, wie das Ministerium mitteilt. Geregelt ist das in der Corona-Verordnung des Landes unter § 22 Abs. 1 Satz 2 ThürSARS-CoV-2-IfS-MaßnVO. Wer dennoch einen Raum mit Präsenzvorlesung betritt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Die 3G-Regel umfasst nicht das Betreten der Gebäude, die Bibliothek, die Mensa, den Sport, die Arbeitstätigkeit in Büro, Werkstatt oder Labor.


Für welche Menschen gibt es Ausnahmen von den kostenpflichtigen Tests?

Corona-Schnelltests müssen ab 11. Oktober meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter zwölf Jahren. Gratis bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen und für Studenten, wenn sie mit einem nicht in der EU zugelassenem Impfstoff geimpft wurden. Dann gilt bis zum 31. Dezember eine Übergangsfrist und die Kosten für Tests werden übernommen. Zugelassene Impfstoffe sind demnach Biontech, Astrazeneca, Johnson&Johnson sowie Moderna. Das legt die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest, die einen entsprechenden Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 04. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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