Weihnachten und Silvester Corona-Lockdown in Thüringen: Diese Regeln gelten jetzt

Thüringen ist im Lockdown. Seit dem 16. Dezember gelten neue Regeln für Schulen und Kindergärten, private Treffen und Geschäfte, für Weihnachten und Silvester - vorerst bis zum 10. Januar. Die konkreten Bestimmungen für den Freistaat finden Sie hier in unserer Übersicht.

Eine Frau mit Mund-Nasenschutz-Maske schaut sehnsüchtig aus dem Wohnzimmerfenster, innen brennen die Kerzen des Weihnachstbaumes.
Thüringen geht wie ganz Deutschland noch vor Weihnachten in einen Lockdown. An Weihnachten darf sich der engste Familienkreis treffen. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images / MiS

Bundesweit wird das öffentliche Leben ab dem 16. Dezember stark heruntergefahren, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Jede Person ist dazu aufgerufen, "die physisch-sozialen Kontakte zu anderen Personen außer zu den Angehörigen des eigenen Haushalts und zu Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren", heißt es in der neuen Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die am Montag veröffentlicht wurde. An den Weihnachtstagen werden die strengen Kontaktbeschränkungen leicht gelockert.

Ausgangsbeschränkung

Seit Mittwoch gilt in ganz Thüringen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Wohnungen und sonstige Unterkünfte dürfen vom Abend des 15. Dezember bis zum 10. Januar zwischen 22 und 5 Uhr nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. Triftige Gründe sind:

  • Abwendung einer Gefahr für Leib und Leben
  • medizinische Notfälle und Geburten
  • Pflege und Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Menschen sowie notwendige Fürsorge für minderjährige Menschen
  • Begleitung von Sterbenden
  • Wahrnehmung eines Umgangs- oder Sorgerechts
  • Besuch von Lebenspartnern
  • Versorgung von Angehörigen
  • Wege zur Arbeit
  • die Durchfahrt durch Thüringen
  • die Teilnahme an besonderen religiösen Zusammenkünften zu hohen Feiertagen
  • Versorgung von Tieren

Die Ausgangsbeschränkungen gelten nicht vom 24. bis 26. Dezember sowie am 31. Dezember ab 22:00 Uhr bis zum 1. Januar um 3:00 Uhr.

Wird der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten, können von den aktuell gültigen Ausgangsbeschränkungen abweichende Allgemeinverfügungen erlassen werden. Gleiches gilt, wenn dieser Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten und die Ausgangsbeschränkung nicht weiterhin zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie erforderlich ist.

Private Treffen

Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen.

Reisen

Jede Person ist angehalten, auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten. Das gleiche gilt für Dienstreisen. Busreisen und Übernachtungsangebote für touristische Zwecke sind untersagt.

Weihnachten

Für Weihnachten gelten gesonderte Kontaktbeschränkungen. Vom 24. bis 26. Dezember dürfen sich Angehörige eines Haushalts "mit bis zu vier weitere Personen aus dem engsten Familienkreis treffen" - Kinder einschließlich 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Zum engsten Familienkreis gehören laut Verordnung neben Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft auch Verwandte in gerader Linie, das heißt Geschwister und Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige.

Die Landesregierung empfiehlt dringend, den Kontakt zu Personen, die nicht zum eigenen Haushalt zählen, in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren.

Gottesdienste dürfen zu Weihnachten nur unter strengen Auflagen gefeiert werden. Hierzu zählen Abstandsgebot, Maskenpflicht und Gesangsverbot.

Silvester

Der Verkauf von Raketen, Böllern und anderer Pyrotechnik ist vor dem Jahreswechsel 2020/2021 verboten. Die Landesregierung empfiehlt, auf das Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verzichten. Auf öffentlichen Plätzen ist dies verboten. Silvesterfeiern im öffentlichen Raum sind untersagt. Es gelten außerdem die Regelungen für private Treffen mit nicht mehr als fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten.

Silvesterfeuerwerk
Raketen dürfen in diesem Jahr in Thüringen nicht verkauft werden. Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen ist zudem untersagt. Bildrechte: IMAGO

Alkoholverbot

Ausschank und Verzehr von alkoholischen Getränken ist in der Öffentlichkeit verboten.

Schulen und Kindergärten

Am 16. Dezember sind staatliche und freie Schulen in den Heimunterricht gewechselt. Ausnahmen soll es für unaufschiebbare Prüfungen geben.

Kindergärten und Angebote zur Kindertagespflege werden bis zum 10. Januar geschlossen. Jede Familie wird gebeten, eine Betreuung zu Hause zu ermöglichen. Eine Notbetreuung in Kindergärten bleibt jedoch möglich.

