Fragen und Antworten Corona-Impfung für Kinder: Wo und wann sie in Thüringen möglich ist

Die ersten 3.500 Termine für Kinder-Impfungen in Thüringen sind vereinbart worden. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde Ema grünes Licht gegeben für die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Antworten auf häufige Fragen im Überblick.

Eine Kinderärztin impft einen Jungen mit einem Corona-Impfstoff.
Ab 15. Dezember können Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Bildrechte: dpa

Ab wann können Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Thüringen geimpft werden?

Geimpft wird ab dem 15. Dezember. Die Termine sind im zentralen Impfportal buchbar. Mädchen und Jungen zwischen fünf und elf Jahren können laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) bis zum 23. Dezember zunächst nachmittags in ausgewählten Impfstellen geimpft werden. Auch Zweittermine im Januar werden gleich mit vergeben. Zwischen erster und zweiter Impfung soll nur drei Wochen gewartet werden.

Ab dem 27. Dezember soll das Angebot laut KV auf alle Impfstellen des Landes ausgeweitet werden. Dann sollen sich Kinder überall nachmittags impfen lassen können. Je nach Resonanz könnten die Zeiten im neuen Jahr auf Vormittage und Wochenenden ausgeweitet werden. Ausgesetzt wird das Angebot demnach an Silvester und dem Wochenende nach Neujahr.

Wo und von wem können Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Thüringen geimpft werden?

Niedergelassene Kinder- und Jugendärzte, die Fünf- bis Elfjährige gegen Corona impfen wollen, müssen Impfstoff in bestimmter Höhe bestellen. Eine "Vial" genannte Ampulle enthält zehn Einzeldosen. Es soll nur bestellt werden, wenn die jeweilige Praxis diese zehn Dosen auch verimpfen kann. Wie der Thüringer Hausärzteverband mitteilte, werden zu Beginn etwa 100 Thüringer Hausarztpraxen die nun begonnene Impfkampagne des Landes für jüngere Kinder unterstützen.

Außerdem bieten ab Mittwoch, 15. Dezember, einige Impfstellen die speziellen Kinderimpfungen an. Zunächst startet das Angebot in Sömmerda, Leinefelde, Erfurt (KKH) und Gera. Termine an den anderen Impfstellen in Thüringen werden in der Woche nach Weihnachten freigeschaltet. An allen Impfstellen ist entweder ein Kinderarzt im Einsatz oder ein Arzt, der im Umgang mit Kindern versiert ist. Es ist mehr Zeit für die Beratung eingeplant als bei Erwachsenenimpfungen üblich.

Die Stadt Jena will ab Mitte Dezember ein zweites kommunales Impfzentrum speziell für Kinder im Volkshaus eröffnen. Dort soll mit und ohne Termin geimpft werden. Termine können über das Portal der Kassenärztlichen Vereinigung vergeben werden. Das Angebot richtet sich laut der Stadt Jena vor allem an Eltern aus der Region, die ihre fünf bis elf Jahre alten Kinder impfen lassen wollen.

Wo genau finden Impfungen für Kinder statt?

  • 15. - 23.12.2021: Katholisches Krankenhaus Erfurt, vormittags und nachmittags, Montag bis Freitag
  • ab 16.12.2021: Jena (Impfzentrum Volkshaus), 9 - 19 Uhr, täglich
  • 16. - 23.12.21: Gera, Leinefelde, Sömmerda (Impfstellen), vormittags und nachmittags, Montag bis Freitag
  • 21.12.2021: Weimarhalle Weimar: "Weihnachtsimpfen für Groß und Klein" (mit Überraschung)
  • ab 27.12.21: an allen Impfstellen in Thüringen, nachmittags, Montag bis Freitag

Welcher Impfstoff wird für Kinder zwischen und fünf und elf Jahren verwendet?

Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Ständige Impfkommission (Stiko) zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. 

Die Europäischen Arzneimittelagentur Ema hatte Ende November den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren freigegeben. Der Schritt ist vom EU-Parlament begrüßt worden. Das Vakzin ist bisher der einzige zugelassene Impfstoff für Kinder in der betreffenden Altersgruppe.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte äußerte sich in einer Pressemitteilung positiv zur Zulassung des Kinder-Impfstoffs. Er betont darin aber auch: "Die Annahme, dass die Impfung bei jungen Kindern einen anhaltenden Einfluss auf die Übertragungsrate des Virus nehmen wird, ist unbestätigt. Insoweit ist die Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Impfindikation bei jungen Kindern besonders sorgfältig zu überprüfen und nicht so offensichtlich wie bei der Impfung von Erwachsenen. Die Forderung nach Impfungen der jungen Kinder zur Verhinderung eines allgemeinen Lockdowns ist nicht verhältnismäßig. Der Eigennutz für das Kind muss im Vordergrund stehen."

