Pandemie Corona und Quarantäne: Engpässe in Thüringer Kliniken

Wegen Corona- und Quarantänefällen beim Personal kommen viele Kliniken in Thüringen derzeit an ihre Grenzen. Einige Patienten mussten bereits abgewiesen werden. Auch Hausarztpraxen sind überlastet.

Eine Intensiv-Pflegerin versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten auf einer Intensivstation.
Die Kliniken in Thüringen haben derzeit unter anderem mit vielen Ausfällen beim Personal zu kämpfen. Bildrechte: dpa

Personal-Ausfälle durch Corona machen den Kliniken in Thüringen aktuell stark zu schaffen. Wie die Landeskrankenhausgesellschaft mitteilte, arbeiten die meisten der gut 50 Kliniken derzeit nur eingeschränkt. Viele Ärzte und Pfleger seien infiziert oder in Quarantäne.

Einige Kliniken kommen auf den Intensiv- und auf den Normalstationen an ihre Grenzen. Grundsätzlich bleibe die Patientenversorgung aber gesichert, vor allem bei Notfällen, so die Landeskrankenhausgesellschaft.

Personalmangel: Kliniken müssen Stationen schließen

Das Klinikum Bad Salzungen musste am Wochenende eine internistische Station schließen. Am Katholischen Krankenhaus in Erfurt wurden die Aufnahmen auf allen Stationen um ein Drittel gekürzt. Patienten müssten abgewiesen werden, weil die Betreuung nicht mit der gewohnten Qualität gewährleistet werden kann, heißt es vom KKH. Das betreffe aber weder Krebs- noch Notfallpatienten.

Auch das SRH-Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda meldet einen ungewöhnlich hohen Krankenstand: 28 Mitarbeiter seien positiv getestet worden oder in Quarantäne, so der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Carsten Stülzebach. Das seien fast zehn Prozent des Personals.

leere Betten im Krankenhaus 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 15.03.2022 19:00Uhr 01:57 min

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Die Kliniken bereiten sich zudem bereits auf die nächste Herausforderung vor. Laut Stülzebach gebe es vermehrt Patienten und Patientinnen mit Corona-Langzeitfolgen. Das seien Lungenentzündungen, Luftnot bei Belastung, Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Zu viele PCR-Tests: Hausarztpraxen überlastet

Auch viele Hausarztpraxen in Thüringen sind überlastet. Der Verbandschef des Thüringer Hausärzteverband berichtet in der Thüringer Allgemeinen Zeitung, dass die ambulante hausärztliche Versorgung in einigen Regionen bereits zusammengebrochen sei. Vor Arztpraxen würden sich bis zu 200 Meter lange Schlangen bilden. Hintergrund sei die Verpflichtung, bei einem positiven Schnelltest einen PCR-Test machen zu lassen. Zitterbart plädiert deshalb dafür, die PCR-Testvorgabe aufzugeben.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) empfiehlt Patienten, die noch vorhandenen KV-Abstrichstellen zu nutzen. Die KV hat allerdings angekündigt, ihre Abstrichstellen Ende März zu schließen.

Mehr zu Corona und zur Situation in den Kliniken

MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. März 2022 | 10:00 Uhr

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