Pandemie Kein neuer Corona-Lockdown im Herbst? Ministerin hält Lage für beherrschbar

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) rechnet nicht mit einem weiteren Corona-Lockdown im Herbst. Gleichzeitig geht die Landesregierung von einem "kleinen Anstieg" der Infektionszahlen im Herbst aus, sagte Werner im Gespräch mit MDR THÜRINGEN. Um einen weiteren Lockdown zu verhindern, sei die Einhaltung der AHA-Regeln aber auch weiterhin notwendig. Die CDU gibt sich skeptisch.

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) vor einem Stapel von Paketen im Thüringer Pandemielager.
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hält die Pandemielage nach derzeitiger Einschätzung für beherrschbar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) rechnet nicht mit einem weiteren Corona-Lockdown im Herbst. Mit den Impfungen gegen das Coronavirus habe man ein wichtiges Instrument in der Hand, sagte Werner MDR THÜRINGEN. Damit sei die Pandemielage nach derzeitiger Einschätzung beherrschbar. Das gelte auch für den Fall, dass möglicherweise Auffrischungsimpfungen nötig sein werden.

AHA-Regeln als Corona-Vorbeugung weiterhin empfohlen

Nach Werners Worten geht die Landesregierung derzeit aber davon aus, dass es im Herbst einen "kleinen Anstieg" der Corona-Infektionen geben könnte. "Wir rechnen schon damit, dass durch Reiserückkehrer und durch die Delta-Variante, die jetzt auch in Thüringen angekommen ist, es nochmal zu erhöhten Infektionen kommen kann." Man gehe aber nicht davon aus, "dass wir wieder in so eine Notlage geraten, wie es beispielsweise Anfang des Jahres gewesen ist".

Wichtig sei aber, dass die Menschen die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) trotzdem einhielten und sich auch impfen ließen, sagte Werner weiter. "Denn es gibt auch Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, zum Beispiel Kinder." Deswegen sei es wichtig, "dass wir an der Stelle eben auch alle solidarisch sind".

Die CDU steht der Prognose von Gesundheitsministerin Werner skeptisch gegenüber. Thüringen müsse für den Herbst vorsorgen vor allem in den Schulen - mit digitalen Endgeräten und moderner Lüftungstechnologie, sagte Thüringens CDU- Fraktionschef Mario Voigt. Thüringen habe einen schwierigen Herbst gehabt, weil die Landesregierung den letzten Sommer verschlafen habe, so Voigt.

Hälfte der Thüringer mindestens einmal geimpft

Bis zum Samstag hatten mehr als eine Million Thüringer mindestens eine Corona-Impfung erhalten, die Quote lage damit bei 50,6 Prozent. Als vollständig geimpft gilt fast jeder dritte Mensch im Freistaat (32,5 Prozent) - im bundesweiten Durchschnitt sind es 34,8 Prozent.

Pandemielager in Erfurt soll auch nach Corona bestehen bleiben

Das vor einem Jahr in Erfurt eingerichtete Pandemielager des Landes soll nach den Worten der Gesundheitsministerin auch nach dem Ende der Corona-Pandemie bestehen bleiben. "Wir wollen vorbereitet sein auf Pandemien, und dazu gehört auch, dass man entsprechende Lagermöglichkeiten für persönliche Schutzausrüstungen und andere Materialien hat", sagte sie.

Zwei Menschen packen schwere Pakete im Thüringer Pandemielager auf einen Rollwagen.
Im Thüringer Pandemielager in Erfurt lagern FFP2-Masken, OP-Masken, Schutzkittel und Handschuhe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aus dem Pandemielager werden unter anderem die Impfzentren und -stellen des Landes mit Impfstoff gegen Covid-19 versorgt. Außerdem werden dort als Notfallreserve Materialien wie Schutzkleidung, Masken und Spritzen vorgehalten. Derzeit lagern dort nach Angaben des stellvertretenden Leiters des Landesamts für Verbraucherschutz, Lothar Hoffmann, unter anderem 350.000 FFP2-Masken, rund zwei Millionen OP-Masken, 500.000 Schutzkittel und vier Millionen Handschuhe.

Für die Ausstattung des Lagers und den Kauf von Schutzmaterial und Impfstoffen hat das Land nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang rund 25 Millionen Euro ausgegeben. Betrieben wird das Pandemielager vom Landesamt für Verbraucherschutz.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Juni 2021 | 07:00 Uhr

55 Kommentare

Critica vor 12 Wochen

Die "Indizien" werden für Thüringen nun schon im 0,5-Bereich angegeben. Was soll denn noch passieren, damit die Gängelei endlich aufhört?
Weniger als 0 geht ja wohl nicht. Und womit soll man sich anstecken, wenn nichts da ist? Auf "Vorrat" zu gängeln, halte ich für übertrieben. Irgendwo wird immer ein "Pups" gelassen, der jemandem quer sitzt.

wwdd vor 12 Wochen

Sollte es ein schwerer Verlauf sein hoffe ich, dass meine Patientenverfügung zieht. Ansonsten wäre bin ich für die aktive Sterbehilfe, aber dafür muß man in diesem Land selbst vorsorgen. Zu meiner weiteren Einstellung müssen sie wissen, dass ich sehr gesund lebe, nicht rauche und Sport treibe. Ich habe seit Jahren keinen Arzt aufgesucht und dem Gesundheitssystem finanziell mehr gebracht als genommen.

Critica vor 12 Wochen

Martin interpretiert wieder in einen Text, was ihm gerade gefällt. Können Sie gern tun.
Aber "Druck" auf Menschen ausüben, die sich nicht impfen lassen wollen, geht leider nicht. Das ist "Nötigung", und Nötigung ist strafbar.
Und glauben Sie nur, die Menschen sind in der Lage, Verantwortung für ihr Tun selbst zu übernehmen. Wer dies nicht kann, hat meist einen Betreuer oder Erziehungsberechtigte etc.
Die anderen aber können für sich selbst sorgen.

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