Erfurt | Jena | Weimar Städte stunden Tausende Euro Gewerbemieten wegen Corona-Pandemie

Seit Monaten leiden Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel unter den wegen der Corona-Pandemie verfügten Schließungen. Die Städte Erfurt, Jena und Weimar versuchen, zumindest ihren Mietern die Situation durch Stundungen etwas zu erleichtern.

Symbolbild zum Mietrecht
In der Corona-Krise können Mietzahlungen zur Belastung werden. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Thüringer Städte haben in der Corona-Krise als Vermieter bereits Tausende Euro an Gewerbemiete gestundet. Gastronomiepächter, Dienstleister und Vereine, die kommunale Räume nutzen, hatten sich aufgrund finanzieller Engpässe an die Städte gewandt. Die Städte Erfurt, Weimar und Jena haben sowohl im ersten, als auch im zweiten Lockdown unterstützend reagiert. Das ergab eine Stichprobe von MDR THÜRINGEN.

Erfurt: Stundungen von über 200.000 Euro

Die Städte teilten mit, die Gewerbetreibenden mit teils individuellen Vereinbarungen langfristig halten zu wollen. Ein Sprecher der Stadt Erfurt sagte MDR THÜRINGEN, im ersten Pandemie-Lockdown habe Erfurt 14 Gewerbemietern etwa 40.000 Euro monatlich gestundet. Auch gelte ein Kündigungsverzicht bei Mietschulden bis 2022. Im zweiten Lockdown hätten bislang sechs Unternehmer und Vereine insgesamt 182.000 Euro vorerst nicht zahlen müssen. Sie könnten die ausstehenden Mieten innerhalb von drei Jahren abzahlen. In allen Fällen sei geprüft worden, ob eine Notlage durch die Pandemie entstanden ist. Ein Antrag ist noch offen, abgelehnt wurde nach Angaben des Sprechers keiner.

Vertreter der Thüringer Veranstaltungsbranche demonstrieren vor dem Landtag in Erfurt.
Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur und Veranstaltungsbranche haben seit Monaten unter Schließungen wegen der Corona-Pandemie zu leiden. Hier ein Demonstration von Vertretern der Veranstaltungsbranche vor dem Landtag in Erfurt. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Die Stadt Weimar hat zwei Gaststätten und einem Dienstleister jeweils zwei bis drei Mieten gestundet. Die ausstehende Gesamtsumme beträgt 27.150 Euro.

JenaWohnen: Wollen Mieter langfristig halten

In Jena haben etwa 40 gewerbliche Mieter kommunaler Räume eine Aussetzung der Mietzahlungen beantragt und erhalten. Die meisten sind Mieter bei JenaWohnen. Das kommunale Unternehmen hat laut Stadt in allen Fällen bis auf einen individuelle Vereinbarungen gefunden. Die insgesamt rund 200 Gewerbemieter aus Handel und Gastronomie seien wichtige Partner. JenaWohnen habe großes Interesse, sie über die aktuelle Situation hinaus zu halten. Neun der Fälle betrafen den Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ), der "großzügige, individuelle Lösungen" für die Rückzahlung verspricht. Aktuell seien die Rückstände zudem kleiner, als während der Pandemie-Schließungen vor einem Jahr.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. April 2021 | 13:30 Uhr

3 Kommentare

micha72 vor 4 Tagen

Wer hat das Berufsverbot verhängt?
Die Mieten der öffentlichen Hand müssen erlassen werden.
Unser Gewerbe Vermieter ist privat und wir bezahlen aktuell die Miete aus unserer Altersvorsorge.
Aber die öffentlichen Vermieter sollten wenigstens verzichten.
Unsägliche Zustände sind das mittlerweile. Seit 4 Monaten Berufsverbot und vom Staat haben wir bisher noch keine Entschädigung bekommen. Die hochgelobte Empathie unserer Mitmenschen und Medien lässt auch sehr zu wünschen übrig. Wir sind langsam am Ende unserer Kräfte.

Hugo Braun vor 5 Tagen

Auch nur ein Versuch Insolvenzen zu verschieben.

Sonnenseite vor 5 Tagen

Das ist ja wohl das mindeste!

Wer hat denn ein Arbeitsverbot verhängt?

Eigentlich müssten die Mieten erlassen werden! ☝️


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