Covid-19 Corona-News vom 24. Dezember: Jena erwägt Katastrophenfall auszurufen

Gesundheitsministerin Werner appelliert an Thüringer, die Regeln an Weihnachten nicht auszureizen. Jena erwägt Katastrophenfall auszurufen. Pflegeheim-Bewohner im Landkreis Hildburghausen müssen nach einem Weihnachtsbesuch bei Verwandten in Quarantäne. Vielerorts sind Gottesdienste abgesagt. Die Entwicklungen am Heiligabend im Überblick.

Universitätsklinikum Jena
Noch ist die Lage am Uniklinikum in Jena berscherrschbar. (Archivbild) Bildrechte: imago/Bild13

So ging es am ersten Weihnachtsfeiertag weiter

Thü­ringen | Die Corona-Lage an Heiligabend

An Heiligabend haben die Thüringer Gesundheitsämter 1272 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.
Zwar ist die Zahl geringer als am Vortag, allerdings haben einige Gesundheitsämter am Donnerstag keine Zahlen gemeldet. 477 Menschen sind genesen.

29 Thüringer sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Der Inzidenzwert von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzen 7 Tage liegt thüringenweit unverändert bei 374.

Mittel­deutsch­land | Digitale Kulturangebote

Weihnachten und Advent ist Zeit für das Theater, doch gerade jetzt müssen viele Häuser geschlossen bleiben. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Weihnachtsmärchen und Silvesterkonzerte daher ins Netz verlegt:

Jena | Jena erwägt Kastathrophenfall auszurufen

Die Stadt Jena erwägt wegen der Corona-Pandemie das Ausrufen des Katastrophenfalls. Nach einer Lagebesprechung des Krisenstabs der Stadt hieß es am Donnerstag, noch sei die Situation in den Pflegeheimen und am Uniklinikum beherrschbar. Sollte sich die Infektionslage aber - wie erwartet - verschlechtern, müsse die Stadt entsprechend reagieren.

Weiter heißt es in der Mitteilung des Krisenstabes: "Eigentlich wird dieser Schritt (Ausrufung des Katastrophenfalls) von der Landesregierung erwartet. Wiederholt habe man aber statt konsequenterer Maßnahmen eher Schweigen von Seiten des Freistaates zur Kenntnis nehmen müssen."

Am Mittwoch waren in der Stadt Jena 113 Neuinfektionen gemeldet worden, das war ein neuer Rekordwert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei knapp 330. Der Krisenstab ruft die Bevölkerung Jenas auf, sich bei der Bürgerstiftung Jena zur freiwilligen Hilfe in Seniorenheimen oder anderen sozialen Einrichtungen zu melden.

Thü­ringen | Gesundheitsministerium: Regeln nicht ausreizen

Mehr Kontakte, höhere Corona-Infektionszahlen: Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) geht davon aus, dass sich an Weihnachten mehr Menschen in Thüringen mit dem Coronavirus infizieren. Sie appelliert an die Menschen in Thüringen, sich nicht nur an die Corona-Regeln an den Festtagen zu halten, sondern sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und die Kontakte noch strenger zu beschränken.

"Jede Regel bis zum letzten möglichen Punkt auszureizen, ist eigentlich nicht der richtige Weg", sagte Werner.

Mitten im sogenannten harten Lockdown gelten in Thüringen für Weihnachten gelockerte Regeln für familiäre Treffen. Normalerweise dürfen sich nur maximal zwei Haushalte treffen und dabei nur bis zu fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht hinzugerechnet.

Eichsfeld | Angespannte Corona-Lage zu Heiligabend

Im Landkreis Eichsfeld sind innerhalb von einem Tag 171 weitere Corona-Tests positiv ausgefallen. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, gelten damit jetzt knapp 800 Eichsfelder als aktiv mit dem Virus infiziert. Der Inzidenzwert kletterte laut Gesundheitsamt mit 463 auf einen neuen Höchstwert.

Zwei infizierte Frauen im Alter von 90 und 94 starben. Eine Sprecherin des Gesundheitsamtes bezeichnete die Lage als äußerst angespannt. Der Kreis appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, Besuche im Freundes- und Bekanntenkreis auf das absolut nötige Minimum zu beschränken und in jedem Fall die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten, heißt es in einer Mitteilung.

