Pandemie Corona-News vom 03.12.2021: Weitere 37 Todesfälle in Thüringen

+++ Innenministerium prüft Ausrufen des Katastrophenfalls +++ 18.912 aktive Corona-Fälle mehr als vor zwei Wochen +++ Impfstart für Kinder vor Weihnachten +++ Insgesamt 18 Heimbewohner in Rudolstadt nach Corona-Ausbruch gestorben +++ Die News für Thüringen im Überblick +++

Ärzte und Intensivpfleger kümmern sich um die schwerkranken Covid-Patienten auf der Covid-Intensivstation der Dresdner Uniklinik.
230 Covid-19-Patienten werden derzeit auf Intensivstationen in Thüringen behandelt - am 6. November waren es 109. Bildrechte: imago images/Max Stein

So ging es weiter | Corona-News vom Samstag, 04.12.2021

Thüringen | Weiterhin hohes Infektionsgeschehen

18.912 aktive Corona-Fälle mehr als vor 14 Tagen haben die Gesundheitsämter in Thüringen gemeldet. Insgesamt sind derzeit 43.257 aktive Fälle im Freistaat registriert. Weitere 37 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 1.014, und damit mehr als doppelt so hoch wie die bundesweite Inzidenz.

Gera | IHK gegen 2G+ in Gastronomie

Die Ostthüringer Industrie- und Handelkammer (IHK) sieht in einem "2G+"-Modell für die Gastronomie einen "de facto Lockdown". Wie die IHK mitteilte, bereiten das Verbot von Weihnachtsmärkten und verkaufsoffenen Sonntagen Händlern und Gastronomen schon jetzt Schwierigkeiten und bringen sie in Existenznöte. Laut IHK sind schon jetzt Gastwirte und Restaurantchefs weder organisatorisch noch personell in der Lage, die Corona-Auflagen zu stemmen.

Bund und Länder sollten die Gastronomie nicht erneut unter einen Generalverdacht stellen, der sich schon bei den ersten Wellen nicht bestätigt habe.

Thüringen | Impfen ohne Anmeldung in vielen Regionen

Jede Woche gibt es an verschiedenen Orten in Thüringen Impfangebote ohne Termin. Hier ein kleiner Überblick darüber, wo Sie sich in dieser und kommender Woche ohne Voranmeldung in Thüringen impfen lassen können.

"MDR fragt": Knapp zwei Drittel für Impfpflicht

Knapp zwei Drittel der Teilnehmer einer Befragung des Meinungsbarometers "MDR fragt" befürworten eine generelle Impfpflicht. Die Akzeptanz hat sich den Ergebnissen zufolge in den vergangenen Wochen immer weiter erhöht. Waren Anfang November noch 40 Prozent für eine Impfpflicht, sind es jetzt 62 Prozent.

Die Corona-Regeln, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben, werden von einer großen Mehrheit der Teilnehmer befürwortet. Vor allem die 2G-Regeln in Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen sowie Kontaktbeschränkungen und Böllerverbot zu Silvester stoßen auf breite Akzeptanz. Die Maskenpflicht in Schulen finden etwas mehr als die Hälfte der Befragten gut. Gleichzeitig sagt eine deutliche Mehrheit von 82 Prozent, dass die beschlossenen Regeln zu spät kommen.

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Beteiligt haben sich 26.000 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Knapp 6.200 davon kommen aus Thüringen.

Geimpfte Corona-Tote - Das sind die Ursachen

Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums sind in Thüringen seit August 2021 insgesamt 571 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Bei etwa 400 Toten lagen Informationen zum Impfstatus vor: 57 Prozent waren ungeimpft, 38 Prozent waren vollständig geimpft. Sieben von zehn Verstorbenen waren 80 Jahre oder älter.

Für den Jenaer Intensivmediziner Prof. Michael Bauer ist die Zahl der geimpften Corona-Toten keine Überraschung. Er sagte MDR THÜRINGEN, ein erheblicher Teil der Verstorbenen sei hochbetagt. Das Immunsystem altere mit den Menschen mit. In manchen Fällen sei es nicht mehr leistungsfähig genug, um eine Infektion mit dem Coronavirus abzuwehren - trotz Impfung. Hinzu komme, dass gerade ältere Menschen zuerst geimpft wurden. Bei ihnen habe der Impfschutz nachgelassen. Unter den ungeimpften Verstorbenen sind laut Bauer hingegen auch jüngere Menschen zu finden.

