Pandemie Corona-News vom 06.12.2021: Zahl der Infizierten in Thüringen leicht gesunken

+++ Zahl der Infizierten leicht gesunken +++ Kundgebungen gegen Anti-Corona-Maßnahmen in mehreren Städten +++ Erfurt geht nicht juristisch gegen Weihnachtsmarktverbot vor +++ Kirche kritisiert Pfarrer für Auftritt bei Corona-Protest +++ Soldaten unterstützten Krankenhäuser in Ilmenau und Arnstadt +++ Landrätin des Ilm-Kreises fordert Ausrufen des Katastrophenfalls +++ Kreis Saalfeld-Rudolstadt mit Inzidenz von 1.911 +++ Die News für Thüringen im Überblick +++

So ging es weiter | Corona-News vom Dienstag, 07.12.2021

Hier geht es zu den Corona-News vom Dienstag, 07.12.2021.

Thüringen | Aktuelle Corona-Zahlen

In Thüringen ist am Montag die Zahl der aktiv Infizierten nach Angaben der Gesundheitsämter gesunken. Nach Daten der Gesundheitsämter wurden 46.450 Fälle gemeldet. Das waren 844 weniger als am Sonntag aber 19.429 mehr als vor zwei Wochen. Binnen eines Tages wurden 23 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus registriert.

Die Corona-Inzidenz in Thüringen liegt seit vier Tagen über der Marke von 1.000. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag wurden 1.040,5 wöchentliche Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. Auf den Intensivstationen werden aktuell 229 Corona-Patienten behandelt. Das sind nur sieben weniger, als zum absolut höchsten Stand während der Pandemie am 12. April.

Thüringen | Kundgebungen gegen Anti-Corona-Maßnahmen in mehreren Städten

In Thüringen sind am Montag mehr als 2.000 Menschen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Straße gegangen. Proteste gab es unter anderem in Bad Salzungen, Altenburg, Schmalkalden und Erfurt. Laut Polizei versammelten sich in Altenburg etwa 600 Menschen zu einer unangemeldeten Demonstration. In Bad Salzungen waren es etwa 500 Teilnehmer. In Schmalkalden zogen rund 400 Teilnehmer vom Markt aus durch die Innenstadt. Dabei wurde in vielen Fällen nicht auf den Abstand geachtet. Schutzmasken wurden nur vereinzelt getragen.

Auch in Erfurt gab es Corona-Proteste. Die Demonstranten hatten sich zunächst auf dem Anger versammelt. Die Versammlungsbehörde löste die Kundgebung auf. In Meiningen beteiligten sich etwa 150 Menschen an einem nicht angemeldeten Spaziergang durch die Innenstadt und in Hildburghausen rund 20.

In Saalfeld haben etwa 90 Menschen gegen eine Impfpflicht protestiert. Die Teilnehmer versammelten sich mit Kerzen und Plakaten auf dem Marktplatz. Einen Spaziergang durch die Innenstadt verhinderte die Polizei. Die Teilnehmer waren einem Aufruf über die sozialen Netzwerke im Internet gefolgt.

Zulässig sind derzeit in Thüringen nur ortsfeste Kundgebungen mit maximal 35 Menschen. Auch in Eisenach, Nordhausen, Arnstadt, Jena, Sömmerda und weiteren Städten habe es Demonstrationen gegeben. Eine für Gera angekündigte Demonstration fand nach Informationen von MDR THÜRINGEN nicht statt.

Erfurt | Stadt verzichtet auf Klage gegen Weihnachtsmarktverbot

Die Stadt Erfurt will nun doch nicht juristisch gegen das Weihnachtsmarktverbot des Landes vorgehen. Eine Sprecherin der Kommune sagte, mangels Erfolgsaussichten sei von einer Klage Abstand genommen worden. Sie verwies auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das in der vergangenen Woche die zentralen Corona-Maßnahmen der Bundesnotbremse gebilligt hatte.

Thüringen | Impfquoten steigen nur langsam

Die Impfquoten in Thüringen steigen nur langsam. Der Pandemiestab der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) veröffentlichte am Montag die aktuellen Zahlen. Demnach sind in Erfurt bisher gut 74 Prozent der Menschen geimpft, das ist thüringenweit der höchste Wert. Als einzige Region in Thüringen unter der 50-Prozent-Marke verharrt der Kreis Hildburghausen. Dort ließen sich bisher 48,5 Prozent der Menschen impfen.

Sonneberg | EKM kritisiert Auftritt von Pfarrer

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat den Auftritt von Pfarrer Martin Michaelis bei den Sonneberger Protesten gegen die Corona-Politik scharf kritisiert.

Personaldezernent Michael Lehmann sprach von erheblicher Diskrepanz zwischen dem Synoden-Beschluss "Impfen ist Nächstenliebe" und diesem Auftritt. Lehmann schloss Konsequenzen gegen den ehemaligen Steinacher Stadtpfarrer nicht aus.

Gera | Tierheim vorübergehend zu - Mitarbeiter krank

Das Tierheim in Gera ist seit diesem Montag vorübergehend geschlossen - voraussichtlich bis zum Jahresende. Eine Sprecherin der Stadt teilte mit, es seien zu viele Mitarbeiter erkrankt. Um die Tiere weiter gut versorgen zu können, könnten Besucher derzeit weder beraten noch empfangen werden. Fundtiere werden aber weiterhin aufgenommen.

Thüringen | Impfen ohne Anmeldung in vielen Regionen

Jede Woche gibt es an verschiedenen Orten in Thüringen Impfangebote ohne Termin. Hier ein kleiner Überblick darüber, wo Sie sich in dieser und kommender Woche ohne Voranmeldung in Thüringen impfen lassen können.