Auf welcher Grundlage wurde der Kinder-Impfstoff zugelassen?

Laut Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland (VFA) ist die Grundlage der Zulassungsempfehlung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren eine im März 2021 begonnene Studie. Sie wurde mit Kindern ab sechs Monaten bis unter zwölf Jahren durchgeführt. Die Studie sei als Phase I/II/III-Studie angelegt, bei der jeweils nach Erreichen bestimmter Zielwerte die nächste Phase eingeläutet werde. Details zur Studie und Impfstoffentwicklung erklärt der VFA auf seiner Website.

Gibt es eine Impfempfehlung der Stiko?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt die Corona-Impfung für jüngere Kinder mit Vorerkrankung. Aber auch gesunde Kinder sollen auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können; die Empfehlung der Stiko ist keine zwingende Voraussetzung, um Kinder impfen lassen zu können.

Die Stiko wies am 9. Dezember "erneut und nachdrücklich darauf hin", dass Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie andere in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen tätige Menschen "dringend das Impfangebot inklusive Auffrischimpfung für sich wahrnehmen sollen".

Impfempfehlungen der Stiko gelten als medizinischer Standard und sind für viele Ärzte eine wichtige Richtschnur. Je nach Wissensstand hat das Gremium seine Impfempfehlungen immer wieder angepasst. Auch die Impfung für Kinder ab 12 Jahren war zunächst nur bei Vorerkrankungen empfohlen und später auf die gesamte Altersgruppe ausgeweitet worden.

Wo finde ich weitere Informationen?

Künftig gibt es ausführliche Informationen auch auf der offiziellen Website des Freistaats Thüringen: www.impfen-thueringen.de. Die Seite wird aktuell angepasst. Grundsätzliche Informationen gibt es aber bereits, mit diesen können sich Kinder und Eltern auch schon vertraut machen.

Außerdem werden beim Impftermin selbst ausführliche Informationsgespräche von Kinderärzten angeboten.

Wo kann ich einen Termin ausmachen?

Online auf der Website der KV Thüringen: Impf-Terminvergabe Thüringen

Was muss ich mitbringen?

Neben der Erklärung des beim Impfen nicht anwesenden Erziehungsberechtigten, sind der Impfausweis mitzubringen und die Krankenversicherungskarte des Kindes.

Müssen beide Elternteile dabei sein?

Nein, aber es müssen beide Elternteile ihr Einverständnis erklärt haben. Eine entsprechende Erklärung kann zum Impftermin selbst mitgebracht werden. Bei der Impfung selbst muss nur ein Erziehungsberechtigter dabei sein.

Kann ich mich gleich mit impfen lassen?

Eher nicht. Die KVT hat für den Anfang separate Termine für Kinder eingeplant und diese zeitlich auch etwas anders getaktet, weil man davon ausgeht, dass für die Beratung unter Einbeziehung der Kinder mehr Zeit benötigt wird. Zu diesen Terminen sind auch die Kinderärzte extra eingeplant.

Ist in Thüringen genug Biontech-Impfstoff vorrätig, um Kinder zu impfen?

Der Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren hat laut Thüringer Gesundheitsministerium eine angepasste, geringere Dosierung als der herkömmliche Biontech-Impfstoff. Insofern spielt der Impfstoffengpass bei dem herkömmlichen Biontech-Impfstoff für die Kinderimpfungen keine Rolle, weil er für diese Altersgruppen nicht verwendet werden kann.

Wie viele Impfdosen erhält Thüringen?

In einer ersten Tranche soll Deutschland rund 2,4 Millionen Dosen des speziellen Impfstoffs für Kinder erhalten. Weitere Lieferungen würden im Laufe des Januars 2022 erfolgen, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit. Zur Verteilung der Impfdosen laufen laut Thüringer Gesundheitsministerium noch die Abstimmungen in der Gesundheitsministerkonferenz.

Bis Ende Januar könnten den Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen rund zwei Drittel der etwa 130.700 impfberechtigten Kinder in der Altersgruppe ihre Erstimpfung erhalten haben. Hinzu kämen etwa 35.000 Zweitimpfungen im Abstand von jeweils drei Wochen zur Erstimpfung. Insgesamt werde das Land im Dezember und Januar 121.000 Impfdosen beim Bund bestellen.

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Quelle: MDR(cfr,mm,ask)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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