Corona-Pandemie Tausende Impftermine nicht eingehalten - Nachrücker auf Wartelisten

Corona-Impftermine sind heiß begehrt. Werden Termine - ohne Absage - nicht wahrgenommen, bedeutet das mehr Aufwand für die Impfstellen. Menschen auf Wartelisten freuen sich hingegen über die spontane Möglichkeit zur Impfung.

Eine Frau in Schutzkleidung impft eine Frau in einem Impfzentrum.
In Thüringen haben bis Anfang Juni gut 42 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Vollständig geimpft ist bisher jeder fünfte Thüringer. Bildrechte: dpa

In den Thüringer Impfstellen und Impfzentren werden vereinbarte Termine für Corona-Impfungen immer wieder abgesagt oder einfach nicht wahrgenommen. Dies zeichne sich seit April ab, also seit die Hausärzte in die Impfkampagne miteinbezogen worden sind, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) der Deutschen Presse-Agentur.

Allein in der Woche vom 17. bis 23. Mai mit rund 65.600 vereinbarten Terminen hätten fast 2.000 zur Impfung angemeldete Menschen ihren Termin nicht wahrgenommen. "Konkret: 1,3 Prozent der Erst- und 7,4 Prozent der Zweittermine wurden nicht eingehalten", sagte der Sprecher. Die KV ist für die Organisation der Corona-Immunisierung in Impfstellen und Impfzentren zuständig.

Eine Hand schreibt etwas in einen Impfpass. 14 min
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FAKT Di 23.03.2021 21:45Uhr 14:22 min

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Impfdosen kommen anderen Personen zugute

Die gute Nachricht: "Es geht keine Impfdosis verloren", sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen am Freitag MDR THÜRINGEN. Mithilfe von Wartelisten können tagesaktuell Menschen zur spontanen Corona-Impfung eingeladen werden. Dies funktioniere in Thüringen sehr gut, sagte die KV-Sprecherin. "Oft lassen die Leute alles stehen und liegen, um zur Impfung zu kommen."

Gute Kontakte zwischen Ärzten und Patienten

Auf den Wartelisten stehen etwa Personen der ersten Priorisierungsgruppen, die zu Beginn der Impfkampagne ihre Impfung krankheitsbedingt nicht wahrnehmen konnten und damals noch an der Impfung zweifelten, inzwischen aber froh sind über die Möglichkeit. Gerade im ländlichen Raum gebe es einen engen Draht zwischen den Ärzten, die derzeit auch in Impfstellen tätig sind, und ihren Patienten. So können Lücken im Impf-Terminplan schnell wieder gefüllt werden.

Auch in den großen Impfzentren, wo die Impfungen oft im Drei-bis-fünf-Minuten-Takt organisiert sind, gehe nichts verloren. So werden etwa nachmittags - wenn absehbar ist, dass Impfdosen übrig bleiben - Personen auf Wartelisten angerufen. Nicht möglich ist allerdings, sich selbst auf Wartelisten zu setzen - etwa bei der Online-Terminvergabe.

Zusätzlicher Aufwand für Impfzentren

Auch, weil mit der geplanten Aufhebung der Impf-Priorisierung am 7. Juni eine große Zahl neuer Anmeldungen erwartet wird, stellen die Absagen und das Nicht-Wahrnehmen von Impfterminen eine zusätzliche organisatorische Belastung dar. Bei ordnungsgemäßer Absage könnten die Termine hingegen wieder neu über das Online-Portal vergeben werden.

Warum Menschen gebuchte Termine verfallen lassen, kann die Kassenärztliche Vereinigung nicht einschätzen. Sie hält eine Kollision mit beruflichen oder privaten Verpflichtungen für möglich. Allerdings sei auffällig, dass Zweittermine seit dem Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne vermehrt nicht wahrgenommen würden.

Es liege deshalb die Vermutung nahe, dass manche Menschen sich die zweite Spritze bei einem Hausarzt geben lassen - auch, um sie so früher zu erhalten. Gut vier von zehn Menschen im Freistaat haben nach Angaben der Landesregierung vom Mittwoch inzwischen eine Erstimpfung mit einem Corona-Impfstoff erhalten. Ein Fünftel der Bevölkerung verfügt nach zwei Spritzen über den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19.

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