Fragen und Antworten Corona-Impfstart für Grundschullehrer und Erzieher in Thüringen: Anmeldung ab Donnerstag

Ab Donnerstag können sich die ersten Grundschullehrer, Erzieher und Hortner in Thüringen einen Corona-Impftermin holen. Zum Impfen anmelden können sich alle, die in Grundschulen, Kindergärten und Förderschulen arbeiten.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereitet eine Impfstoff-Dosis vor.
Geimpft wird ausschließlich mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Bildrechte: dpa

Die ersten Grundschullehrer, Erzieherinnen und Hortnerinnen in Thüringen können sich ab Donnerstag einen Corona-Impftermin holen. Erst am Montag hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, das Personal in Grund- und Förderschulen und in den Kindergärten in der Impf-Reihenfolge vorzuziehen. Wer kann sich wann wo und wie anmelden?  

Wer ist berechtigt, sich für die Impfung anzumelden - und wer nicht?

Zum Impfen anmelden können sich alle, die in Grundschulen, Kindergärten und Förderschulen arbeiten - also nicht nur Lehrer, Erzieherinnen und Hortnerinnen, sondern auch andere Beschäftigte wie Hausmeister, Sozialarbeiter, Küchen- und Reinigungspersonal oder Sekretärinnen. Zum Bereich der Grundschulen gehört nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums auch die Primarstufe an denjenigen Gemeinschaftsschulen im Land, die auch die ersten vier Klassen unterrichten. Auch die Beschäftigten der nicht-staatlichen Schulen sind inbegriffen. Der Beschluss der Gesundheitsminister gilt allerdings nicht für das Personal in Wohngruppen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.

Wie läuft die Terminvergabe für die erste Impfung, wie für die zweite?

Die Termine werden im Internet über das Impf-Portal www.impfen-thueringen.de vergeben, und zwar immer Erst- und Zweittermin zusammen. Die Terminvorschläge für beide Termine werden direkt bei der Buchung angezeigt. Dabei hat niemand Vorrang - alle Impf-Berechtigten sind bei der Vergabe der Termine gleichberechtigt.

Für den 28. Februar und den 7. März werden je 5.000 Impftermine vergeben - reicht das für die Berechtigten?                                                                      

Das kommt darauf an, wie viele der Berechtigten sich tatsächlich impfen lassen wollen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) appellierte an die Beschäftigten, das Angebot anzunehmen. Auch ein Sprecher des Lehrerverbands sagte, er hoffe, dass das Impf-Angebot angenommen wird. Laut Gesundheitsministerium können aber nur so viele Termine angeboten werden, wie es auch Impfstoff gibt.

Wer keinen Termin in der gewünschten Impfstelle bekommt, kann es in einer nächstgelegenen Impfstelle versuchen. Das ist alles über das Impf-Portal möglich. Eine andere Möglichkeit ist, sich gleichberechtigt mit den Personen der ersten beiden Prioritäten-Gruppen einen Samstagstermin zu holen. Andernfalls muss man warten, bis es weiteren Impfstoff und damit weitere Termine gibt. 

Was ist mit dem Personal an Regelschulen und Gymnasien und den Lehrern der Sekundarstufen an Gemeinschaftsschulen?

Sie gehören zurzeit der Impfgruppe 3 an, was die Priorität anbelangt. Zurzeit steht noch nicht fest, wann sie an der Reihe sind. Die Verantwortlichen hoffen, dass ab Mitte März mehr geimpft werden kann. Dann sollen auch die ersten beiden großen Impfzentren in Thüringen öffnen, und zwar in Erfurt und in Gera. Dort könnten bis Ende März bis zu 60.000 Impftermine angeboten werden - falls genug Impfstoff geliefert wird. "Dafür werden zum gegebenen Zeitpunkt natürlich auch entsprechende Termine vergeben", heißt es vom Gesundheitsministerium.

Wie weisen die Beschäftigten des Bildungsbereichs nach, dass sie zum Impfen berechtigt sind?

Sie müssen einen Berechtigungsschein vorlegen. Diesen Schein schickt das Bildungsministerium an die betreffenden Schulen, die ihn dann an alle Impf-Berechtigten weiterleiten.

Was wird geimpft?

Geimpft wird ausschließlich mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Mit Biontech und Moderna werden weiter vor allem Menschen über 80 Jahren in den Impfstellen und Pflegeheimen geimpft.

Beim Impfstoff von Astrazeneca wird der Schutz vor einer Corona-Infektion mit rund 70 Prozent angegeben. Die Wirksamkeit der Produkte von Biontech/Pfizer und des Unternehmens Moderna wird mit mehr als 90 Prozent beziffert. Astrazeneca selbst erklärt, sein Präparat schütze fast vollständig vor dem schweren Verlauf einer Corona-Infektion.

Was passiert bei Grundschullehrern oder Erzieherinnen über 65?

Über 65-Jährige dürfen nicht mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden, wegen nicht ausreichender Datengrundlage ist das Vakzin für diese Altersgruppe bislang nicht zugelassen. Eine Sprecherin des Thüringer Bildungsministeriums sagte, in diesem Fall sollte man sich an das Impf-Telefon wenden: 03643/495 04 90.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Februar 2021 | 06:00 Uhr

4 Kommentare

Ralf T. vor 6 Wochen

Hallo Jessy... Natürlich ist es demokratischer in einer Turnhalle zu impfen, als in einer ehemaligen Arztpraxis mit entsprechender Ausstattung. Lassen Sie sich da bloß nichts anderes einreden 😉

Mal ehrlich.... Ich glaube, die Verantwortlichen haben keine Zeit, Kommentare ins Internet zu schreiben. Insofern würde ich mal beim Landkreis nachfragen.

Jessy-2 vor 6 Wochen

Wieso wird im Landkreis Gotha in einer ehemaligen Praxis geeimpft? Soll das Impfen im Landkreis Gotha Jahre dauern? Hat man sich ein Ziel von 100% von 3 Jahren vorgenommen? Wieso hat man die Sporthalle (barrierefrei) nicht zum Impfen genommen? Wie war das nochmal mit Demokratie was von den Politikern vom Volk verlangt wird?

Durchblick vor 6 Wochen

Dieser Impfstoff gehört schnellsmöglich von den Arztpraxen verimpft und nicht von den Impfzentren. Dort bräuchte es den ganzen Anmeldeaufwand nicht und es ginge schneller. Ab Mitte März wird es ohnehin nicht mehr anders gehen, es sei denn, man will das Impfen erst 2022 abgeschlossen haben.

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