Nebenwirkungen nach Impfung Paul-Ehrlich-Institut schätzt die Corona-Impfung als sicher ein

325 Meldungen zu Nebenwirkungen hat das Paul-Ehrlich-Institut in Langen seit dem Impfstart erhalten. In den meisten der gemeldeten Verdachtsfälle seien nach der Impfung milde bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten. Es gab aber bisher auch zehn Todesfälle.

Eine Arzthelferin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech Pfizer auf
Nur wenige Geimpfte zeigen Nebenwirkungen wie etwa Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images/Kirchner-Media

In Thüringen sind laut Robert-Koch-Institut bis Dienstag rund 13.000 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft worden. Nach einer Umfrage von MDR THÜRINGEN bei einigen Kliniken im Land, sind bisher noch keine Nebenwirkungen nach der Impfung aufgetreten.

Eine Sprecherin der Uni-Klinik in Jena sagte, bei einigen Geimpften habe es die nach einer Impfung üblichen Reaktionen gegeben. Zum Beispiel eine leichte Rötung an der Einstichstelle, einen kurzfristig schmerzenden Arm, leichte Müdigkeit oder leicht erhöhte Temperatur. Laut Andrea Steiner, der Leiterin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der Klinik, sei das "vergleichbar mit Reaktionen nach der Grippe-Impfung." Am Uniklinikum in Jena wurden bereits bis Ende vergangener Woche bis zu tausend Mitarbeiter geimpft.

Nur wenige Geimpfte zeigen Nebenwirkung

In den Thüringen Kliniken in Saalfeld sind bis jetzt 800 Mitarbeiter geimpft worden. Wie Pressesprecher Stephan Breidt MDR THÜRINGEN sagte, habe es bei rund einem Prozent der Geimpften eine Impfreaktion gegeben, zum Beispiel leichte Muskelschmerzen und Kopfschmerzen.

Am Helios Klinikum in Erfurt haben seit Ende Dezember 850 Mitarbeiter die Corona-Schutzimpfung erhalten. Bei keinem Geimpften seien anschießend auffällige Nebenwirkungen aufgetreten, sagte eine Sprecherin. Vereinzelt habe es Symptome wie Müdigkeit gegeben.

Im Klinikum in Gotha wurden bisher 280 Menschen geimpft. Auch hier hat es laut einer Sprecherin in einigen Fällen nur leichte Reaktionen wie Muskelschmerzen im geimpften Arm gegeben.

Impfungen bisher gut verträglich

Insgesamt 758.093 Menschen sind laut Robert-Koch-Institut bis Mittwoch in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen schätzt die Coronaschutz-Impfung bisher als sicher und gut verträglich ein. Das sagte der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, am Donnerstag. Deutschlandweit seien bisher 325 Verdachtsfälle mit Nebenwirkungen und Komplikationen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung an das Institut gemeldet worden. Dies sei der Stand von Sonntagabend.

In den meisten der gemeldeten Verdachtsfällen seien nach der Impfung milde bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten. Dazu gehörten Kopfschmerzen, Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit. In 51 Verdachtsfällen habe es schwere Nebenwirkungen gegeben. Darunter waren auch allergische Symptome (17 Fälle) und sechs Fälle mit anaphylaktischen Reaktionen.

Zehn Menschen deutschlandweit gestorben

Es gab aber auch Todesfälle im Zusammenhang mit der Impfung. Zehn Menschen seien deutschlandweit wenige Stunden bis vier Tage nach der Impfung gestorben (Stand Mittwoch). Laut Paul-Ehrlich-Institut waren die Menschen in diesen Fällen zwischen 79 und 93 Jahre alt und litten an schweren Vorerkrankungen.

Die Leiterin der Abteilung Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten des Instituts, Brigitte Keller-Stanislawski, geht davon aus, dass diese Menschen aufgrund ihrer Grunderkrankungen verstorben sind. Die Zahl der Todesfälle liege im Rahmen des erwarteten in dieser Altersgruppe, sagte Keller-Stanislawski.

Das Paul-Ehrlich-Institut Das Paul-Ehrlich-Institut fasst in die Meldungen über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen, die es seit Beginn der Impfungen aus Deutschland erhalten hat, zusammen. Meldungen von Nebenwirkungen nach der Impfung erhält das Institut von den Gesundheitsämtern. Ärzte sind verpflichtet, Impfkomplikationen, also gesundheitliche Beschwerden, die über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehen, dem Gesundheitsamt zu melden. Die Gesundheitsämter melden die Verdachtsfälle an das Paul-Ehrlich-Institut. Außerdem gehen dort auch Meldungen von Impflingen und deren Angehörigen ein.

Außerdem können Geimpfte an einer Studie des Paul-Ehrlich-Institut teilnehmen. Über die App "SafeVac 2.0" können Geimpfte ab 18 Jahren freiwillig ihre Erfahrungen zur Verträglichkeit und zum Schutz der Impfung eingeben. Sie werden in der App drei bis vier Wochen, sechs und zwölf Monate nach der Impfung dazu befragt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Januar 2021 | 17:00 Uhr

34 Kommentare

DermbacherIn vor 22 Wochen

Grundsätzlich geht man davon aus, dass Posten nach Eignung und Qualifikation besetzt werden. Dies ist besonders in fachspezifischen Bereichen von Vorteil.
Bei politischen Posten geht es aber eher um strategische Ausrichtung, Weichenstellungen für die Zukunft. Grundsätzlich wäre auch hier ein gewisses Verständnis für die Materie gut. Minister haben in der Regel für den fachlichen Input und die Umsetzung der Strategie die Mitarbeiter ihrer Häuser, die sich um die "profanen" Aspekte kümmern.
Werden Schlüsselpositionen nur mit Leuten besetzt, deren einzige Daseinsberechtigung absolute Loyalität ist, so werden diese wohl kaum emanzipierte Persönlichkeiten sein, die vor Innovation und Tatendrang strotzend Leuchtturmprojekte verwirklichen.

DermbacherIn vor 22 Wochen

@martin
In ihren Kommentaren kann ich keine Argumente entdecken, für sie gibt es nur richtig oder falsch. Menschen, die nicht ihrer Meinung sind, werden hingegen diffamiert.

martin vor 22 Wochen

@neue dermbacherin: Wen meinen Sie eigentlich mit "wir"? Hoffentlich doch nicht uns beide? Sie werden ja nicht müde Ihre Forderungen zu formulieren. Ich mache mir nur einen geringen Teil Ihres Aussagen zu eigen.

Aber Sie dürfen gern weiter Ihre "Alternativen" vorschlagen - da will ich Sie überhaupt nicht bremsen, denn ich bin bekanntlich ein Fan der Meinungsfreiheit. Allerdings kann aus wiederholt vorgetragen "Forderungen" keine Erfüllung abgeleitet werden. Man kann es versuchen - sicher. Aber es könnte auch gute Gründe geben, weshalb nicht darauf eingegangen wird.

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