Corona-Lockdown Thüringer Kabinett schlägt Stufenplan für Lockerungen vor, CDU zieht nach

Das Thüringer Kabinett hat einen Fahrplan für den Ausstieg aus dem Corona-Lockdown entwickelt. Vorgesehen sind fünf Stufen. Abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Infektionsgeschehen und den Impfungen gelten dann bestimmte Lockerungen. Die CDU legt einen eigenen Stufenplan vor.

Das Konzept, das MDR THÜRINGEN vorliegt, sieht fünf Stufen mit unterschiedlich strengen Auflagen vor. Welche Stufe gilt, hängt zum einen von den Infektionszahlen ab, zum anderen aber etwa auch von der Zahl der geimpften Menschen und der Belegung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten.

Laut dem Stufenplan soll bis zu einer Inzidenz von fünf auf freiheitsbeschränkende Auflagen verzichtet werden. Eine Inzidenz bis 25 wird als moderates Infektionsgeschehen eingestuft. Aber hier gelten erste Auflagen, wie etwa, dass sich maximal nur zwei Haushalte in geschlossenen Räumen treffen dürfen. Mit weiter steigenden Infektionszahlen sollen zunehmend strengere Auflagen verhängt werden.

  • Inzidenz zwischen 25 und 50: hoch
  • Inzidenz zwischen 50 und 100: stark
  • Indizenz zwischen 100 und 200: sehr stark
  • Inzidenz über 200: eskalierend

Inzidenz ab 100: Friseure dürfen öffnen

Zum Beispiel gilt ab einer Inzidenz von 100 und höher wie bereits bisher, dass etwa Gaststätten, Fitnesstudios, Museen und Kindergärten geschlossen sind. Das Konzept sieht aber auch vor, dass zum Beispiel Friseure und Kosmetiker schon bei einer Inzidenz zwischen 100 und 200 wieder öffnen dürfen. Allerdings nur, wenn die Infektionszahlen im Sinken begriffen sind.

Der Einzelhandel dürfte demnach wieder bei einer Inzidenz unter 100 mit Auflagen öffnen. Die Regeln sollen landesweit gelten. Thüringen weist zurzeit laut Staatskanzlei eine Inzidenz von 135 auf - das ist der höchste Wert aller 16 Bundesländer.

Porträts von den beiden Kunden vorher und nachher. Porträt Inhaber. Fotos von den Kunden in Arbeit (Melanie Lauer mit Jo West und Manuel Thomas mit Andrea Hoffmann). Die Azubi Viviane putzt Sessel und spült Andrea Hoffmann die Farbe raus. Details aus dem Laden
Friseure dürften wieder öffnen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Vorschlag: bundesweit einheitlich

Der Stufenplan ist noch ein Entwurf. Er soll am Dienstag vom Thüringer Kabinett abschließend beraten und beschlossen werden. Dabei kann es bei einzelnen Punkten noch zu Änderungen kommen. Das Konzept will Thüringen auch als Vorschlag mit in die Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch einbringen.

Kammern und Wirtschaftsverbände hatten in den vergangenen Tagen ein verbindliches Ausstiegsszenario verlangt und teils eigene Vorschläge gemacht. Der Stufenplan der Landesregierung orientiert sich an denen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, setzt aber eigene Akzente.

CDU legt jetzt ebenfalls Stufenplan vor

Die Thüringer CDU hat ebenfalls einen Stufenplan zum Ausstieg aus dem Corona-Lockdown erarbeitet. Das Konzept, das MDR THÜRINGEN vorliegt, sieht fünf Stufen vor mit unterschiedlich strengen Auflagen. Entscheidender Richtwert sind dabei die Infektionszahlen.

  • Inzidenz zwischen 10 und 35: überdurchschnittlich
  • Inzidenz zwischen 35 und 50: ansteigend
  • Inzidenz zwischen 50 und 100: hoch
  • Indizenz zwischen 100 und 200: sehr hoch
  • Inzidenz über 200: höchste Gefahrenstufe

Bei Werten unter zehn schlägt die Union weitgehende Normalität im Alltag vor.

Allerdings soll auch unterhalb der niedrigsten Stufe die Maskenpflicht gelten. Laut dem CDU-Konzept sollen zum Beispiel Friseure und Gaststätten ab einer Inzidenz von weniger als 100 wieder öffnen können. Ab einer Inzidenz unter 35 sollen private Kontakte wieder ohne Auflagen erlaubt sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Februar 2021 | 14:00 Uhr

100 Kommentare

Nico Walter vor 41 Wochen

Es tut mir ehrlich Leid, aber ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Was haben denn bitte das Gehalt, die Kinder oder der Frisör der Experten mit der Pandemie zu tun? Ich hoffe mal inständig: gar nichts. Von einem kompetenten Wissenschaftler erwarte ich doch gerade, dass er offen und ehrlich sagt, was seiner Ansicht nach das Beste ist, egal ob er oder sie von möglichen negativen Folgen betroffen sind oder nicht. Sie können doch den Boten nicht für die schlechte Nachricht verantwortlich machen. Ihnen das vorzuwerfen ist einfach nicht fair.

Natürlich wird nicht alles richtig sein, was sie sagen und die eine oder andere Maßnahme sich im Nachhinein vielleicht als überflüssig erweisen. Es sind nun mal Menschen und keine Götter. In den meisten Fällen haben sie bisher aber richtig gelegen und ihre Meinung ist und bleibt die beste Option, die wir haben. Den Arzt zu verfluchen nur weil einem die bittere Medizin nicht schmeckt, ist dagegen ganz sicher keine. Da s hat noch niemandem geholfen.

emlo vor 41 Wochen

Ich denke niemand ist vom Lockdown begeistert, auch "die Politik" nicht. Aber Ihr Beitrag ist dennoch ein einziges "Geschwurbel". Was glauben Sie denn, warum die Zahlen derzeit sinken? Ist es für Sie völlig unlogisch, dass das an den Kontaktbeschränkungen liegt? Für mich ist das sehr logisch. Und dann wieder der (nachgewiesenermaßen) unsinnige Vergleich mit der Influenza! Meine Güte, nehmen Sie einfach mal zur Kenntnis, dass das Corona-Virus infektiöser ist und schwerwiegendere Folgen hat. Was, bitteschön, wollen Sie uns mit Ihrem "Geraune" um den Impfstoff eigentlich sagen?

emlo vor 41 Wochen

Was befähigt Sie dazu, die Qualifikation von Wissenschaftlern und Experten herabzuwürdigen, indem Sie diese in Anführungszeichen setzen?! Welches entsprechendes fachliches Wissen haben Sie vorzuweisen?

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