Corona PCR-Testpflicht für Angestellte: Erste Kreise widersprechen Landesregierung

Nach dem Willen der Landesregierung wird die 2G-Pflicht in Thüringen deutlich ausgeweitet. Beschäftigte in betroffenen Bereichen sollten demnach einen PCR-Test benötigen. Aus mehreren Regionen des Freistaats kommt Widerspruch.

Proben von Patienten für die Virus-Diagnostik
Die Kreise Sonneberg und Nordhausen halten nichts von einer PCR-Testpflicht. Bildrechte: dpa

Mehrere Landkreise in Thüringen wollen die PCR-Testpflicht für Angestellte, die weder geimpft noch genesen sind, nicht umsetzen. Das betrifft vor allem Beschäftigte in den Bereichen, in denen für Kunden die 2G-Regel gilt. Dazu zählen beispielsweise Hotels, die Gastronomie und Friseursalons. Die Kreisverwaltungen teilten auf ihren Internetseiten mit, dass ein Antigen-Schnelltest reicht.

Das Thüringer Gesundheitsministerium hatte den Verwaltungen von Landkreisen und kreisfreien Städten am Mittwoch eine Muster-Allgemeinverfügung zugestellt, mit der sie die 2G-Regelung unter anderem für Veranstaltungen, die Gastronomie und verschiedene Freizeitbereiche vor Ort umsetzen sollen.

Ministerium droht Kreis Sonneberg mit rechtlichen Konsequenzen

Das Landratsamt Sonneberg hatte die Ablehnung mit den vorhandenen Testkapazitäten begründet und verwies darauf, dass Schnelltests praktikabler seien. Der Kreis wollte damit auch den "berechtigten Bedenken und Forderungen" der Wirtschaft entgegenkommen.

Wie jedoch am Donnerstagabend bekannt wurde, muss der Kreis Sonneberg seine Allgemeinverfügung überarbeiten. Wie Vizelandrat Jürgen Köpper (CDU) MDR THÜRINGEN sagte, besteht das Gesundheitsministerium auf eine PCR-Testpflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt, bei denen 2G gilt. Sollte die Verordnung nicht entsprechend überarbeitet werden, habe das Ministerium rechtliche Konsequenzen angedroht. Unklar war zunächst, ob es ähnliche Vorgaben auch in anderen Thüringer Regionen gab.

Nordhausen: PCR-Tests belasten Ärzte und Labore

Entgegen des Beschlusses der Landesregierung hatte auch der Landkreis Nordhausen die entsprechende Richtlinie nicht in seine neue Allgemeinverfügung übernommen. Demnach soll für die Mitarbeiter in Bereichen mit 2G-Pflicht ein Schnelltest aus einem Testzentrum reichen. Landrat Thomas Jendricke (SPD) sagte, PCR-Tests stünden zum einen nicht ausreichend bereit. Außerdem dauere es durch die Testpflicht wieder länger, bis die Ergebnisse vorlägen. Die Vorschrift belaste die Kapazitäten bei Ärzten und Laboren.

Stand Donnerstag wichen auch der Saale-Orla-Kreis, der Kreis Gotha und die Stadt Weimar von der Landesvorgabe ab und wollten Antigentests für Beschäftigte erlauben.

Kurzfristigkeit in der Kritik

Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) kritisierte zudem am Donnerstag, dass die Endfassung der Musterverfügung den Kommunen erst kurzfristig zugegangen sei und dass das Land dabei "undifferenziert" vorgehe. "Für mich sowie wahrscheinlich für alle anderen lokalen Verwaltungen in ganz Thüringen ist das Vorgehen kaum verständlich."

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Quelle: MDR(cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. November 2021 | 18:00 Uhr

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