Bundesweite Initiative Corona-Impfungen: Thüringen beteiligt sich an Aktionswoche

Ohne Termin gegen Corona impfen lassen - das soll eine bundesweite Aktionswoche ermöglichen, die am Montag beginnt. Auch Thüringen beteiligt sich an der Initiative, mit der die Impfquote gesteigert werden soll.

Auch Thüringen beteiligt sich mit lokalen Aktionen #HierWirdGeimpft an der bundesweiten Impf-Woche. Wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung sagte, liegt der Fokus auf dem Süden des Landes. Dort seien Impfbusse und mobile Impfteams unterwegs. Zudem würden Volkshochschulen, Bürger- und Schützenhäuser einbezogen.

So werden beispielsweise im Landkreis Hildburghausen am Dienstag im Kulturhaus in Gießübel und im Schützenhaus in Themar sowie am Mittwoch in Crock und Straufhain Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson angeboten. Am kommenden Wochenende sind den Angaben nach Impfungen am Zughafen Erfurt und auf dem Theaterfest Rudolstadt geplant. Impfwillige müssen lediglich einen Ausweis und - sofern vorhanden - ihren Impfpass mitbringen.

Mit der bundesweiten Impf-Aktionswoche will die Bundesregierung mehr Menschen für die Immunisierung gegen das Coronavirus gewinnen. An vielen Orten sollen möglichst viele Menschen angesprochen und ihnen auf einfachem Wege Impfungen ermöglicht werden, heißt es.

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Bischof Neymeyr: Impfen kommt allen Menschen zugute

Zum Beginn der Aktionswoche hat sich auch der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr das Impfen gegen das Coronavirus ausgesprochen. Er sagte, aus seiner Sicht sei das Coronavirus nur durch Impfungen zu besiegen. Der Impfstoff müsse allen Menschen weltweit zu Verfügung stehen. Schließlich sei das Virus auch weltweit aktiv.

Den Menschen, die Bedenken haben, rate er, die Beipackzettel der Medikamente zu lesen, die sie einnähmen. Alle Medikamente hätten Risiken und könnten Nebenwirkungen haben. Der Nutzen überwiege in den allermeisten Fällen. Wenn es um Covid-19 geht, komme dies nicht nur den Geimpften, sondern allen Menschen zugute.

Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistums Erfurt, spricht im Bischöflichen Ordinariat.
Bischof Ulrich Neymeyr spricht sich für das Impfen gegen das Coronavirus aus. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Uni Erfurt: Anteil harter Impfverweigerer relativ klein

Der Anteil harter Impfverweigerer ist deutschlandweit relativ klein. Das ergaben Umfragen der Universität Erfurt. Demnach gibt es in Deutschland nach wie vor Ungeimpfte, die bereits sind, sich impfen zu lassen. Die Professorin für Gesundheitskommunikation der Universität Erfurt, Cornelia Betsch, sagte, Umfragen unter Ungeimpften zeigten, dass 20 Prozent von ihnen grundsätzlich bereit seien, sich impfen zu lassen. Ein weiteres Viertel zögerte noch und müsste mit Informationen überzeugt werden.

Betsch zufolge sind unter den Ungeimpften vor allem noch junge Leute und Menschen mit niedriger Bildung oder auch Migrationshintergrund. Aber auch Frauen, die befürchten, durch die Impfung unfruchtbar zu werden, gehören dazu. Laut Betsch ist die Impfbereitschaft zudem in den neuen Bundesländern geringer. Das könne daran liegen, weil dort das Vertrauen in die staatlichen Institutionen grundsätzlich kleiner ist.

Prof. Dr. Cornelia Betsch
Die Professorin für Gesundheitskommunikation der Universität Erfurt, Cornelia Betsch, hat herausgefunden, dass der harte Kern der Impfverweigerer relativ klein ist. (Archivfoto) Bildrechte: ARD.de

Betsch, aber auch andere Wissenschaftler wie Katrin Schmelz von der Uni Konstanz und Felix Rebitschek vom brandenburgischen Harding Zentrum für Risikokompetenz sehen deshalb jetzt weniger den Staat in der Pflicht. Vielmehr sollte mehr von Ärzten, von den Arbeitgebern oder in den Vereinen aufgeklärt werden.

Thüringen im Bundesvergleich hinten

In Thüringen sind laut Robert-Koch-Institut inzwischen knapp 57 Prozent der Bevölkerung geimpft. Damit liegt der Freistaat im Bundesvergleich auf dem drittletzten Platz - vor Brandenburg und Sachsen. Die Quote der vollständigen Impfungen liegt deutschlandweit bei knapp 62 Prozent. Thüringenweit bildet der Landkreis Hildburghausen das Schlusslicht. dort wurden bislang rund 43 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt inzwischen eine Impfung gegen das Coronavirus für alle Menschen ab zwölf Jahren. In Thüringen wird vom Gesundheitsministerium seit Anfang September auch eine Auffrischungsimpfung angeboten. Das Angebot richtet sich zunächst vor allem an Menschen über 80 Jahre, Personen mit Immunschwäche und an Beschäftigte in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen, deren vollständige Immunisierung inzwischen mehr als sechs Monate her ist.

Impfungen in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. September 2021 | 08:00 Uhr

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