Corona-Pandemie Viele Thüringer drängen auf früheren zweiten Impftermin

Aufgrund ihrer Urlaubsplanungen wollen viele Thüringer ihren zweiten Corona-Impftermin vorziehen. Der Wunsch wird meist von Menschen über 60 Jahren geäußert. Dabei geht es meistens um Impfungen mit Astrazeneca.

Impfstoff wird auf eine Spritze aufgezogen.
Die Verschiebung eines vereinbarten Zweittermins ist laut KV mit einem massiven Aufwand verbunden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Impfzentren, Impfstellen und Hausarztpraxen in Thüringen sehen sich zunehmend mit der Ungeduld von Menschen konfrontiert, die vollständig gegen Covid-19 geimpft in den Sommerurlaub fahren wollen. Für etwa 1.000 bereits vereinbarte Zweittermine in Impfzentren und -stellen gebe es aktuell den Wunsch, sie vorzuziehen, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), der Deutschen Presse-Agentur.

Meistens werde Urlaub als Grund angegeben - und meistens seien es Menschen über 60 Jahre, die diesen Wunsch äußerten. Dabei gehe es fast immer um Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca.

Ton wird fordernder

"Es kommt auch immer öfter vor, dass Menschen beim Folgetermin einer Astrazeneca-Impfung einfach so wegbleiben", ergänzte er. "Teilweise auch, weil sie beim Hausarzt schneller an die Reihe kommen." Hintergrund ist der von manchen Menschen als zu lang empfundene Zeitraum von 12 Wochen zwischen zwei Astrazeneca-Impfungen. Dieser sei in den Impfempfehlungen festgelegt worden, weil damit der beste Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung erzielt werde, sagte Mertz.

Auch der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart, beobachtet einen zuweilen fordernder werdenden Ton bei Impfwilligen. "Meistens sind die Patienten aber noch geduldig", sagte er. Die Zweitimpfung sei für sie schließlich garantiert. "Aber eben nicht nach Wunschtermin."

Keine Probleme bei Biontech-Impfstoff

Die Verschiebung bereits eingetakteter Zweittermine sei mit einem massiven Aufwand verbunden, sagte Mertz. "Das werden wir nicht bei allen schaffen." Andererseits handele es sich bei der Impfung um ein Angebot: "Das kann man annehmen oder man lässt es." Das Gros der Astrazeneca-Impfungen in den zentralen Anlaufstellen solle ohnehin bis Mitte Juni erledigt sein.

Für Juni habe Thüringen keinen weiteren Astrazeneca-Impfstoff bestellt. Beim Vakzin von Biontech/Pfizer, bei dem sechs Wochen zwischen den zwei Spritzen liegen, werden laut KV derzeit keine Probleme mit der Verschiebung von Terminen beobachtet.

In den großen Impfzentren in Erfurt, Gera und Meiningen, in den 29 regionalen Impfstellen sowie den Arztpraxen in Thüringen werden derzeit täglich um die 10.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Mai 2021 | 13:00 Uhr

39 Kommentare

Matthi vor 21 Wochen

Warten wir doch mal ab wie die Regeln im Sommer Urlaub sind. Wenn es den 12 Wochen Abstand bei Astra. gibt ist das eben so daran sollten sich die Impfärzte halten vor allem weil viele Bundesbürger in dieser Zeit eine Erstimpfung bekommen könnten und auch einen ersten Schutz gegen Corona haben.

martin vor 21 Wochen

Selbstverständlich können Sie einen Urlaub in Tirol - aus welchen Gründen auch immer - bevorzugen. Aber der darüber hinaus gehende Teil Ihres Beitrags geht an der Realität ziemlich vorbei - abgesehen davon, dass das Wetter hier im Sommer möglicherweise schlechter als in Tirol ist.

martin vor 21 Wochen

@frau sauer: Ich habe zwar keine Ahnung, was Sie persönlich sich von einem Ostseeurlaub erhoffen und - mit Verlaub - es interessiert mich auch nicht. "Man" wird allerdings durchaus einen angenehmen Urlaub (auch) an der Ostsee verbringen können, wie bereits die Regeln für Pfingsten und kurz danach deutlich machen.

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