13.11.2021 Corona-News: Mehr als 6.000 Menschen beim Samstags-Impfen

+++ Bundesländer bereiten Aufnahme Thüringer Intensivpatienten vor +++ Mehr als 6.000 Menschen beim Samstags-Impfen +++ Nordhausen widerruft Allgemeinverfügung +++ Wieder kostenlose Tests erhältlich +++ Ende nächster Woche könnte jedes zweite Intensivbett in Thüringen mit Covid-19-Patienten belegt sein +++ Erfurter Eltern machen Vorschläge für längere Kita-Öffnungszeiten +++ Corona-News +++

Feierabend-Impfen im Imfzentrum in Weimar mit Johnson&Johnson
Beim Impfen ohne Termin am Samstag verzeichnete die Kassenärztliche Vereinigung vielerorts einen großen Andrang. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

So ging es weiter | Corona-News vom Sonntag, 14.11.2021

Hier geht es zu den Corona-News vom Sonntag,14.11.2021.

Thüringen | Aktuelle Zahlen

Die Thüringer Gesundheitsämter haben am Samstag mehr als 20.000 aktive Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 8.639 mehr Fälle als vor zwei Wochen. Insgesamt wurden landesweit 1.686 neue Corona-Fälle registriert. Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion wurden sechs weitere Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat kletterte am Samstag über die Marke von 500. Das Robert Koch-Institut gab den Sieben-Tage-Wert bei Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit 514,4 an. Die höchsten Inzidenzen in Thüringen weisen die Kreise Sonneberg mit 883,5 und Hildburghausen mit 847,5 auf.

Nord­hausen | Landkreis Nordhausen widerruft angekündigte Allgemeinverfügung

Der Landkreis Nordhausen hat die für Montag angekündigten strengeren Corona-Regeln wieder aufgehoben. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde die Allgemeinverfügung vom Mittwoch widerrufen. Grund seien die neuen Landesvorgaben, die der Kreis abwarten wolle. Ursprünglich sollten die strengeren Regeln ab Montag gelten. Die bisherige Allgemeinverfügung bleibt damit weiterhin erhalten.

Thüringen plant voraussichtlich, in der kommenden Woche 2G flächendeckend einzuführen. Danach haben nur noch Geimpfte und Genesene beispielsweise Zutritt zu Restaurants, Hotels, Sportstätten, Kinos oder Theater. Ausgenommen werden soll höchstwahrscheinlich der Einzelhandel.

Thüringen | Ab heute wieder kostenlose Corona-Tests in Thüringen

Ab heute haben wieder alle Menschen in Deutschland Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests in anerkannten Teststellen. Die gestern in Kraft getretene Verordnung des Bundes­gesund­heits­ministeriums weitet damit das Angebot der Gratis-Tests wieder erheblich aus. Demnach haben alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf mindestens einen Antigen-Schnelltest (PoC-Test) pro Woche durch geschultes Personal.

Mehr bundesweite Corona Nachrichten im Ticker von MDR AKTUELL.

Erfurt | CDU fordert mehr Corona-Hilfen für Kurbäder

Die CDU Fraktion im Landtag unterstützt die Forderung des Heilbäderverbandes nach weiteren Hilfen vom Land. Die Kurbäder hätten sich bis heute nicht von den coronabedingten Umsatzeinbrüchen erholt, hieß es. Teurer Infektionsschutz sowie eingeschränktes Benutzen von Thermen und Saunen sorgten für Dauerstress in den Haushalten der Orte, sagte der tourismuspolitische Sprecher Andreas Bühl.

Die CDU fordert deshalb weitere fünf Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen. Im vorigen Jahr hatte das Land die Kur- und Erholungsorte bereits mit insgesamt 15 Millionen Euro unterstützt. Das Geld wurde nach festem Schlüssel unter allen Kur- und Heilbädern verteilt. In Thüringen gibt es 18 Kurorte und Heilbäder.

