Corona-Pandemie Inzidenz in Thüringen steigt erneut - höchster Wert Deutschlands

Das Corona-Infektionsgeschehen in Thüringen nimmt weiter zu, in Jena springt die Stadt bei Schnelltests für Schulen ein, die Landeselternvertretung für Kindergärten fordert eine Testpflicht für ungeimpfte Erzieher, die AfD-Fraktion klagt gegen 2G- und 3G-Modelle und das Testzentrum Hildburghausen ist künftig winterfest.

Computergrafik eines Coronavirus (in roter Farbe dargestellt) mit deinen Spikeproteinen (hier in organge). In weiß dargestellte Antikörper, die wie dreizackige Sterne aussehen, verhaken sich in den Spikeproteinen.
Thüringen hat weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern. Bildrechte: IMAGO / Science Photo Library

Das Corona-Infektionsgeschehen in Thüringen nimmt weiter zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Donnerstag mit 172,2 aus. Das ist weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern.

Am Mittwoch hatte die Ansteckungsrate noch bei 163,5 gelegen. Deutschlandweit beträgt sie laut RKI 85,6, nach 80,4 am Vortag. Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten seitdem nach RKI-Angaben 770 Neuinfektionen sowie einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Spanne der Inzidenz auf kommunaler Ebene bewegt sich zwischen 69,1 im Landkreis Nordhausen und 257,1 im Kyffhäuserkreis.

In Jena springt die Stadt bei Schnelltests für Schulen ein

Die Feuerwehr Jena hat am Donnerstag etwa 3.000 Corona-Schnelltests an mehrere Schulen in der Stadt ausgeliefert. Wie ein Stadtsprecher sagte, sei die Stadt eingesprungen, um die regelmäßigen Kontrollen auf das Corona-Virus abzusichern. Zusätzlich seien die Tests auch Voraussetzung für Sport- und Freizeitaktivitäten von vielen Schülerinnen und Schülern.

Nach einer Umfrage des Bildungsdezernats hatten acht Schulen Bedarf angemeldet. Das Land Thüringen kann laut Mitteilung erst nach den Ferien wieder Tests bereitstellen. Jenas Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) erneuerte seine Kritik, dass das Bildungsministerium erst viel zu spät eingelenkt und Testangebote in den Schulen wieder verbindlich gemacht habe.

Landeselternvertretung für Kindergärten fordert Testpflicht für ungeimpfte Erzieher

Die Thüringer Landeselternvertretung für Kindergärten spricht sich angesichts steigender Corona-Infektionen für eine Testpflicht für ungeimpfte Erzieher aus. Sie sollten zweimal wöchentlich verpflichtend getestet werden, heißt es in einem offenen Brief der Sprecherin Juliane Worgt an Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Geimpfte Erzieher sollten sich wenigstens einmal pro Woche testen lassen. Dadurch könnten Corona-Fälle früher erkannt werden und sich weniger Kinder, Eltern und Erzieher anstecken, so Worgt weiter.

Die Landeselternvertretung hält auch für Kindergartenkinder Testangebote für notwendig. Hier müsse das Ministerium schnell handeln. Mit Blick auf die Öffnungszeiten fordert die Landeselternsprecherin, dass auch während der 3. Warnstufe eine Betreuung von zehn Stunden pro Tag sichergestellt wird.

Im Kyffhäuserkreis würden bereits jetzt wieder Öffnungszeiten in Kindergärten verkürzt, weil Kinder nur in festen Gruppen von festen Erziehern betreut werden dürfen. Für Eltern bedeute das erneut, dass sie ihre Arbeitszeiten anpassen oder Großeltern bemühen müssen. Könne der Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung von zehn Stunden nicht erfüllt werden, müssten die Beiträge gesenkt werden.

AfD klagt gegen 2G- und 3G-Modelle

Die Thüringer AfD will die 2G- und 3G-Regeln vom Thüringer Verfassungsgerichtshof überprüfen lassen. Eine entsprechende Klage sei eingereicht worden, teilte die AfD-Landtagsfraktion am Donnerstag mit. Laut AfD sind die Regeln verfassungswidrig. Sie würden gegen grundlegende Freiheitsrechte der Bürger wie den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen. Außerdem seien sie unverhältnismäßig, heißt es in der Begründung der Normenkontrollklage.

So würden Ungeimpfte mit den 2G-Regeln vom öffentlichen Leben vollständig ausgeschlossen. Bei 3G werde die Teilnahme durch Tests erheblich erschwert. Außerdem seien die Regeln generell verfassungswidrig, weil sie unverhältnismäßig seien. Der Ausschluss vom öffentlichen Leben sei schwer - der Vorteil von 2G und 3G für die Pandemieeindämmung dagegen gering, so die Begründung.

Testzentrum Hildburghausen künftig "winterfest"

Das Testzentrum des Kreises Hildburghausen zieht vom Zelt in ein festes Gebäude um. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde in der Bahnhofstraße 20 eine winterfeste Unterkunft gefunden. Dort gebe es auch ausreichend Lagermöglichkeiten, außerdem könne das Zentrum mit dem Auto angefahren werden.

Umgezogen wird am Samstag, dann schließt auch das bisherige Testzentrum im Zelt an der Berufsschule. Das neue Zentrum in der Bahnhofstraße hat künftig 11 bis 19 Uhr unter der Woche, samstags von 10 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Oktober 2021 | 18:00 Uhr

25 Kommentare

astrodon vor 6 Wochen

@Moria: Und das bedeutet dann, ein Geimpfter wäre vor einer Infektion geschützt ?!? Könnte sich weder infizieren noch den Erreger weiter verbreiten?
Was für ein Unfug ...

knarf2 vor 6 Wochen

Freies Moria:Sie multiplizieren also ihre persönliche Bandbreite wie es scheint mit den Hunderttausenden Fällen im Land und ziehen daraus Ihre Schlußfolverungen?

DermbacherIn vor 6 Wochen

@astrodon
@knarf2
Ihre Kommentare zeigen mir, an einer ernsthaften Diskussion sind sie offenbar nicht wirklich interessiert, ich ignoriere sie fortan als NutzerInnen.

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