Covid-19 Mehr als 16.500 Corona-Impfungen an einem Tag in Thüringen

Höchster Wert bislang: Am Mittwoch sind in Thüringen 16.500 Menschen gegen Corona geimpft worden, auch dank des Starts in den Arztpraxen. Laut Gesundheitsministerin Werner zeige sich, dass im Freistaat noch viel mehr geimpft werden könne, wenn mehr Impfstoff vorhanden wäre. Bodo Ramelow fordert, dass der Bund Sputnik-V-Impfdosen für ganz Deutschland bestellt.

Ein Arzt verabreicht eine Impfung
15 Prozent der Menschen in Thüringen haben die erste Impfung gegen Covid-19 erhalten, bei den Zweitimpfungen sind es 6,3 Prozent. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

15 Prozent aller Thüringerinnen und Thüringer sind bislang mindestens einmal gegen Corona geimpft worden. Das teilte das Thüringer Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Am Mittwoch wurden demnach thüringenweit mehr als 16.500 Menschen geimpft - so viele wie an keinem Tag zuvor. Allein bei den Hausärzten waren es gut 7.500 Menschen. Die Praxen hatten zunächst 20.000 Impf-Dosen bekommen. In der nächsten Woche soll noch einmal die gleiche Anzahl geliefert werden.

Fast die Hälfte des gelieferten Impfstoffs am ersten Tag verimpft

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, dass der Start in den Hausarztpraxen nicht besser habe laufen können. Sie hätten fast die Hälfte des gelieferten Impfstoffs gleich am ersten Tag genutzt. An einem Tag ist die Impfquote dadurch nach Angaben des Ministeriums um 0,7 Prozentpunkte gestiegen.

Das zeige auch, dass in Thüringen noch viel mehr geimpft werden könne, wenn mehr Impfstoff vorhanden wäre. Deshalb sei der Einsatz von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) für die Beschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V richtig. Vor allem sei es richtig, "dass der MP das gemeinsam mit der Bundesregierung angeht".

Ramelow: Bund soll Sputnik-Impfstoff für ganz Deutschland bestellen

Ramelow hatte sich zuvor gegen Alleingänge der Länder bei der Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. Die Thüringer Landesregierung will den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V nicht selbst bestellen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte MDR THÜRINGEN, er habe immer darauf gedrängt, Vorverträge für die Lieferung des Impfstoffes auf Bundesebene zu verhandeln. Das sei sinnvoller, als wenn jedes Bundesland einzeln Verträge abschließe

CDU und FDP in Thüringen sehen Ramelow in der Pflicht

Dagegen sieht die Thüringer CDU-Landtagsfraktion Ramelow in der Pflicht. Fraktionschef Mario Voigt sagte MDR THÜRINGEN, die Landesregierung müsse für Thüringen mehr Impfstoff besorgen und einen Vorvertrag für Sputnik abschließen. Der Freistaat sollte sich zur Spitze der Bewegung machen, sagte Voigt.

Auch die FDP forderte Ramelow zum Handeln auf. Fraktionschef Thomas Kemmerich sagte, Ramelow habe sich seit Wochen für eine Bestellung von Sputnik V stark gemacht. Jetzt müsse er auch Ergebnisse abliefern.

Bayern sichert sich bereits Impfdosen

Bayern hatte am Mittwoch mitgeteilt, sich für den Fall einer EU-Zulassung über einen Kauf-Vorvertrag 2,5 Millionen Impf-Dosen zu sichern. Ramelow kritisierte den Alleingang Bayerns und warnte vor einem Wettbewerb der Bundesländer. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, mit Russland Gespräche über mögliche Lieferungen von Sputnik V führen zu wollen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. April 2021 | 19:00 Uhr