Altenburg, Gera | Theater setzt Proben mehrerer Ensembles aus

Das Theater Altenburg Gera setzt die Proben für die Laienensembles ab Montag bis Ende des Jahres aus. Grund ist demnach die pandemische Situation. Betroffen sind die Angebote der Theaterpädagogik, des Kinder- und Philharmonischen Chores und des Kinder- und Jugendballetts. Für Letzteres gibt es den Angaben zufolge Online-Kurse. Sollte sich die Infektionslage verbessern, wird der Termin den Angaben nach wieder aufgehoben.

Thüringen | Großer Andrang beim Samstagsimpfen

Wegen der hohen Nachfrage nach Corona-Auffrischungsimpfungen herrschte bei den Samstags-Impfaktionen in Thüringen großer Andrang. Bis zum frühen Nachmittag hätten sich mindestens 6.000 Menschen impfen lassen, sagte Jörg Mertz, Impfmanager der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen. Darunter waren 1.500 Erstimpfungen, der Rest Zweit- und Drittimpfungen.

Landesweit konnten sich die Menschen am Samstag bis 13:30 Uhr ohne vorherige Terminvereinbarungen in den regionalen Impfstellen gegen Covid-19 immunisieren lassen. Unter anderem in der Impfstelle in Weimar habe sich am Morgen schon vor deren Öffnung eine lange Schlange gebildet. In Gera warteten aber auch später noch zahlreiche Menschen vor der Impfstelle, wie Mertz sagte.

Da bei Impfaktionen ohne Termin mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist, rät die KV zur Terminvereinbarung über das Internetportal www.impfen-thueringen.de. KV und Gesundheitsministerium hatten am Freitag mitgeteilt, dass entgegen bisherigen Schließungsplänen die meisten der noch 27 regionalen Impfstellen in Thüringen bis Ende März geöffnet bleiben sollen.

Thüringen | Bundesländer bereiten Aufnahme Thüringer Intensivpatienten vor

Das länderübergreifende "Kleeblatt-System", das die Verteilung von Patienten bei regionaler Überlastung steuert, bereitet sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf die deutschlandweite Verlegung von Patienten vor. Laut Funke Mediengruppe beschreibt die Steuerungsgruppe die Situation in Sachsen und Thüringen als alarmierend: "Die Lage der Krankenhäuser in diesen beiden Ländern wird insbesondere in Thüringen als dramatisch eingestuft". Auch in Bayern und Baden-Württemberg werde geprüft, ob Patienten deutschlandweit verlegt werden können.

Nach dem "Kleeblatt-System" unterteilen sich die 16 Bundesländer in bundesweit fünf Gruppen (Kleeblätter), die sich zunächst gegenseitig helfen sollen. Ist ein ganzes Kleeblatt überlastet, wird deutschlandweit verteilt. Thüringen bildet zusammen mit Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg ein Kleeblatt. Während die Situation in Sachsen ähnlich schlecht ist wie in Thüringen, sind Sachsen-Anhalt und Berlin schon an der Aufnahmegrenze angelangt. Nur Brandenburg ist laut dpa mit 17,4 Prozent freie Betten noch in der Lage Patienten aufzunehmen. Sollten auch die Brandenburger Intensivstationen ausgelastet werden, müssten Thüringer Patienten deutschlandweit verteilt werden.

Gera | Intensivmedizinerin: "Es könne noch schlimmer werden als letzten Winter"

Die Intensivmedizinerin Caterina Reuchsel vom Wald-Klinikum Gera sieht die Versorgung nicht mehr gesichert. Patienten würden teils noch eine Stunde mit dem Rettungswagen zu ihnen gefahren, weil andernorts keine Betten mehr frei seien, sagte Reuchsel der Nachrichtenagentur AFP.

"Es könnte noch schlimmer werden als letzten Winter." Derzeit lägen 13 Corona-Patienten auf der Intensivstation in Gera. Davon seien nur vier geimpft. "Das ist wirklich demoralisierend, wenn man weiß: Es ist vermeidbar." Die vier Geimpften seien über 70 Jahre alt und hätten eigentlich schon eine Auffrischungsimpfung erhalten können.

