Klinik-Auslastungen Corona: Situation in den Krankenhäusern noch überschaubar

Trotz deutschlandweit steigender Corona-Zahlen ist die Lage in den meisten Thüringer Kliniken noch überschaubar. Lediglich in Nordthüringen spürt das Personal die Auswirkungen. Die Thüringer Inzidenz liegt deutlich unter dem Bundesschnitt.

Außenansicht des Zentralklinikums Suhl
Corona-Fälle: Das Zentralklinikum Suhl sieht zunächst keinen Anlass für Notfall-Regelungen. Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen bleibt die Lage in den meisten Thüringer Krankenhäusern mit Blick auf Corona entspannt. Das ergab eine Umfrage von MDR-THÜRINGEN bei mehreren Klinikverbünden. Zwar nehmen die Zahlen von Corona-Patienten demnach wieder leicht zu, noch stufen die Kliniken die Situation aber als unkritisch ein.

19 Corona-Patienten im Erfurter Helios-Klinikum

19 positiv auf Corona getestete Patienten liegen nach Klinik-Angaben aktuell im Helios Klinikum Erfurt - die meisten davon über 70 Jahre alt. Einen leichten Anstieg von Corona-Patienten verzeichnet der Verbund in seiner Klinik in Gotha - ebenso das Eisenacher St. Georg-Klinikum.

Das Zentralklinikum Suhl sieht bislang keinen Anlass für Notfall-Regelungen. Die derzeitigen Virusvarianten würden nur selten schwer verlaufen. 

Zahlenanstieg in Nordthüringen - Isolation fordert Personal

In Nordthüringen, wo die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stark gestiegen sind, ist die Lage im Eichsfeld-Klinikum hingegen angespannter. Wie eine Klinikumssprecherin MDR THÜRINGEN mitteilte, werden derzeit 19 Patienten mit Covid im Klinikum behandelt, davon niemand auf der Intensivstation.

Angespannt sei die Situation vor allem, weil wieder mehr Betten und Personal gebraucht würden. Covid-Patienten müssten dabei streng isoliert von anderen Patienten behandelt werden. Die Situation sei aber händelbar. Laut Sprecherin wird auch wieder strenger auf die Besuchsregeln geachtet. Ein Besucher darf am Tag maximal eine Stunde einen Patienten besuchen. Außerdem gilt Maskenpflicht.

Zahl der Corona-Intensivpatienten gestiegen

Nach RKI-Angaben legte die Zahl der registrierten Corona-Patienten auf Intensivstationen deutschlandweit am Dienstag auf 1.049 zu - nach 958 vor einer Woche. Der Wert ist seit Anfang Juni fast kontinuierlich gestiegen.

Deutschlandweit sind nach RKI-Angaben von Dienstag 18.058 Intensivplätze belegt, 3.032 noch frei. Das entspricht einer Auslastung von etwa 85 Prozent. Thüringenweit schwankt die Auslastung regional zwischen 100 Prozent und 50 Prozent.

Corona-Zahlen steigen deutschlandweit

Deutschlandweit steigen die Corona-Zahlen derzeit weiter an. Das RKI verzeichnete am Dienstag 147.489 Neuinfektionen. Eine Woche zuvor waren es 142.329.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 650,7 am Montag auf 687,7. Thüringen hat mit einer Inzidenz von knapp unter 300 die bundesweit geringste. Die Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohnern in einer Woche nachweislich mit dem Corona-virus infiziert haben.

Abschaffung der Bürgertests verzerrt Zahlen zusätzlich

Die RKI-Zahlen dürften seit dem 1. Juli deutlich an Aussagekraft verloren haben, weil ab diesem Zeitpunkt die kostenlosen Bürgertests abgeschafft worden sind und sich deshalb wesentlich weniger Menschen regelmäßig testen lassen. Die Dunkelziffer hatte das RKI schon zuvor als sehr hoch angegeben.

Den RKI-Angaben zufolge wurden am Dienstag 102 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gemeldet, die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 141.397.

MDR (ls), reuters

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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