Geimpft und genesen 2G ab Mitte November: Thüringen will Corona-Regeln verschärfen

2G soll in Thüringen früher gelten als geplant - der Beschluss dazu soll am kommenden Dienstag fallen, die Verordnung am 16. November in Kraft treten. Möglicherweise wird 2G (geimpft oder genesen) auch auf den Einzelhandel ausgeweitet. Kritik kommt aus der Wirtschaft: Es gebe zu viele offene Fragen.

Schild an der Tür mit der Aufschrift 2G-Nachweispflicht
Spätestens ab kommendem Donnerstag soll in Thüringen flächenddeckend die 2G-Nachweispflicht gelten. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Update vom 16. November 2021: Die 2G-Pflicht in vielen Bereichen ist beschlossen worden. Mehr zu den neuen Thüringer Corona-Regeln.

Die 2G-Regel soll in Thüringen früher als bisher geplant flächendeckend gelten. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN will das Kabinett am Dienstag darüber entscheiden. Die Landesregierung wird sich dann mit einer neuen Verordnung beschäftigen, in der die 2G-Regel verankert werden solle, bestätigte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

Werner verteidigte die geplante Verschärfung der Corona-Regeln. Sie sagte MDR THÜRINGEN, angesichts der Inzidenzen zähle jeder Tag, um die Infektionsketten schnell zu unterbrechen. Sonst drohe die Gefahr, dass die Intensivstationen die Lage nicht mehr bewältigen könnten. Ihrer Einschätzung nach verstehen die allermeisten Menschen, dass 2G in Thüringen notwendig ist.

2G-Regelung in Thüringen voraussichtlich ab Donnerstag

Die neuen Regeln sollen am kommenden Dienstag vom Kabinett beschlossen und voraussichtlich am Donnerstag landesweit in Kraft treten. Die Landkreise und kreisfreien Städte müssen die neuen Vorschriften dann laut Werner auch zwingend anwenden. Eine Beteiligung des Landtags sei nicht nötig, so die Ministerin. Sie machte zudem klar, dass 2G nicht reichen werde, um die Pandemie einzugrenzen. Dafür müssten sich noch mehr Menschen impfen lassen oder eine Auffrisch-Impfung erhalten.

Den Plänen zufolge sollen nur noch gegen Corona Geimpfte und nachweislich Genesene in gastronomische Betriebe, Hotels, Sportstätten oder kulturelle Einrichtungen dürfen.

Wo 2G gelten soll - und wo nicht 2G als Pflicht ist laut Gesundheitsministerin Heike Werner bislang unter anderem in folgenden Bereichen geplant:

- in der Gastronomie, also Bars, Restaurants oder Kneipen
- im Freizeitbereich, also zum Beispiel in Schwimmhallen oder Saunen
- in Beherbergungsbetrieben

Ausgenommen von 2G sein sollen unter anderem:

- der Einzelhandel
- körpernahe Dienstleistungen wie Friseure oder Kosmetik
- Bildungseinrichtungen
- der Öffentliche Personennahverkehr
- Sozial- und Gesundheitseinrichtungen oder Beratungsstellen

Dort, wo eine 2G-Pflicht eingeführt wird, soll es auch für die Beschäftigten strenge Regeln geben. Es würde laut Werner nach jetzigem Stand bedeuten, dass ungeimpfte Beschäftigte mit Kundenkontakt einen PCR-Test haben und eine FFP2-Maske tragen müssen.

Zwischenzeitlich hieß es, die 2G-Regel sollte flächendeckend noch am Dienstag in Kraft treten. Doch dies ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums rechtlich nicht möglich. Zeitweise war auch über eine Ausweitung von 2G auf den Einzelhandel diskutiert worden. Dazu machte die Ministerin jedoch klar, dass dieser Bereich zur Daseinsvorsorge zähle. Außerdem solle es im Einzelhandel weitere Infektionsschutzmaßnahmen wie Abstandsgebot und Hygieneregeln geben. "Die Menschen halten sich nur für eine begrenzte Zeit im Einzelhandel auf", sagte Werner.

Zettel neben Geschäft weist auf 3G-Regel und Zutritt nur für Geimpfte, Getestete und Getestete hin
Diskutiert wurde zeitweise auch, ob die 2G-Regel auf den Einzelhandel ausgeweitet werden soll. Das würde bedeuten, dass zu manchen Geschäften nur noch Geimpfte oder nachweislich Genesene Zutritt hätten. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Wirtschaft kritisiert 2G-Pläne

Die Thüringer Wirtschaft kritisiert indes die Pläne, die Corona-Regeln zu verschärfen. Dirk Ellinger vom Hotel- und Gaststättenverband sagte MDR THÜRINGEN, mit der landesweiten Einführung von 2G könnten zwar die unterschiedlichen Allgemeinverfügungen der Kommunen aufgehoben und eine einheitliche Rechtslage geschaffen werden. Verbunden mit 2G seien aber auch viele offene Fragen. Bisher sei offen, ob die Gastwirte und Hoteliers mit der Verschärfung den Impfstatus von ihren Beschäftigen abfragen dürften. Es sei unklar, wer den Lohn zahle, wenn der Mitarbeiter nicht geimpft ist und deshalb keinen Zutritt zum Arbeitsplatz erhalten könne. Diese Fragen hätte die Politik längst klären können. Wegen der unklaren Rechtslage würden auch schon wieder Weihnachts- und Betriebsfeiern storniert.

Ähnlich hatte sich zuvor die IHK Erfurt geäußert. Ihren Angaben nach muss vorher klar sein, wer welche Befugnisse und Pflichten hat. Ansonsten reagierten die Unternehmen mit Frust und Unverständnis.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/the, uka, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 12. November 2021 | 08:00 Uhr

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