Pandemie Thüringen bei Corona-Impfungen abgeschlagen - Inzidenz im Freistaat bei 3,9

In Thüringen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag von 3,4 auf 3,9 leicht an. Deutschlandweit hat Thüringen einen der niedrigsten Inzidenzwerte. Bei der Impfquote fällt der Freistaat allerdings immer weiter zurück.

Ein Impfarzt zieht eine Spritze mit Astrazeneca-Impfstoff auf.
43,8 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer haben laut RKI eine Zweitimpfung erhalten. Bildrechte: imago images/NurPhoto

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Thüringen steigt weiter leicht an. Am Samstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz nach Daten des Robert Koch-Instituts im Freistaat bei 3,9 und damit über dem Wert von Freitag mit 3,4. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte in Thüringen am Samstag 18 Corona-Neuinfektionen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt

Bundesweit steigt seit Tagen die Inzidenz - gemessen an den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Thüringen gehört aber - wie andere ostdeutsche Bundesländer auch - zu den Regionen mit den niedrigsten Zahlen bundesweit.

Nach den Daten des Robert-Koch-Instituts gab es innerhalb einer Woche im Freistaat 83 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach den Angaben ist vor allem die Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen betroffen, von der viele noch nicht zweimal geimpft sind.

Insgesamt erhöhte sich in Deutschland die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen am zehnten Tag in Folge. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Samstag mit 9,4 an - am Vortag hatte er bei 8,6 gelegen, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli lag der Inzidenzwert bei 4,9.

Impf-Quote: Bremen und Saarland überschreiten 50-Prozent-Marke

In Thüringen haben laut RKI 43,8 Prozent der Einwohner eine Zweitimpfung erhalten. Damit liegt der Freistaat abgeschlagen hinter Bremen und dem Saarland. Die beiden Bundesländer überschritten als erste die Marke von 50 Prozent an Zweitimpfungen, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht.

Während Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollständig Geimpfter beim Impftempo an der Spitze liegen, bilden Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent die Schlusslichter.

Thüringen auch bei Erstimpfungen abgeschlagen

Auch bei der Zahl der Erstgeimpften ist zunehmend ein Gefälle zu sehen: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von Thüringen 54,2 Prozent. In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, auch das Saarland (65,0 Prozent) steht an dieser Marke.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hatte Kritik am Impftempo im Freistaat zurückgewiesen. Werner sagte nach einer Kabinettssitzung Anfang Juli, Thüringen sei ein ländlich geprägtes Land mit einer teilweise geringen Hausarztdichte. Dadurch gebe es bei den Hausärzten auch weniger Impfungen. Das gleiche gelte im Bereich der Betriebsärzte. Die meisten Unternehmen im Freistaat seien so klein, dass sie keine eigene Betriebsarztabteilung hätten.

Fast die Häfte der Deutschen bereits vollständig geimpft

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601.220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, wofür bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 17. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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