Thüringen-Ticker zur Covid-19-Lage Corona-News vom 22. Januar: Weniger aktive Fälle in Thüringen - aber 62 Tote

+++ Holter: Wohl keine Schule bis Ostern +++ Mehr Tests für Pfleger +++ Keine Entspannung im Kursana-Heim Weimar +++ Landtagsfraktionen fordern Änderungen an Corona-Verordnung +++ Eichsfeldkreis hebt Ausgangssperre am Tag auf +++ Maskenpflicht im Saale-Orla-Kreis ausgeweitet +++ Unstrut-Hainich-Kreis verteilt kostenlose OP-Masken +++

Tickerende

Wir beenden unseren Ticker für Freitag, 22. Januar, und wünschen Ihnen eine gute und erholsame Nacht. Am Samstag, 23. Januar, berichten wir in einem neuen Ticker über die Corona-Pandemie in Thüringen.

Das waren die Nachrichten des Tages am Freitag:

  • Zahl der aktiven Fälle in Thüringen weiter rückläufig, knapp 11.000 Infektionen, 1.000 weniger als vor zwei Wochen, allerdings starben heute 62 Menschen mit Corona-Infektion
  • Bildungsminister geht von geschlossenen Schulen bis Ostern (April) aus
  • Sterblichkeit lag 2020 in Thüringen höher als in Jahren zuvor
  • Staatsanwaltschaft Erfurt will Urteil zu Corona-Kontaktbeschränkung prüfen

Deusch-land | Neue Studie: Kinder stecken sich selten bei Eltern an

Kinder infizieren sich wahrscheinlich nur selten bei ihren Eltern mit Sars-CoV-2, zeigt eine Studie aus Baden-Württemberg. Forscher hatten im Frühjahr 2.500 Kinder und einen Elternteil untersucht.

Thüringen | Bildungsminister rechnet mit geschlossenen Schulen bis Ostern

Wohl bis Ostern, in diesem Jahr Anfang April, werden in Thüringen die Schulen geschlossen bleiben. Das sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) MDR Thüringen. Erst wenn die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen, weiter sinke, könne man darüber nachdenken, in einen eingeschränkten Regelbetrieb überzugehen.

Pflegepersonal soll sich häufiger testen lassen

Mitarbeiter in Thüringer Pflegeeinrichtungen sollen sich öfter auf eine Corona-Infektion testen lassen als bisher. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, Ziel sei es, dass sich das Pflegepersonal täglich testen lasse. Laut Werner sind dafür zusätzlich sieben Millionen Euro monatlich nötig, um genügend Tests und Personalkapazitäten zu haben. Zur Pflicht werden sollen vorerst drei Tests pro Woche. Diese sollen in der neuen Verordnung festgeschrieben werden, die nächste Woche in Kraft tritt. Bislang muss sich pflegendes Personal zweimal pro Woche testen lassen.

Rot-Rot-Grün will nachbarschaftliche Kinderbetreuung erleichtern

Die Landtagsfraktionen von Linke, SPD und Grünen wollen für die neue Corona-Verordnung bei den Kontaktbeschränkungen Ausnahmen für nachbarschaftliche Kinderbetreuung erreichen. Die Fraktionen schlugen am Freitag im Thüringer Landtag vor, "festorganisierte Betreuungsgemeinschaften, familiär oder nachbarschaftlich" zu erreichen, wenn es dabei um Kinder unter sechs Jahren geht, die aus höchsten zwei Hausständen kommen.

Man sei sich der dramatischen Situation bewusst, sagte die Grünen-Fraktionschefin und bildungspolitische Sprecherin, Astrid Rothe-Beinlich. Es gebe aber eine "Sondersituation für kleine Kinder". Nach den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen sei es zwar möglich, dass eine alleinerziehende Mutter mit Kind eine Freundin treffe. Sobald diese Freundin aber auch ein Kind habe, sei es nicht mehr erlaubt. Auch die CDU schlug eine Änderung vor, die Treffen von Eltern mit kleinen Kindern erleichtern würde. Die Fraktion sprach sich dafür aus, einfach Kinder bis einschließlich drei Jahren bei den Kontaktpersonen nicht mitzuzählen.