Thüringen | Gesundheitsministerin spricht von "dramatischer Situation" auf Intensivstationen

Die Zahl der auf Thüringer Intensivstationen behandelten Corona-Patienten könnte sich nach einer Prognose bis Ende November verdoppeln und einen neuen Rekordwert erreichen. Wenn sich das Infektionsgeschehen weiter so entwickle und keine neuen Maßnahmen hinzukämen, könnten bis dahin 300 Covid-Patienten auf den Intensivstationen sein, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner
Thüringens Gesundheitsministerin befürchtet, dass bis Ende November etwa 300 Covid-Patienten auf Thüringer Intensivstationen liegen. Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Der bisherige Höchststand in Thüringen hatte im April bei etwa 220 gelegen. Am Freitag waren laut Zahlen des Divi-Intensivregisters 152 Covid-Patienten auf Thüringer Intensivstationen. Angesichts der geringeren Zahl der Intensivbetten sei das "eine dramatische Situation", sagte Werner. Derzeit seien 650 Intensivbetten betreibbar.

Durch die hohe Auslastung durch Covid-19-Patienten müssten schon jetzt Operationen abgesagt oder verschoben werden. Teilweise könne es auch dazu führen, dass es manchmal länger dauert bis ein Unfallopfer das Bett erhalte, das es brauche. Werner gehe auch davon aus, dass Thüringen demnächst Patienten in andere Bundesländer verlegen müsse.

Erfurt | Zusammengelegte Gruppen? Eltern wollen längere Öffnungszeiten in Kindergärten

Eltern von Thüringer Kindergartenkindern wollen wieder längere Öffnungszeiten in den Kitas und schlagen dafür eine Zusammenlegung der Gruppen vor. Dadurch könnten die Kinder leichter betreut werden, sagte Landeselternsprecherin Juliane Worgt MDR THÜRNGEN. Derzeit hätten die meisten Kindergärten die Öffnungszeiten wegen der Corona-Regeln auf 7 bis 15:30 Uhr oder sogar auf 7:30 Uhr bis 15 Uhr verkürzt. Das sei zu kurz, egal ob Elternteile 30 oder 40 Stunden pro Woche arbeiten, so Worgt.

Landeselternsprecherin der Kindergärten Juliane Worgt
Juliane Worgt, Landeselternsprecherin der Kindergärten Bildrechte: TLEVK

Grund ist, dass fast alle Kindergärten wieder im eingeschränkten Regelbetrieb in kleineren und festen Gruppen arbeiten. Dafür fehle es aber an Erzieherinnen, sagte Worgt. Außerdem fordern die Eltern, dass die Erzieher mehr Stunden als bisher arbeiten dürfen, sofern sie wollen, und das auch vom Land bezahlt wird. Das Bildungsministerium könne während der Pandemie einen anderen Betreuungsschlüssel ansetzen und somit eine Art Corona-Zusatz-Stunden bezahlen, so der Vorschlag.

Über die Ideen und Forderungen wollen die Eltern am Samstag diskutieren. Die Kreiselternsprecher treffen sich am Nachmittag zur Fachtagung mit Bildungsminister Helmut Holter. Die Diskussion mit Helmut Holter wird im Internet übertragen.

Pößneck | Impfen ohne Termin im Krankenhaus

Am Krankenhaus in Pößneck im Saale-Orla-Kreis wird am Samstag ohne Termin gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das Landratsamt mit. Auch an den kommenden beiden Samstagen ist das Impfen ohne Termin am Pößnecker Krankenhaus möglich. Impfwillige können sich zwischen dem Vakzin von Biontech und Johson&Johnson entscheiden. Geimpft wird jeweils von 7:30 bis 13:30 Uhr. Außerdem können auf der Internetseite impfen-thueringen.de weiterhin Termine gebucht werden.

Jena | Situation auf den Intensivstationen spitzt sich zu

Die Lage auf den Thüringer Intensivstationen spitzt sich weiter zu: Bis Ende nächster Woche rechnen die Intensivstationen mit einer 50-prozentigen Auslastung mit Covid-19-Patienten. Schon ab 20 Prozent sind die Klinik gezwungen, geplante Operationen zu verschieben.

Was bisher geschah | Corona-News vom Freitag, 12.11.2021

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask, dpa, afp

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. November 2021 | 19:00 Uhr

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