Einzelhandel: Diese Läden schließen seit 16. Dezember

  • Läden des Einzelhandels - mit Ausnahme von Lebensmittelhändlern, Drogerien und Apotheken
  • Friseure, Kosmetik-, Tattoo-, Piercings- und Massagestudios
  • Baumärkte
  • Blumengeschäfte
  • Feuerwerksverkaufsstellen

Diese Läden und Einrichtungen bleiben geöffnet

  • Lebensmittelhandel und Warenverkauf des täglichen Bedarfs
  • Bäckereien und Fleischereien
  • Drogerien
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Optiker und Hörgeräteakustiker
  • Post, Banken und Sparkassen
  • Weihnachtsbaumverkauf
  • Getränkehandel
  • Tierbedarf
  • Tankstellen, Kfz-Handel, Kfz-Teile- und Fahrradverkaufsläden
  • Buchhandel mit der Einschränkung, dass elektronisch oder telefonisch bestellte Ware kontaktlos weitergegeben wird
  • Lieferservice, Restaurants bei Abholung der Speisen
  • medizinische Einrichtung für Therapien und Behandlungen

Freizeit- und Veranstaltungsangebote

Schließen müssen seit dem 16. Dezember auch folgende Einrichtungen und Angebote, sofern sie dies nicht bereits sind:

  • Theater, Opern, Kinos und Konzerthäuser
  • Museen, Schlösser und Burgen, Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten
  • Ausstellungen und Messen jeder Art
  • Bibliotheken mit Ausnahme der Medienausleihe sowie mit Ausnahme von Fachbibliotheken und Bibliotheken an Hochschulen
  • Freizeitparks, Themenparks, Freizeitangebote und Angebote von Schaustellern
  • Zoos und Tierparks
  • Spielhallen und -banken sowie Wettbüros
  • Schwimm- und Erlebnisbäder mit Ausnahme von medizinisch notwendigen Angeboten sowie Schwimmunterricht nach Lehr- und Ausbildungsplänen
  • Saunen und Solarien
  • Fitnessstudios
  • Tanzschulen, Musik- und Kunstschulen, Musik- und Gesangsunterricht
  • Fahrschulen
  • touristische Angebote wie Stadt- und Fremdenführungen, Kutsch- und Rundfahrten
  • Sessel- und Skilifte

Skilift am Fallbachhang Oberhof
Bildrechte: Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

Sport

Freizeitsport und der organisierte Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und nicht-öffentlichen Sportanlagen sowie unter freiem Himmel außerhalb von Sportanlagen ist untersagt. Davon ausgenommen sind:

  • Individualsport ohne Körperkontakt unter freiem Himmel wie etwa Reiten, Tennis, Golf, Leichtathletik, Schießsport, Radsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts
  • Sport- und Schwimmunterricht nach Lehr-, Ausbildungs- und Studienplänen
  • Trainingsbetrieb in Sportgymnasien
  • Trainings- und Wettkampfbetrieb von Profisportvereinen und olympischen wie paraolympischen Kaderathleten

Pflegeeinrichtungen

In Pflege und Seniorenheimen sowie auf stationären Pflegestationen ist nur ein Besucher pro Tag zugelassen. Besucher müssen FFP2-Masken oder gleichwertige Masken tragen. Angestellte in Pflege- und Altenheimen sind verpflichtet, sich in regelmäßigen Abständen auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen. Tagespflegeeinrichtungen sind geschlossen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs/ask/jml/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 15. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

21 Kommentare

Ritter Runkel vor 39 Wochen

Ein Plan wäre, die CT-Werte der PCR-Test bei den Meldezahlen für den Index zu berücksichtigen, die Zahlen würden schlagartig sinken, Warnampeln ausgehen und die 50 würde wieder realistisch erreichbar werden.

kritisch nachgefragt vor 39 Wochen

übrigens, nicht alle Mitbürger, die sich kritisch über die derzeitige Situation und
die verhängten Maßnahmen äußern sind, Nazis, Reichsbürger oder Verschwörungstheoretiker.

kritisch nachgefragt vor 39 Wochen

Solidarität mit den gefährdeten Bevölkerungsgruppen ist gut und wichtig, man darf dabei aber nicht den Rest der Bevölkerung vergessen. Auch die Kinder und Jugendlichen, die keine richtige Schulausbildung mehr bekommen oder deren Lehrstelle gefährdet ist, die Einzelhändler, die Gaststättenbetreiber, die Kulturschaffenden (ich kann die Liste beliebig fortsetzen), all die Menschen, die arbeitlos geworden oder in Kurzarbeit von selbiger bedroht sind und um ihre Existenz bangen, haben unsere Solidarität verdient. Als Mitarbeiter im Rettungsdienst bin ich an vorderster Front und ich weiß, daß die Probleme im Gesundheitswesen nicht erst seit Corona bestehen. Durch die Privatisierung und dem damit verbundenen gewinnorientierten Wirtschaften wurde das Gesundheitswesen kaputt gespart. Ich finde die Lockdown-Maßnahmen unverantwortlich und sicher nicht zielführend! Sie fördern nur die weitere Spaltung der Gesellschaft.

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