Jena | 1.250 Studierende nutzen Corona-Schnelltest

Eine Corona-Schnelltest-Aktion für Studierende kurz vor Weihnachten ist auf große Nachfrage gestoßen. Insgesamt sind in Jena und Weimar 1.250 Studenten und Studentinnen, Schülerinnen und Schüler, Azubis und Einwohner getestet worden. Davon haben nach Angaben der Organisatoren zwölf Menschen ein positives Ergebnis erhalten. Sie mussten zusätzlich einen PCR-Labortest über ihr Gesundheitsamt durchführen lassen. Initiiert wurden die Schnelltest vom Arzt Cornelius Golembiewski, um Studentinnen und Studenten vor der Heimreise zu Weihnachten Sicherheit geben zu können. Für Studenten kostete der Test zehn Euro, für Nicht-Studenten 30 Euro. Pro Test wird ein Euro an Kulturprojekte gespendet.

Thüringen | Pandemie verzögert Start der Online-Wache

Bei der Digitalisierung der Thüringer Polizei kommt es wegen der Corona-Pandemie zu Verzögerungen. "Die Corona-Krise hat uns insbesondere im ersten Halbjahr sehr stark gefordert, sodass einige Projekte, die wir gerne früher abgeschlossen hätten, etwas länger dauern", sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD). Dies betreffe unter anderem die Online-Wache, die ursprünglich bereits in diesem Jahr starten sollte und nun voraussichtlich ein paar Wochen später kommt. Maier geht aber davon aus, dass die ersten Funktionen der Online-Wache noch im ersten Quartal 2021 zur Verfügung stehen werden. Mit Hilfe der Online-Wache sollen Bürger per Internet Strafanzeige stellen können.

Hildburg­hausen | Quarantäne für Pflegeheim-Bewohner nach Familienbesuch

Pflegeheim-Bewohner im Landkreis Hildburghausen müssen nach einem Weihnachtsbesuch bei Verwandten in Quarantäne. Das gilt seit Heiligabend. Die neuen Regeln der sogenannten Änderungsverfügung sollen helfen, dass sich das Virus nicht weiter in Pflegeeinrichtungen ausbreitet. Die Bewohner müssen sich nach Rückkehr von Besuch oder Krankenhausaufenthalt 14 Tage isolieren. Bei einem negativem Corona-Test kann die Quarantäne verkürzt werden - frühestens jedoch ab dem fünften Tag.

Bad Salzungen | Präsenzgottesdienste bei Kaltensundheim abgesagt

Die Evangelische Kirche Bad Salzungen-Dermbach hat am Heiligabend die Präsenzgottesdienste in der Umgebung von Kaltensundheim kurzfristig abgesagt. Wie eine Sprecherin mitteilte, gilt das für die Kirchgemeinden Kaltensundheim, Aschenhausen und Erbenhausen und Melpers. Bis zum 10. Januar würden keine Gottesdienste stattfinden, heißt es. Auch die Kirchgemeinden Kaltennordheim, Fischbach, Diedorf und Klings schließen sich dem Beschluss der Kirchgemeinden in Kaltensundheim an. Die Kirchen im Kirchspiel Kaltennordheim bleiben an Heiligabend jedoch offen. Jeder solle die Möglichkeit haben, vereinzelt zu beten und innezuhalten, hieß es. Vom 24. Dezember bis 26. Dezember wird der Online-Gottesdienst ab 16 Uhr, 18 Uhr und 20 Uhr über den "Rhönkanal" ausgestrahlt und bleibt zum Abruf auf der Seite. Auch der Kirchenkreis Altenburger Land hat die Präsenzgottesdienste verboten. Einen Eintrag dazu finden Sie weiter unten auf der Seite.

