Pandemie Corona-Lage auf Intensivstationen in Thüringen verbessert sich

Die Zahl der Corona-Patienten in Thüringen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, ist in diesem Monat deutlich zurückgegangen. Auch die Zahl der Corona-Kranken, die stationär behandelt werden, ist gesunken. Derzeit sind es mit rund 360 Patienten über die Hälfte weniger als noch im April.

Pfleger kümmern sich um einen Patienten.
Die Lage auf den Intensivstationen in Thüringen hat sich im vergleich zu Anfang des Jahres entspannt. Trotz dieser positiven Entwicklung rät ein Experte zur Vorsicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf den Intensivstationen in Thüringen lassen die Corona-Fälle nach. "Bei uns entspannt sich die Situation auch", sagte Professor Michael Bauer von der Uni Jena. Er ist der landesweite Koordinator für die Verteilung von Covid-Patienten. Bauer zufolge sollten die Menschen im Freistaat jetzt aber trotzdem nicht leichtfertiger werden im Umgang mit der Pandemie.

Rückläufige Zahlen in Krankenhäusern

Für die Klinik-Mediziner im Freistaat ist Corona nicht mehr so stark vorherrschend wie noch vor einem Monat. Das geht aus einem Vergleich wöchentlicher Sonderlagebilder hervor. Gegen Ende April wurden demnach landesweit noch fast 750 Corona-Kranke stationär behandelt. Derzeit sind es mit rund 360 über die Hälfte weniger. Im selben Zeitraum sank die Zahl künstlich beatmeter Covid-Patienten von knapp 100 auf aktuell unter 70. Auch die Quote für die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Kranken ging zurück. Sie reduzierte sich von über 33 Prozent auf weniger als 20 Prozent, der tiefste Wert seit Monaten.

Veränderte Patienten-Struktur

Während der zweiten Corona-Welle im Winter wurden vor allem alte Menschen auf Intensivstationen behandelt. "Im Durchschnitt waren sie über 70 Jahre alt", so Professor Michael Bauer. Wie er zudem erklärte, lag zu jener Zeit die Sterblichkeitsrate unter solchen Patienten bei etwa 50 Prozent. Dieser Wert sei inzwischen auf schätzungsweise 20 bis 25 Prozent gesunken, führte der Mediziner weiter aus. Und der Altersdurchschnitt von Intensivpatienten habe sich mittlerweile auf unter 60 reduziert.

Opferzahlen ebenfalls sinkend

In Thüringen sind bislang rund 4.200 Menschen an oder mit Corona gestorben. Besonders viele waren es mit mehr als 1.100 im Januar dieses Jahres. Seither jedoch geht die Zahl der Corona-Toten kontinuierlich zurück. Bereits im Februar war sie um über die Hälfte gesunken. Im April gab es im Freistaat noch rund 430 Pandemie-Opfer. Für den gegenwärtig endenen Monat Mai werden die exakten Angaben hierzu erst in den nächsten Tagen vorliegen.

Experte trotzdem vorsichtig

Trotz insgesamt positiver Entwicklung ist Michael Bauer derzeit noch nicht wirklich erleichtert. "Vorsichtiger Optimismus ist angezeigt", sagte der Professor der Uni Jena lediglich. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, weiterhin vorsichtig zu bleiben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Mai 2021 | 08:30 Uhr

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