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Eine Mutter und ihre Kinder beim Homeschooling. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Bilanz zum Muttertag

Corona: Mütter zwischen Lohnarbeit, Hausarbeit und Homeschooling

von Franziska Grewe, MDR THÜRINGEN

Stand: 09. Mai 2021, 09:49 Uhr

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, das ist seit der Pandemie deutlich aufwendiger und stressiger geworden. Besonders viel bleibt dabei an Müttern hängen. Die steigende Belastung führt zunehmend zu psychischen Erkrankungen. Eine Bilanz zum Muttertag.

Nach Ansicht von Frauenvertretern sind Mütter in der Corona-Pandemie häufig besonders belastet. Wie die Gleichstellungsbeauftragte des Landes, Gabi Ohler, MDR THÜRINGEN sagte, ist zu Hausarbeit und Lohnarbeit noch das Homeschooling hinzugekommen. Das führe vermehrt zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder gar Burn-out. Zudem sind es Ohler zufolge meist Frauen, die in systemrelevanten Berufen "das Land am Laufen halten".

Gesellschaft ist "existenziell abhängig von Frauen"

Frauen arbeiten demnach besonders häufig in Pflegeberufen, Erziehung, Schulen, Supermärkten und bei Reinigungsfirmen. Damit ist die Gesellschaft, wie die Gleichstellungsbeauftragte sagt, "existenziell abhängig von Frauen". Dabei sei die Gesellschaft aber nicht bereit, ihre Systemrelevanz angemessen zu vergüten. Die Berufe in den genannten Branchen sind vor allem im unteren Einkommenssegment angesiedelt. Berufstätige im Einzelhandel und der Gastronomie müssen gerade zudem meist mit Kurzarbeitergeld auskommen.

Das Koordinieren von Beruf und Familie ist seit der Pandemie aufwendiger und stressiger geworden. Das berichtet auch Christine Schwarzbach von Landfrauenverband. Demnach sind es vor allem Mütter, die pandemiebedingt zusätzlich weitere Aufgaben übernehmen, darunter zum Beispiel das Unterrichten der Kinder von Zuhause aus. Wie Schwarzbach sagt, müssen sich Mütter oft selbst erst den Zugang zu Themen und Lehrmethoden erarbeiten, bevor sie sich gemeinsam mit ihren Kindern an den Schreibtisch setzen können. Auch das Organisieren von Hygienematerialien, wie medizinischen Masken, sei meist Aufgabe der Frauen. Genauso, wie das Bestellen von Kleidung, Schuhen und Schulmaterialien.

Häusliche Gewalt hat während Corona zugenommen

Friederike Theile, Geschäftsführerin des Landesfrauenrats, berichtet zudem, dass häusliche Gewalt in der Pandemie zugenommen hat. Sie rechnet in der kommenden Zeit mit einer steigenden Zahl an Frauen, die Schutz in Frauenhäusern suchen. Bereits im ersten Lockdown ist demnach zu beobachten gewesen, dass Hilfetelefone zwanzig Prozent mehr Anrufe erhielten. Die Landesgleichstellungsbeauftragte bestätigt, dass während des Lockdowns zunehmend Fälle von häuslicher Gewalt registriert werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 09. Mai 2021 | 09:00 Uhr

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