Thüringen | Landkreise mit schärferen Regeln

Zu Weihnachten haben drei Thüringer Landkreise neue Corona-Regeln festgelegt. Die Bestimmungen im Überblick:

Mehr Jugendliche beginnen Ausbildung in der Pflege

Die verstärkten Bemühungen von Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen um Pflegenachwuchs scheinen sich in Thüringen auszuzahlen. Das legen Zahlen des Sozialministeriums nahe, wonach die Zahl der Auszubildenden in der Pflege zuletzt deutlich gestiegen ist. So haben im aktuellen Ausbildungsjahr 2020/21 nach Angaben des Ministeriums 1639 Schulabgänger in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen eine Ausbildung begonnen. Das sind rund 400 mehr als im Jahrgang 2019/20, als für 1209 angehende Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger die Ausbildung begann.

Unter Pandemie-Bedingungen sei die Ausbildung aber besonders schwierig, hieß es etwa vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. So ließen etwa Corona-Ausbrüche in den Einrichtungen eine "normale" Ausbildung nicht zu.

Was Weihnachten und Silvester verboten ist

Thüringen hat seit Samstag einen neuen Corona-Bußgeldkatalog. Darin geht es unter anderem um öffentliches Glühweintrinken und Silvesterfeuerwerk. Im Video fassen wir die wichtigsten Regeln zusammen:

Altenburg | Alle Gottesdienste im Altenburger Land abgesagt

Im Kirchenkreis Altenburger Land sind alle Präsenzgottesdienste abgesagt. Allerdings sind alle Kirchen der Region geöffnet, wie der Kirchenkreis mitteilte. Das Krippenspiel und ein Gottesdienst aus der Brüderkirche Altenburg wird am Donnerstagnachmittag in den sozialen Medien und in Altenburg TV ausgestrahlt; ebenso die ökumenische Andacht aus der Stadtkirche Schmölln. Zudem kann in vielen Kirchen des Altenburger Landes das Friedenslicht aus Bethlehem abgeholt werden. Zuvor hatte das Landratsamt eine Verschärfung der Corona-Regeln im Kreis angesichts hoher Infektionszahlen angekündigt. Die neue Allgemeinverfügung gilt ab Sonntag.

Am Heiligabend überträgt MDR THÜRINGEN ab 17 Uhr den ökumenischen Gottesdienst mit Regionalbischof Propst Tobias Schüfer im Lievstream aus Zella-Mehlis.

Thüringen | Mehr Notrufe wegen Desinfektionsmitteln

Während der Corona-Pandemie haben sich nach Einschätzung von Experten die Vergiftungsgefahren durch Desinfektionsmittel im Haushalt deutlich erhöht. Das Giftinformationszentrum in Erfurt erreichten in diesem Jahr knapp 600 Anfragen dazu. Das seien fast ein Drittel mehr Anrufe wegen Desinfektionsmitteln gewesen als in den Jahren zuvor, sagte die Leiterin des Giftnotrufs, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur. Das Giftinformationszentrum in Erfurt wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam betrieben, erfasst jedoch auch Fälle aus anderen Bundesländern. Hauptsächlich seien es Hilferufe von Eltern gewesen, deren Kleinkinder Desinfektionsmittel versehentlich getrunken hätten oder bei denen aus dem Spender etwas ins Auge gespritzt sei, sagte Prasa. Es gebe aber auch Erwachsene, die in Wasserflaschen umgefüllte Desinfektionsmittel unbeabsichtigt getrunken hätten. In einem Fall aus Sachsen habe ein Mann mit Erkältungssymptomen aus Angst vor Corona absichtlich einen Schluck Desinfektionsmittel genommen. Zum Glück sei aber nichts weiter passiert, so Prasa.

Corona-Überblick am Heiligabend

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesundes Weihnachtsfest! Auch heute am Heiligabend halten wir Sie wie gewohnt über die Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen auf dem Laufenden. Mehr Informationen gibt es auch auf unseren Ratgeber-Seiten.

Das waren die Corona-News am Dienstag:

  • Um Weihnachten verschärfen mehrere Kreise ihre Regeln, etwa das Altenburger Land und der Kreis Schmalkalden-Meiningen
  • Das Innenministerium erwägt den Einsatz des Katastrophenschutzes in Pflegeheimen
  • Landtagspräsidentin mahnt in Weihnachtsansprache zu Solidarität
  • Polizei greift bei ausgelassener Party ein

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

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