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Informationen zu Corona-Impfungen wie etwa zur Terminvergabe oder zur Schutzwirkung sind auf dem Flyer zusammengefasst. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

PandemieThüringen wirbt in schwer erreichbaren Gruppen für Corona-Impfung

von MDR THÜRINGEN

Stand: 12. Juli 2021, 19:32 Uhr

In Thüringen sollen Informationen über Corona-Impfungen für schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen leichter zugänglich werden. Hintergrund: Laut Studien hängt das Corona-Risiko auch von den Lebensverhältnissen ab.

Thüringen startet eine Informationskampagne zur Corona-Schutzimpfung für schwer erreichbare und fremdsprachige Bevölkerungsgruppen. Mit zunehmendem Impffortschritt werde es immer wichtiger, auch die Menschen beim Thema Impfen einzubeziehen, die aufgrund ihrer Lebensumstände oder weil sie eine andere Sprache sprächen, schwieriger erreichbar seien als andere, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Montag. Ihr Haus habe alle bestehenden Informationen noch einmal gebündelt und für verschiedene Sprachen aufbereitet.

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Studie: Corona-Risiko hängt von Lebensverhältnissen ab

Erst kürzlich habe eine Studie der Universität Mainz gezeigt, dass schlechtere Lebensverhältnisse die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus erhöhten. Umso wichtiger sei das Impfen.

"Menschen in schwierigen Lebenssituationen sollten keine gesundheitlichen Nachteile davontragen, weil sie schlechter an Informationen herankommen oder diese schwer bis gar nicht für sie verständlich sind", erklärte die Ministerin.

Informationen in mehreren Sprachen zusammengefasst  

Die bestehenden Informationen zu Terminvergabe, Schutzwirkung und Faktenwissen seien auf einem Flyer zusammengefasst worden. Sie sollen nun 225 Stadtteilprojekten und Beratungsstellen im Land zur Verfügung gestellt und darüber hinaus in sozial benachteiligten Quartieren verteilt werden.

Für fremdsprachige Bevölkerungsgruppen erfolgte laut Ministerium zudem eine Übersetzung der Informationen in eine ganze Reihe anderer Sprachen wie Arabisch, Englisch, Farsi, Rumänisch, Tigrinisch und Türkisch. Die fremdsprachigen Flyer würden demnächst auf der Homepage des Ministeriums zum Ausdrucken veröffentlicht.

FDP fordert neue Wege beim Bewerten der Pandemielage

Unterdessen fordert die FDP-Fraktion in Thüringen ein Beurteilen der Pandemielage nicht allein anhand der Inzidenzwerte. Fraktionschef Thomas Kemmerich sagte, für eine realistische Einschätzung gebe es andere, wissenschaftlich begründete Parameter. So müssten die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem auch an der Hospitalisierungsrate gemessen werden.

Eine steigende Inzidenz bei gleichzeitig zunehmender Immunisierung der Bevölkerung sei wenig aussagekräftig. Das "sklavische Festhalten" an Inzidenzwerten sei schon vor Monaten falsch gewesen, so Kemmerich.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,epd

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Juli 2021 | 20:00 Uhr