Online keine Impftermine mehr

In Thüringen wird es bis zum 8. Februar keine Impftermine mehr über das Online-Impfportal geben. Das steht auf der von Landesregierung und kassenärztlicher Vereinigung betriebenen Internetseite, auf der die Termine vergeben werden. Begründet wird das mit den Lieferschwierigkeiten von BionTech/Pfizer. Das Terminvergabeportal werde deshalb bis auf Weiteres, mindestens aber bis zum 8. Februar geschlossen, heißt es auf der Seite. Bereits zum Jahresende musste das gerade eröffnete Impfportal wieder geschlossen werden, weil nicht genug Impfstoff vorhanden war und zu viele Menschen gleichzeitig Termine buchen wollten.

Zahl der aktiven Corona-Fälle rückläufig

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Thüringen geht weiter zurück. Sie lag am Freitag bei knapp unter 11.000. Das sind rund 200 Fälle weniger als am Donnerstag und mehr als 1.000 weniger als vor zwei Wochen. Allerdings stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus weiter stark an. Die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte meldeten am Freitag 62 Tote.

Damit sind jetzt 1.929 Thüringerinnen und Thüringer an oder mit einer Corona-Infektion gestorben. Bereits in den letzten drei Tagen hatten die Behörden viele neue Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Pro 100.000 Einwohner liegt der Wert jetzt bei 259 Fällen.

Weimar | Keine Entspannung im Kursana-Heim

Im Pflegeheim Kursana-Domizil in Weimar gibt es mittlerweile über 80 Corona-Fälle. Das geht aus den Meldungen des Gesundheitsamts seit 12. Januar hervor. Allein seit Donnerstag wurden 18 neue Infektionen bei Bewohnern und Personal bestätigt. In dem Heim helfen mittlerweile neun Bundeswehrsoldaten aus. Eine Expertin des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen berät das Heim in Sachen Hygienekonzept.

Sonders­hausen | Senioren mit Impf-Anmeldung überfordert

Nach Ansicht der Behindertenbeauftragten in Sondershausen erhalten alte Menschen keine Hilfe bei der Impf-Anmeldung. Kathrin Schlegel sagte im Stadtrat, die zu Hause lebenden Senioren hätten Probleme mit Telefon und Computer. Die Pflegedienste hätten keine Zeit, bei der Anmeldung zu helfen.

Derweil verschob die Stadt Sondershausen die Verpflichtung, eine medizinische Maske auf dem Freitagsmarkt zu tragen. Sie soll nun doch erst auf dem am Dienstag stattfindenden Wochenmarkt gelten. Am Donnerstag hatte die Stadtverwaltung darüber informiert, dass bereits ab Freitag alle Besucher des Wochenmarkts eine medizinische Mund-Nase-Bedeckung tragen müssen.

Sonne­berg | Hilfe bei Impf-Terminen

Einen Impftermin zu bekommen, ist gerade für Über-80-Jährige, die zur ersten Impfgruppe gehören, eine echte Herausforderung. Ohne Kinder oder Enkel, die helfen? Schwierig. In Sonneberg soll es jetzt auch ohne sie gehen.

Erfurt | Landtagsfraktionen fordern Änderungen an Corona-Verordnung

Die Fraktionen des Thüringer Landtags fordern Änderungen an der geplanten neuen Corona-Verordnung der Landesregierung. Dabei geht es insbesondere um Kontaktverbote für Familien. Großeltern könnten nach dem geplanten Verordnungsentwurf ihre Enkelkinder nicht gemeinsam sehen. Denn auch weiterhin soll sich nur die Kernfamilie mit einer weiteren haushaltsfremden Person treffen dürfen.

Eichsfeld | Ausgangsbeschränkungen am Tage aufgehoben

Im Eichsfeld sind die Ausgangsbeschränkungen tagsüber wieder aufgehoben. Außerdem dürfen sich ab sofort draußen nicht mehr nur Menschen aus einem Haushalt treffen. Das Landratsamt hat die entsprechenden Paragraphen aus der Allgemeinverfügung vom 27. Dezember wieder aufgehoben. Als Grund wird angegeben, dass die Corona-Inzidenz im Eichsfeld seitdem deutlich gesunken sei. Die über die Landesverordnung verfügte nächtliche Ausgangsbeschränkung gilt weiter.

Weimar | Rechtsbeschwerde gegen Urteil zu Kontaktbeschränkungen

Thüringen | Hundesalons geöffnet

In Sachsen-Anhalt eine Hundefriseurin vor Gericht Recht bekommen, die gegen die Schließung ihres Salons während der Corona-Pandemie geklagt hatte. In Thüringen ist das Frisieren der Vierbeiner gerade generell erlaubt.

