Pandemiegeschehen Corona-Inzidenz sinkt weiter - Sonderimpfung in Thüringen gestartet

Die Corona-Infektionszahlen sinken in Thüringen weiter. Bei einer Sonderaktion konnten sich am Wochenende Thüringer mit dem Wirkstoff von Astrazeneca impfen lassen. Viele Menschen nutzten das Angebot.

Eine Frau lässt sich Impfen, Weimar, Thüringen.
Übrige Bestände des Impfstoffs von Astrazeneca wurden in Thüringen in einer Sonderaktion am Wochenende verimpft. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Die Corona-Infektionszahlen in Thüringen sinken weiter. Unter anderem hat mit Hildburghausen der letzte Thüringer Landkreis die Bundesnotbremse verlassen, nachdem auch dort die Inzidenz konstant fünf Werktage unter 100 lag. Hildburghausen galt über Wochen als bundesweiter Corona-Hotspot.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Thüringen verringerte sich nach Zahlen des Robert Koch-Instituts von Sonntag weiter auf 16 - am Samstag waren es noch 18. Damit blieb sie erneut unter dem bundesweiten Wert von 17. Allerdings ist bei den Angaben zu berücksichtigen, dass am Wochenende möglicherweise nicht alle Daten von den Gesundheitsämtern gemeldet werden.

Alle Thüringer Landkreise lagen bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen am Sonntag unter der Marke von 50. Das galt auch für den Unstrut-Hainich-Kreis mit 46. Bei einer über mehrere Tage stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 sind nach der Thüringer Corona-Verordnung weitere Lockerungen möglich. Thüringen war monatelang das Bundesland, das am stärksten von der Pandemie betroffen war. Im Juni war die Sieben-Tage-Inzidenz jedoch schnell gesunken.

Astrazeneca-Vorräte bei Sonderaktion verimpft

In zahlreichen Corona-Impfstellen in Thüringen lief am Samstag und Sonntag eine Impf-Sonderaktion. Wegen der hohen Nachfrage seien zusätzlich zu den zunächst rund 6.000 Impfterminen noch weitere freigeschaltet worden, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung, am Samstag.

Gespritzt wurden bei der Sonderaktion Astrazeneca-Vorräte, die ursprünglich für Zweitimpfungen bei Menschen unter 60 Jahre vorgesehen waren. Nach Berichten über seltene Hirnvenenthrombosen - Verstopfungen der Hirnvene durch Blutgerinnsel - im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zunächst beschlossen, das Vakzin nur noch für die Altersgruppe ab 60 Jahre einzusetzen.

Jüngere Menschen, die es wünschen, können sich dennoch nach ärztlicher Aufklärung weiterhin damit impfen lassen. Inzwischen ist die Impf-Reihenfolge mit dem Vorrang für bestimmte Alters- und Berufsgruppen sowie Vorerkrankte bundesweit ohnehin aufgehoben.

Zweitimpfungen bereits geplant - Termin vor Sommerferien

Die Zweitimpfung bei der Sonderaktion ist bereits in sechs Wochen geplant, am Wochenende 24./25. Juli. Dies hänge mit organisatorisch-logistischen Gründen zusammen, sagte Mertz. "An diesem Wochenende laufen ohnehin Folgetermine für Astrazeneca-Impfungen in den Impfstellen und -zentren, da lässt sich das praktisch gut vereinbaren." Dass der Termin auf den Beginn der Sommerferien fällt, hatte zu Spekulationen geführt, die KV wolle damit Familien mit Urlaubsplänen entgegen kommen. Mertz wies das zurück.

Die Zulassungsbestimmungen für den Astrazeneca-Wirkstoff sehen laut Mertz einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen zwischen beiden Impfungen vor. Bei der bisherigen Terminvergabe wurde in der Regel der Maximalzeitraum ausgereizt. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts war bis Samstag mehr als ein Viertel (25,6 Prozent) der Thüringer Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Juni 2021 | 14:30 Uhr

1 Kommentar

ElBuffo vor 5 Wochen

Wo kommen denn ständig Tausende Dosen für solche Sonderaktionen her, wo ich ständig Rentner barmen höre, dass sie noch keinen Termin abbekommen hätten.

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