Deutsch­land | Das Corona-Daten-Update

Es kommt Bewegung in die seit Monaten stagnierende Impfkampagne. Dabei sind nicht ausschließlich Booster-Impfungen gefragt, auch bei den Erstimpfungen verzeichnen Hausärzte und Impfstellen eine erhöhte Nachfrage. Um aber das Bund-Länder-Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten zu erreichen, müsste sich das Impftempo verdoppeln.

Rudolstadt | Theater sagt 27 Aufführungen ab

Das Theater Rudolstadt stellt seinen Spielbetrieb ein. Wie eine Sprecherin sagte, sind alle Veranstaltungen bis vorerst 19. Dezember abgesagt. Damit fallen 27 geplante Aufführungen aus. Das Theater begründet den Schritt mit den hohen Inzidenzwerten im Landkreis und der angespannten Situation in den Kliniken. Zudem könne die 2G-Plus-Regel bei Theateraufführungen nicht mehr konsequent angewendet werden, weil die Kapazitäten in den Testzentren nicht ausreichen würden.

Wegen der hohen Inzidenzen in den Kindergärten und Schulen sei auch das Zusammenbringen von Kindergruppen bei den Märchen-Vorstellungen nicht länger zu verantworten. Sollte sich die Corona-Lage zum Jahresende entspannen, soll das Programm an Weihnachten und Silvester wieder aufgenommen werden.

Thüringen | Höchste Sterbefall-Inzidenz in Hildburghausen

In Thüringen sind in der vergangenen Woche mehr Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben als in jedem anderen Bundesland. Der Landkreis Hildburghausen weist die höchste Sterbefall-Inzidenz auf.

Innenministerium prüft Ausrufen des Katastrophenfalls

Thüringens rot-rot-grüne Regierung soll nach Ansicht der CDU den landesweiten Katastrophenfall ausrufen - wegen der sich weiter zuspitzenden Corona-Situation. Dies hat am Freitag erneut der Fraktionsvorsitzende Mario Voigt verlangt. Er unterstrich damit seine Forderung aus dem vorigen Monat. "Die Lage wird immer schwieriger", sagte Voigt MDR THÜRINGEN und verwies auf die Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1.000 im Freistaat. Zudem werde das Gesundheitswesen immer mehr überlastet.

Die Kommunen dürften nicht länger allein gelassen werden, sagte Voigt. Rechtliche Basis dafür wäre das Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz. Im benachbarten Bayern gilt bereits seit 10. November landesweit der Katastrophenfall. Dieser regelt vor allem verwaltungsorganisatorische Aspekte. Das Thüringer Innenministerium teilte am Freitag mit, das Ausrufen des Katastrophenfalls werde gegenwärtig geprüft.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

Polizeigewerkschaft rechnet mit mehr Aggression +++ Fachleuten gehen Bund-Länder-Beschlüsse nicht weit genug +++ RKI geht von hoher Corona-Dunkelziffer aus +++ Mehr überregionale News im MDR AKTUELL-Corona-Ticker:

Thüringen | Start der Kinder-Impfungen vor Weihnachten

Kinder ab fünf Jahren sollen in Thüringen noch vor Weihnachten gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums seien erste Impftermine für Fünf- bis Elfjährige in Erfurt, Gera, Leinefelde und Sömmerda ab 14. oder 15. Dezember möglich. Ab 27. Dezember soll das Impfangebot in allen Impfstellen landesweit verfügbar sein.

Kinder bekommen zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen. Verabreichen sollen sie Kinder- und Jugendärzte. Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. Eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt es bisher nicht. Erst kurz vor Weihnachten will die Stiko entscheiden, ob sie den Biontech-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren empfiehlt.

Kinderschutzbund begrüßt Impfangebot

Der Thüringer Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes begrüßt das Corona-Impfangebot für Kinder. Eltern werde es somit ermöglicht, ihre Kinder zu schützen. Eine Impfpflicht für Kinder lehnt der Verband ab. Die Verantwortung für die Pandemie trügen die Erwachsenen und die Politik, heißt es in einer Mitteilung. Sie stünden in der Pflicht, Kinder zu schützen.

