Pandemie Thüringer Ärzte hoffen auf höheres Corona-Impfinteresse nach Sommerferien

In Thüringen war zuletzt die Anzahl der Arztpraxen, die Corona-Impfungen anbieten, deutlich gesunken. Dafür gibt es auch ganz praktische Gründe. Die Kassenärztliche Vereinigung rechnet damit, dass die Ärzte nach den Sommerferien wieder mehr Injektionen verabreichen werden.

Ist die Ampulle von Biontech einmal geöffnet, muss der Impfstoff innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Mal eben eine Corona-Impfung im Praxisalltag dazwischenschieben, geht damit kaum.
In Thüringen sind nun auch Auffrischungsimpfungen möglich. (Symbolfoto) Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen rechnet damit, dass das Interesse an Corona-Impfungen in den Praxen niedergelassener Ärzte nach den Sommerferien wieder zunimmt. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass die Ständige Impfkommission die Impfung von zwölf- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen jetzt empfehle, wie die KV-Vorsitzende Annette Rommel am Dienstag mitteilte. Eltern und Kinder könnten sich mit diesem Thema auseinandersetzen und Rat beim Arzt ihres Vertrauens einholen.

Zuletzt war in Thüringen die Zahl der Praxen, die Corona-Impfungen anbieten, deutlich gesunken. Aktuell impfen laut KV rund 600 niedergelassene Ärzte, darunter 518 Haus- und 30 Kinderärzte.

Ärzte unterbrechen Impfungen in Urlaubszeit

Noch im Mai hatten sich wöchentlich rund 1.100 Mediziner in ihren Praxen an der Impfkampagne beteiligt. Beim Rückgang spielt nach KV-Einschätzung nicht nur die zunehmende Impfmüdigkeit der Menschen eine Rolle. Es gebe auch praktische Gründe. So lieferten die Impfstoffhersteller die Ampullen mit den nur begrenzt haltbaren Vakzinen in relativ großem Volumen.

Bei zu wenig Impfwilligen fürchteten Mediziner, nicht alle angebrochenen Fläschchen aufbrauchen zu können. "Wenn Verwurf schon bei Bestellung droht, ist anzunehmen, dass Ärzte von einer Bestellung ganz absehen", sagte ein Sprecher. Zudem seien die Impfungen in den Praxen auch wegen der Urlaubszeit von Ärzten zeitweise unterbrochen gewesen.

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 67 min
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MDR AKTUELL Di 24.08.2021 15:45Uhr 66:30 min

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Auffrischungsimpfungen in Thüringen möglich

Ab sofort sind in Thüringen zudem Auffrischungsimpfungen möglich. Das betrifft vor allem Menschen über 80 Jahre, Immungeschwächte und das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

In Thüringen waren bis Dienstag nach Zahlen des Robert Koch-Instituts 55,7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, nur Brandenburg (54,9 Prozent) weist einen geringeren Anteil komplett Geimpfter auf. Im Bundesdurchschnitt liegt deren Anteil bei 60,5 Prozent der Bevölkerung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. September 2021 | 09:00 Uhr

6 Kommentare

martin vor 20 Wochen

Die "Arschkarte" haben dann nicht nur die Menschen, deren Namen dann in der Zeitung erscheinen, sondern auch deren Angehörige & Freunde, das Pflegepersonal in den Krankenhäusern (nebst sozialem Umfeld) sowie die Patienten, deren Behandlung wieder verschoben werden müssen.

martin vor 20 Wochen

Falls Sie damit meinen "künstlich am Kochen gehalten" stimme ich Ihnen nicht zu. Das schafft das Virus schon allein dadurch, dass die Zahlen nach Urlaubsrückkehr, Schulbeginn und herbstlicher Witterung wieder deutlich ansteigen werden.

Das Pflegepersonal und die Patienten, deren Behandlungen verschoben werden müssen, freuen sich bestimmt.

*Sicherheitshinweis* Wer Ironie oder Ähnliches findet, darf das behalten.

martin vor 20 Wochen

Und wer sollte den Nachschlag Ihrer Meinung nach bezahlen? Die Bestatter-Lobbyisten werden das vermutlich nicht tun - für die bedeutet eine hohe Quote ungeimpfter Menschen doch ein "todsicheres" Geschäft.

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