Pandemie Bislang über 60.000 Corona-Impfdurchbrüche in Thüringen

Etwa 60.000 Thüringer sind trotz vollständigen Impfschutzes gegen das Coronavirus an Covid-19 erkrankt. Der Anteil der Impfdurchbrüche an allen Corona-Erkrankungen und Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus ist gering. Für den vollständigen Impfstatus werden im Regelfall mindestens zwei Impfungen benötigt. Als Schutz gegen die aktuell vorherrschende Omikron-Variante empfiehlt das RKI eine Auffrischungsimpfung.

Ein Apotheker bereitet eine Spritze mit einer Dosis des Impfstoffs von Moderna vor bei einer Impfaktion in der Zentrale des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Rheinland-Pfalz.
Rund 22.000 Impfdurchbrüche wurden bei Menschen mit Corona-Auffrischungsimpfung registriert. Bildrechte: dpa

Trotz vollständigen Impfschutzes sind bislang über 60.000 Menschen in Thüringen an Covid-19 erkrankt. Rund 22.000 Impfdurchbrüche wurden bei Menschen mit Auffrischungsimpfung registriert. Das Gesundheitsministerium führte diese Daten am Freitag in seinem Corona-Wochenbericht auf. Knapp 41.000 solcher Fälle wurden bei Menschen mit Grundimmunisierung verzeichnet. Insgesamt wurden rund 363.000 symptomatische Corona-Erkrankte gezählt - die Mehrheit war nicht vollständig geimpft.

Rund 1.300 Menschen kamen mit einem Impfdurchbruch wegen Covid-19 ins Krankenhaus, 240 davon hatten bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, also in der Regel die dritte Spritze. Insgesamt wurden den Zahlen zufolge knapp 14.500 Thüringer stationär wegen Covid-19 behandelt.

Anteil Geimpfter bei Corona-Intensivpatienten und Toten gering

Auf den Intensivstationen mussten 135 Menschen mit einer Grundimmunisierung behandelt werden, 19 davon hatten bereits eine dritte Impfung. Das waren rund sechs Prozent der knapp 2.200 Corona-Intensivpatienten, die bisher im Freistaat verzeichnet wurden. 

Unter den insgesamt 7.274 an oder mit Corona gestorbenen Thüringern verzeichnete das Ministerium 448 Menschen mit Impfdurchbruch - also ein Anteil von sechs Prozent. Das Durchschnittsalter lag bei 83 Jahren. Davon hätten 69 bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Knapp 70 Prozent doppelt gegen Coronavirus geimpft

In Thüringen haben bislang rund 1,47 Millionen Menschen und damit rund 69 Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Impfdosen erhalten. Das Ministerium wies darauf hin, dass Angaben zum Impfschutz bei 41,5 Prozent der gemeldeten Corona-Fälle vorlagen.

Impfdurchbrüche sind den Angaben zufolge als symptomatische Corona-Fälle mit vollständigem Impfschutz definiert. Ein vollständiger Impfschutz liegt 14 Tage nach einer zweiten Impfung vor oder sobald Genesene eine erste Impfung erhalten haben.

RKI empfiehlt wegen Omikron Auffrischungsimpfung

Experten hatten schon lange darauf hingewiesen, dass mit Fortschreiten der Impfkampagne auch die Zahl der Impfdurchbrüche steigen werde, weil generell mehr Menschen geimpft sind. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge lässt die Wirkung der Impfungen gegenüber der mittlerweile vorherrschenden Omikron-Variante zudem mit der Zeit deutlich nach. Impfungen gelten bei Omikron auch als weniger wirksam als bei der zuvor vorherrschenden Delta-Variante.

Ein guter Schutz gegen Omikron könne aber mit einer Auffrischungsimpfung erreicht werden, hieß es vom RKI.

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MDR (ls), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Mai 2022 | 15:00 Uhr

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