Arnstadt | Landrätin fordert Geld für Kita-Tests

Die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, (pl) kritisiert die ungenügende Kostenübernahme der Corona-Tests in Kindergärten. Das Land müsse die Tests komplett finanzieren, sagte Enders. Ein Pauschalbetrag sei zu wenig, da das Land die Tests nicht zentral beschaffe. Schnelltets seien kaum noch zu bekommen, und auch die Preise würden steigen. Nicht in allen Kindergärten sei die Testpflicht deshalb kurzfristig umsetzbar. Dass es ein regelmäßiges Testangebot für Kindergartenkinder geben soll, begrüßte Enders.

Pößneck | Präsenzunterricht an Schule ausgesetzt

Im Saale-Orla-Kreis ist die dritte Schule wegen Corona geschlossen worden. Nach Angaben des Landratsamtes handelt es sich um die Regelschule "Prof. Franz Huth" in Pößneck. Dort wurden bis Mitte der Woche 30 Coronainfektionen bei Schülern registriert. Für die 269 Schüler wurde der Präsenzunterricht daher bis Mitte nächster Woche ausgesetzt. Auch die Schüler am Gymnasium "Am Weißen Turm" in Pößneck und der Grund- und Gemeinschaftsschule in Tanna sind bereits im Distanzunterricht.

Rudolstadt | Elf weitere Menschen in Seniorenheim gestorben

In der K+S Seniorenresidenz in Rudolstadt-Cumbach sind elf weitere Heimbewohner gestorben. Damit stieg die Zahl laut Landratsamt seit Anfang November auf 18. Sie alle seien im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gehe aus den Totenscheinen der Heimbewohner vor, die dem Gesundheitsamt inzwischen vorliegen. Die Bewohner seien in der Zeit vom 5. bis 25. November gestorben. 14 der Verstorbenen seien nicht oder nicht vollständig geimpft gewesen.

Jena | Gut 700 Menschen im kommunalem Impfzentrum

Im kommunalen Impfzentrum in Jena sind seit der Eröffnung am Mittwoch mehr als 700 Menschen geimpft worden. Wie ein Stadtsprecher MDR THÜRINGEN sagte, kommen die Impfwilligen nicht nur aus Jena, sondern unter anderen auch aus dem Saale-Holzland-Kreis und dem Weimarer Land. Das Impfzentrum ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Am Samstag will Jena eine weitere Impf-Offensive starten. Dann können sich Interessierte an fünf verschiedenen Orten im Stadtgebiet ohne Termin gegen Corona impfen lassen.

Schleiz | Bußgeld: Betrieb verstößt gegen Corona-Regeln

Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln muss ein Betrieb aus dem Saale-Orla-Kreis mit einem vierstelligen Bußgeld rechnen. Das Unternehmen habe unter anderem keinen Nachweis über aktuelle Corona-Tests vorlegen können, weshalb der Verdacht bestehe, dass gar nicht getestet wurde. Zudem konnte der Betrieb kein Infektionsschutzkonzept vorlegen.

Thüringen | Zahnärzte und Apotheker sind skeptisch

Um die Impfquote zu erhöhen, sollen nach Plänen der Bund-Länder-Chefs künftig auch Apotheker, Zahnärzte und Pflegepersonal die Corona-Schutzimpfung verabreichen können. Viele Fragen seien dabei aber noch ungeklärt.

Eisenach | Impfaktion in der Stadtverwaltung

In der Stadtverwaltung Eisenach beginnt am Freitagmittag eine Sonderimpfaktion. Von 13 bis 18 Uhr können sich Menschen ohne Voranmeldung gegen das Corona-Virus immunisieren lassen. Eingesetzt werden die Impfstoffe von Biontech und Johnson&Johnson. Die Aktion findet im Stadtratssaal im Rautenkranz statt.

Hier eine Übersicht, wo Sie sich noch in dieser Woche ohne Voranmeldung in Thüringen impfen lassen können.

Gera | Erste Long-Covid-Selbsthilfegruppe in Thüringen


Long-Covid kann Patienten über Jahre belasten. Das ist neu, für die Ärzte, die Therapeuten und besonders die Patienten. In Gera hat sich nun eine Selbsthilfegruppe gegründet - die erste in Thüringen.

Was bisher geschah | Corona-News von Dienstag, 2. Dezember 2021

Hier geht es zu den Corona-News vom 2. Dezember.

Quelle: MDR (fno,mm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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