Pandemie Omikron-Welle: Zahl der Corona-Infektionen in Thüringen steigt weiter

In Thüringen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen durch die Omikron-Variante weiter an. Das Gesundheitssystem sei aber nicht überlastet. Indes wird die Zahl der Impfstellen künftig wieder reduziert. Die Nachfrage nach Erstimpfungen sank deutlich, daran änderte auch der Protein-Impfstoff von Novavax nichts.

Hand im Latexhandschuh hält positiven Corona-Schnelltest
In Thüringen steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiterhin an. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die Omikron-Welle scheint in Thüringen noch nicht vorbei: Im Freistaat haben sich am Wochenende wieder deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als vor einer Woche. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Thüringer Gesundheitsministeriums vom Sonntag hervor.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Thüringen nach RKI-Angaben am Sonntag auf 1399,8 erfasste Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Samstag hatte der Wert noch bei 1373 und am Freitag bei 1345,6 gelegen. Von Samstag zu Sonntag kamen laut Gesundheitsministerium 4.253 Neuinfektionen hinzu. Eine Woche zuvor waren es noch 3.734 gewesen.

Keine Überlastung des Gesundheitssystems

Generell sind die Inzidenzen in Thüringen in der derzeitigen Infektionswelle mit der Coronavirus-Variante Omikron deutlich höher als während der Delta-Welle. Dennoch zeichnete sich zunächst keine Überlastung des Gesundheitssystems ab. So waren am Sonntag 8,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Als kritischer Wert für mögliche strengere Corona-Regeln gilt derzeit die Zwölf-Prozent-Marke. Aber auch die Hospitalisierungsrate in einer Region spielt eine Rolle. Erst wenn beide Schwellenwerte überschritten sind, kommen nach aktueller Verordnung strengere Maßnahmen.

Künftig weniger Impfstellen in Thüringen

Auch sollen in den kommenden Monaten zumindest einige der Thüringer Impfstellen weiterbetrieben werden. Die mobilen Impfteams sollen ebenfalls nicht gleich komplett wieder abgeschafft werden, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Zwar müsse man die staatlichen Impfstrukturen zurückfahren, sie sollen jedoch zunächst nicht "bis auf Null" reduziert werden, hieß es.

In Thüringen gibt es derzeit 25 Impfstellen, die über den gesamten Freistaat verteilt sind. Für mehrere Einrichtungen laufen die Mietverträge demnächst aus und müssten verlängert werden. Zugleich ließ die Nachfrage nach Corona-Impfungen in den vergangenen Wochen wieder deutlich nach. Deshalb sei es schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit geboten, die Zahl der Impfstellen zu reduzieren, sagte die Sprecherin. Welche Einrichtungen davon betroffen sind, ist noch unklar.

Kaum Interesse an Nuvaxovid-Impfstoff

Zuletzt wurden im Freistaat vor allem Booster-Impfungen verabreicht und kaum noch Erstimpfungen. Daran hat auch der Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax nichts geändert. Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringens (KVT) wurden in Thüringen von den verfügbaren 6.480 Dosen Nuvaxovid bislang nur 500 verimpft.

Insgesamt lag die Impfquote der Erstimpfungen in Thüringen am Sonntag bei 70 Prozent. Zwei Spritzen haben 69,8 Prozent der Menschen erhalten, 50,4 Prozent sind geboostert.

Laut Gesundheitsministerium soll eine Basisausstattung für Corona-Impfungen mit Impfstellen und mobilen Teams erhalten bleiben, weil unklar sei, welche weiteren Immunisierungen vielleicht noch nötig werden. Sollte beispielsweise die Ständige Impfkommission eine vierte Corona-Impfung für Erwachsene empfehlen, könnte die Nachfrage wieder "sprunghaft ansteigen", heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

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MDR(jml)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 06. März 2022 | 19:00 Uhr

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