Pandemie Bislang rund 32.000 Menschen in Thüringen gegen Coronavirus geimpft

Im bundesweiten Vergleich hinkt Thüringen bei den Corona-Schutzimpfungen noch immer hinterher. Trotzdem lässt sich konstatieren, dass die Impfstrategie allmählich greift. Inzwischen sind rund 32.000 Menschen im Freistaat geimpft. Einige Hundert davon haben bereits die Zweitimpfung erhalten. Bei der Impfquote liegt Thüringen laut Robert-Koch-Institut derzeit im bundesweiten Mittel. Zum Vergleich: Noch am 4. Januar bildete Thüringen das Schlusslicht im RKI-Ranking mit gerade einmal 810 Impfungen.

Mobiles Impfteam in einem Pflegeheim in Zeulenroda
Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus wurden am 27. Dezember 2020 in einem Pflegeheim in Zeulenroda vorgenommen. Bildrechte: MDR/Tassilo Klöppel

Ein "Meldeproblem", erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), aber auch nicht das einzige Problem: Ein Hacker-Angriff legte das Thüringer Online-Impfportal lahm, dann folgte ein Stromausfall bei der Eröffnung der Impftermin-Hotline, die zu allem Überfluss auch noch zahlreiche Verwechslungen verursachte: Weil sich die Nummer der Hotline nur in einer Ziffer unterschied, landeten viele Anrufer irrtümlich bei einem Autohaus in Weimar.

Impfstrategie geht auf

Angesichts dieser Pannen ist die Entwicklung seither durchaus positiv zu bewerten. So geht die Impfstrategie zum Beispiel bei der Verteilung auf. Hier priorisierte Thüringen zunächst Krankenhäuser und Pflegeheime. Nach aktuellem Stand sind etwa zwei Drittel aller geimpften Thüringerinnen und Thüringer Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen oder Pflegepersonal. Etwas später als andere Bundesländer eröffnete Thüringen am 13. Januar die ersten Impfzentren. Bisher sind 13 von insgesamt 33 geplanten Impfstellen in Betrieb. Ab dem 3. Februar sollen schrittweise weitere Zentren folgen.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung, die in Thüringen mit der Logistik beauftragt ist, können hier derzeit 1.000 Menschen täglich geimpft werden. Diese Zahl soll deutlich steigen, sobald es mehr Impfstoff gibt. Doch genau hieran wird es in den nächsten Wochen fehlen, nachdem der Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristige Lieferengpässe verkündet hatte. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dieses Vorgehen als unfassbar. In den nächsten vier Wochen verliert der Freistaat rund 30.000 seiner insgesamt 93.600 geplanten Impfdosen. Trotzdem sollen laut Gesundheitsministerium alle bisher geplanten Impftermine stattfinden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Januar 2021 | 17:30 Uhr

13 Kommentare

martin vor 12 Wochen

@mattotaupa: Die Zahl ist doch durch die in Thüringen zur Verfügung stehenden Impfdosen begrenzt. Wenn Th jetzt erst 68.000 Impfdosen hat, dann reichen die eben nur für max. 34.000 Personen. Dass die Liefermengen deutlich ansteigen werden, ist bekannt und dann können auch mehr Menchen geimpft werden. Ich halte die Aufregung für übertrieben. Mit den Einschränkungen werden wir uns so oder so noch eine ganze Weile abfinden müssen.

martin vor 12 Wochen

@mattotaupa: Auch die Herstellungskapazitäten in Indien sind limitiert.

Patentschutz ist ein zweischneidiges Schwert - die Debatte darüber wäre in der Tat mit Blick auf Forschungsförderung und wem gehören die Ergebnisse zu führen. Allerdings hilft eine derartige Debatte nicht, die aktuellen Produktionskapazitäten zu erhöhen.

mattotaupa vor 12 Wochen

"Und dass man komplexe Produktionsanlagen nicht unter Volllast um- und ausbauen kann, dürfte gut nachvollziehbar sein." nun, der engpaß ist aber auch dem von der pharma geliebten patentschutz zu verdanken. in indien (stellen immerhin 50% aller sonstigen impfstoffe her) stehen produktionsanlagen, die genutzt werden könnten aber man will halt patente nicht hergeben. meiner meinung nach sollte hier weltweit staatlich eingegriffen werden, immerhin wurden steuergelder in der forschung (auch bei grundlagenforschung an unis) versenkt und über entschädigung kann man auch (hinterher) noch verhandeln. eine durchimpfung der 1. welt könnte nutzlos sein, wenn aus sich eine mutation (wie in manaus, wo in der ersten welle viele immunität erwarben und nun erneut infiziert werden) aus aufgrund finannzieller oder logistischer engpässe nicht immunisierten gegenden ausbreitet.

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