Pandemie Thüringen: Hohe Corona-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen

Laut Thüringer Gesundheitsministerium liegt die Inzidenz bei Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren aktuell bei 290,6. Auch bei 15- bis 34-Jährigen wird das Virus deutlich häufiger nachgewiesen als bei Personen über 35.

Ein kleines Mädchen schaut auf einen Corona Antigen Test
Aus einem Bericht des Landesamtes für Verbraucherschutz geht hervor, dass es zuletzt in allen Altersgruppen einen deutlichen Anstieg der Inzidenzen gab. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

In Thüringen wird das Coronavirus derzeit vor allem bei Kindern im Alter zwischen fünf und 14 Jahren nachgewiesen. Das geht aus einer Übersicht des Thüringer Gesundheitsministeriums vom Montag hervor. Demnach lag thüringenweit in dieser Altersgruppe die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen sieben Tagen und gerechnet auf 100.000 Einwohner bei 290,6. Zum Vergleich: Über alle Altersgruppen hinweg lag die Thüringen-Inzidenz am Montag bei 96,1. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es derzeit noch keinen zugelassenen Corona-Impfstoff.

Auch in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen ist die Inzidenz höher als im Gesamtdurchschnitt. Sie lag am Montag bei 126,8. Am geringsten war die Inzidenz mit 36,1 bei den 60- bis 79-Jährigen.

Kinder stecken sich in privaten Haushalten an

Aus dem jüngsten Wochenbericht des Landesamtes für Verbraucherschutz vom vergangenen Donnerstag geht hervor, dass es zuletzt einen deutlichen Anstieg der Inzidenzen in allen Altersgruppen gab. Besonders stark war der Anstieg in jüngster Zeit aber bei den Kindern im schulfähigen Alter von sechs bis 17 Jahren, vor allem seit der zweiten Septemberhälfte. In Thüringen hat die Schule nach den Sommerferien am 6. September wieder begonnen.

Laut dieser Daten fanden die Infektionen bezogen auf alle Altersgruppen vor allem im privaten Haushalt und in Gesundheitseinrichtungen statt. Allerdings gelten diese Angaben als ungenau, weil nur in 17 Prozent der übermittelten Infektionsfälle überhaupt Angaben zum Infektionsumfeld gemacht wurden.

Wegen einer erhöhten Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten und hoher Inzidenzen in vielen Landkreisen, gilt inzwischen in fast ganz Thüringen die Warnstufe eins oder zwei. Nur im Weimarer Land und im Landkreis Sonneberg stand am Montag die Corona-Frühwarn-Ampel noch auf grün. In den Kreisen Schmalkalden-Meiningen und im Kreis Saalfeld-Rudolstadt gilt jeweils die Warnstufe zwei.

Corona Schnelltests 3 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 11.10.2021 19:00Uhr 02:34 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

88 Kommentare

pepe79 vor 6 Wochen

@Nico Walter
Sorry Niemann hat recht.
Einfach die positiven Testergebnisse auf 100.000 beziehen ist keine Statistik. Mache ich einen Test der negativ oder positiv ist ist die Inzidenz 0 oder 1, das Ergebnis zufall. Die Positivrate, also positive Test pro durchgeführte Tests je Altersgruppe ust wichtig. Danach kann man auch entscheiden ob Pooltestungen (fordert die CDU für Schulen) einen Mehrwert bringen. Ist die Positivrate zu groß lohnt sich das Verfahren z.B. nicht.
Zur Lagebeurteilung sind representative (für jede Risiko/Altersgruppe!) Stichproben der Tests in der Bevölkerung notwendig um auf die Gesamtbevölkerung hochzurechen. Nur so bekommt man einen relativ wahren Wert und kann den Sinn von Pooltedts auch beurteilen.
Niemann hat recht, was kommt in Zukunft wenn das Testzertifikat nach 12 Monaten für einen gesunden 30jährigen ausgelaufen ist? Nachimpfung ist da nicht empfohlen. Wird das Zertifikat verlängert? Wäre mal wichtig zu wissen!

Nico Walter vor 6 Wochen

Nein, dass ist eine Zusammenfassung mehrerer seroepidemiologischer Studien. Ist da nichts dabei, dass Ihren Erwartungen genügt? Dann lassen Sie uns doch bitte mal wissen, was in einer seroepidemiologische Studie stehen muss, damit es die seroepidemiologische Studie ist, die sie erwarten.

Nico Walter vor 6 Wochen

Liebe Dermbacherin, nun wird es langsam interessant. Sie haben insofern Recht, als das die von mir genannte Definition genau genommen die Inzidenzrate ist. (Steht in der von Ihnen zitierten Quelle gleich darunter.) Die Inzidenzrate kann als Wahrscheinlichkeit interpretiert werden und wird dann Inzidenz genannt. Eine Wahrscheinlichkeit kann aber nie berechnet, sondern immer nur abgeschätzt werden, zum Beispiel wie hier durch eine Rate. Da eine Wahrscheinlichkeit nie berechnet werden kann sind alle veröffentlichten Inzidenzen genau genommen immer Inzidenzenraten. Dieser Unterscheidung spielt aber nur eine Rolle, wenn Sie wissenschaftliche Abhandlungen schreiben. Hier ist es völlig legitim, beide Begriffe synonym zu verwenden.

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