Saale-Orla-Kreis | Neue Allgemeinverfügung

Im Saale-Orla-Kreis gilt ab Samstag eine neue Allgemeinverfügung. Sie regelt vor allem die erweiterte Maskenpflicht. Diese müssen auf gekennzeichneten Plätzen auch unter freiem Himmel getragen werden. So etwa auf dem Markt in Neustadt an der Orla und Triptis, am Busbahnhof Bad Lobenstein oder der Fußgängerzone in Pößneck. Das teilte das Landratsamt mit. Im Saale-Orla-Kreis ist Stand Freitag ein Inzidenzwert von 273 gemeldet; 488 Menschen sind nach Angaben des Gesundheitsamtes aktiv an dem Corona-Virus infiziert.

Deutsch-land | Wucherpreise für Masken?

Die beabsichtigte Verpflichtung zum Tragen von medizinischen oder FFP2-Masken in bestimmten Bereichen sorgt offenbar für einen Preisanstieg bei diesen Masken.

Thüringen | Landesschülervertretung kritisiert Präsenzunterricht für Abschlussklassen

Die Thüringer Landesschülervertretung kritisiert den Präsenzunterricht bei Abschlussklassen. Der besonderes Fokus auf die Abschlussklassen sei zwar zu begrüßen, heißt es in einer Pressemitteilung. Allerdings bezweifle man die Sinnhaftigkeit der Anwesenheit der Schüler und Schülerinnen. Dabei hätten die Lehrer den anwesenden Schülern Aufgaben zum selbstständigen Lösen gegeben, die genauso gut zu Hause bearbeitet und über die Schulcloud hätten abgegeben werden können. In Zeiten von Corona gehe man damit ein vermeidbares Risiko ein, so die Schülervertretung. Wie es weiter heißt, sollten Videokonferenzen häufiger und flächendeckend genutzt werden. Das gelte nicht nur für die Abschlussjahrgänge, sondern für alle Klassenstufen.

Unstrut-Hainich-Kreis | Landkreis verteilt kostenlose OP-Masken

Im Unstrut-Hainich-Kreis beginnt am Freitag die Ausgabe kostenloser OP-Masken. In Herbsleben und Kleinvargula will der Bauhof insgesamt 30.000 Stück in die Briefkästen stecken. In Körner werden sie am Freitagnachmittag von 15:30 bis 16:30 Uhr am Feuerwehrgerätehaus ausgegeben; auch in Lengefeld, Mühlhausen und Oppershausen geht es am Freitag los. In Mühlhausen gibt es sechs Ausgabestellen.

Frau legt Mundschutzmaske an
So sieht eine OP-Maske aus. Bildrechte: imago images/Michael Weber

In den Landgemeinden Unstrut-Hainich, Vogtei, in Grabe, Saalfeld, Seebach und Windeberg sowie Nottertal-Heilinger Höhen werden die Masken mit der Post geliefert. In vielen anderen Orten wie Bollstedt, Görmar, Höngeda, Rodeberg oder Ammern beginnt die Ausgabe am Samstag.

Landrat Harald Zanker (SPD) hatte die Bürgermeister am Donnerstag in einer Telefonkonferenz über die Aktion informiert. Insgesamt 1,2 Millionen Stück - zehn für jeden Bewohner - sollen so schnell wie möglich ausgegeben werden. Hintergrund ist der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag, ab kommender Woche eine verschärfte Maskenpflicht für Geschäfte und den ÖPNV einzuführen. Dort sollen OP- oder FFP2-Masken Pflicht werden. Eine entsprechende Verordnung des Landes Thüringen dazu ist allerdings noch nicht in Kraft.

Jena | Pflegeheim braucht Helfer

Die Stadt Jena hat erneut um Helfer in Pflegeheimen gebeten. Die Seniorenresidenz "Rosenthal" in Jena-Nord brauche dringend Freiwillige. Nach einem Ausbruch des Corona-Virus seien große Teile des Personals in Quarantäne. Freiwillige mit pflegerischen Vorkenntnissen könnten sich umgehend bei der Heimleitung melden, heißt es von der Stadt.

Weimar | Kostenlose Masken für Sozialticket-Inhaber

Inhaber des Sozialtickets bekommen in Weimar kostenlose FFP2-Masken. Wie die Stadt mitteilte, erhalten Berechtigte bei Ausgabe des Tickets in der Stadtverwaltung drei Masken. Vorläufig bis Ende April würden monatlich 1.500 FFP2-Masken bereitgestellt. Der persönliche Schutz vor dem Corona-Virus dürfe keine Frage des Geldbeutels sein, sagte Oberbürgermeister Peter Kleine.

Das waren die Corona-News am Donnerstag

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr/sar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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