Arnstadt | Landrätin fordert Katastrophenfall

Die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, hat für Thüringen das Ausrufen des Katastrophenfalls gefordert. Enders sagte, die derzeitige Lage sei so ernst und kritisch wie nie zuvor. Das Gesundheitssystem drohe zu kollabieren, wenn jetzt nicht gehandelt werde. Die Ilm-Kreis-Kliniken haben ihre Belastungsgrenze laut Enders personell bereits überschritten.

Personelle und materielle Reserven könnten laut Enders mit einem landesweiten Katastrophenfall besser genutzt werde; den Katastrophenfall nur für den Landkreis auszurufen bringe nichts. Ab Montag unterstützen 25 Bundeswehrsoldaten die Krankenhäuser in Ilmenau und Arnstadt.

Hildburg­hausen | Landrat für allgemeine Impfpflicht

Thomas Müller (CDU), Landrat des Landkreises Hildburghausen, hat sich in der Wochenzeitung "Die Zeit" für eine allgemeine Impfflicht ausgesprochen. Anders werde man der Pandemie nicht mehr Herr, erklärte Müller mit Blick auf das hohe Infektionsgeschehen. "Bisher wurde auf Freiwilligkeit gesetzt, aber das hat uns nicht weitergebracht", so Müller.

Nach wie vor liegt die Impfquote im Kreis Hildburghausen unter der 50-Prozent-Marke. Laut Kassenärztlicher Vereinigung ließen sich dort bisher nur 48,5 Prozent der Menschen impfen. Das ist der niedrigste Wert in Thüringen.

Saalfeld | Sieben-Tage-Inzidenz fast bei 2.000

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat die Sieben-Tage-Inzidenz die Marke von 2.000 fast erreicht. Das Robert Koch-Institut meldete am Montagmorgen einen Wert von 1.911. Das ist der höchste Wert in Thüringen und der dritthöchste bundesweit.

In Thüringen insgesamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz seit vier Tagen über der Marke von 1.000 und damit mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Nur noch neun von 22 Landkreisen und kreisfreien Städten in Thüringen liegen unter dem Schwellenwert von 1.000.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

Leipziger Extremismusforscher fordert ein härteres Vorgehen der Polizei gegen Corona-Proteste +++ Kurzfristig keine Impfungen durch Apotheker +++ Sachsen will heute über epidemischen Lage entscheiden +++ Mehr überregionale News im MDR AKTUELL-Corona-Ticker:

Nord­hausen | 275 Menschen beim Impfen im Zeitungsdepot

Bei einer terminfreien Impfaktion im Nordhäuser Zeitungsdepot haben sich am Samstag 275 Menschen impfen lassen. Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, wurde das Angebot von der Funke-Mediengruppe und der Kassenärztlichen Vereinigung organisiert. Schon kurze Zeit nach dem Start habe sich eine lange Schlange gebildet.

Die Mediengruppe hatte zudem Impfungen in Sättelstedt, Schleiz, Bad Langensalza und Eisenberg angeboten. Insgesamt ließen sich rund 1.400 Menschen impfen.

Thüringen | Protest gegen Corona-Politik

Etwa 800 Menschen haben am Sonntagabend auf dem Gothaer Neumarkt gegen die Corona-Politik demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, liefen die Teilnehmer dann in zwei Gruppen getrennt voneinander durch die Stadt, meist ohne Masken und Mindestabstand. Bei einer Personenkontrolle wurden zwei Polizisten leicht verletzt.

Auch in Nordthüringen haben am Sonntag mehrere Hundert Menschen gegen die Corona-Regeln demonstriert. Die Polizei nahm nach Angaben des Einsatzleiters mehr als 30 Anzeigen auf. In Bad Langensalza waren etwa 350 Menschen auf der Straße, in Heiligenstadt etwa 150. Die meisten Demonstranten verzichteten auf Masken und Abstand, einige von ihnen gehören der sogenannten Reichsbürger-Szene an. Die Versammlungen waren nicht angemeldet. Die Polizei, die mit gut 50 Beamten im Einsatz war, sprach zahlreiche Platzverweise aus.

Jena / Eisenberg | Weniger Busse unterwegs

Ab Montag fahren in Jena und im Saale-Holzland-Kreis weniger Busse. Wie die JES Verkehrsgesellschaft auf ihrer Homepage mitteilt, fehlt es wegen der angespannten Corona-Lage an Personal.

Thüringen | Intensivpatienten liegen zwei bis drei Wochen

In Thüringen kostet die Behandlung eines Covid-Patienten auf der Intensivstation die Krankenkassen mehr als 1.000 Euro pro Tag. Nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft fallen für die Versorgung von invasiv beatmeten Patienten täglich bis zu 3.000 Euro an. Bei einer durchschnittlichen Liegezeit von zwei bis drei Wochen bezahlen die AOK Plus und die Barmer eigenen Angaben zufolge im Schnitt etwa 32.000 Euro.

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Thomas Eckermann leitet die Intensivstation in Hildburghausen. Er erzählt, wie er mit todkranken Covid-Patienten umgeht, die ungeimpft sind.

Sa 04.12.2021 06:00Uhr 02:53 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/video-corona-intensivstation-geimpft-ungeimpft-100.html

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Ohne invasive Beatmung seien es etwa 8.000 Euro. Nach Angaben des Divi-Registers wurden in Thüringer Krankenhäusern zuletzt etwa 220 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Etwa 60 Prozent der Patienten mussten invasiv beamtet werden. Die Mehrheit sei nicht gegen das Coronavirus geimpft.

Was bisher geschah | Corona-News vom Samstag, 04.12.2021

Quelle: MDR (mm,dr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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