Pandemie Corona-News: Thüringen startet mit Auffrischungsimpfungen

Termine für dritte Impfung können ab sofort gebucht werden +++ Weimar fordert lockere Quarantäne-Regeln an Schulen +++ 111 neue Fälle am Dienstag +++ Erfurt mit höchster Impfquote +++ Die Corona-News vom 31. August im Überblick

Aufgezogene Spritzen mit dem Wirkstoff von Biontech liegen auf einem Tablett.
Aufgezogene Spritzen mit dem Wirkstoff von Biontech: Menschen aus Risikogruppen können ab sofort einen Termin für eine dritte Impfung buchen. Bildrechte: dpa

Thüringen | Start für Corona-Auffrischungsimpfungen

Trotz anhaltender Corona-Impfmüdigkeit in Thüringen gehen Gesundheitsministerium und Kassenärztliche Vereinigung (KV) in der Impfkampagne gegen Covid-19 den nächsten Schritt. Ab sofort sind Auffrischungsimpfungen für jene Menschen möglich, deren Impfschutz sechs Monate nach der zweiten Impfung allmählich nachlässt.

Termine für eine dritte Impfung können ab sofort im Internetportal www.impfen-thueringen.de gebucht werden, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Das Angebot richtet sich zunächst insbesondere an Menschen über 80 Jahre, an Menschen mit geschwächtem Immunsystem und an das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.

Für die Auffrischung sollen ab September in den Thüringer Pflegeeinrichtungen wieder mobile Teams im Einsatz sein, deren Zahl dafür auf 25 aufgestockt wird. Impfwillige können sich aber auch in den Hausarztpraxen spritzen lassen. Ausreichend Impfstoff steht laut Ministerium zur Verfügung.

Thüringen | 791 aktive Corona-Fälle

In Thüringen sind am Dienstag 791 Menschen nachweislich aktiv mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Die Gesundheitsämter gaben innerhalb eines Tages 111 neue Fälle bekannt, 79 wurden als genesen eingestuft. Momentan gibt es 435 aktive Fälle mehr als noch vor 14 Tagen. Es wurden keine weiteren Todesfälle bekanntgegeben.

Weimar | Stadt fordert lockere Quarantäne-Regeln für Kinder

Die Stadt Weimar fordert andere Quarantäneregelungen für Kindergärten und Schulen. Prinzipiell müsse die Quarantänezeit für Kinder verkürzt werden, sagte Amtsärztin Isabelle Oberbeck. Weimar hat konkrete Vorschläge ausgearbeitet.

So sollten Mitschüler eines positiv getesteten Kindes nicht länger in häusliche Isolation geschickt werden. Vielmehr sollten sie jeden Tag getestet werden und in der Schule einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bei solch einer Lösung könnten sie zwar nicht am Hort-, jedoch am Schulbetrieb teilnehmen, hieß es. Außerdem dürfe sich der betroffene Klassenverband nicht mit anderen Klassen vermischen. Ab drei positiven Fällen in der Klasse werde für alle eine 14-tägige Quarantäne angeordnet, so der Vorschlag der Stadt Weimar.

Amtsärztin Isabelle Oberbeck, OB Peter Kleine, Bürgermeister Ralf Kirsten und Pressesprecher Andy Faupel bei der PK in Weimar
Amtsärztin Isabelle Oberbeck, Oberbürgermeister Peter Kleine, Bürgermeister Ralf Kirsten und Pressesprecher Andy Faupel (v.l., Archivfoto) Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Bei einem positiven Fall im Kindergarten sollten Kinder die Möglichkeit haben, sich mittels PCR-Test nach fünf Tagen Quarantäne "frei zu testen". Bei mehreren Fällen könne auch eine längere Quarantäne verhängt werden.

Das Gesundheitsamt hat seine Vorschläge Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff überbracht. Der zeigte sich offen, wie Bürgermeister Ralf Kirsten (weimarwerk) sagte, müsse sich jedoch noch mit seinen Ressorts abstimmen. Einen Alleingang kann Weimar nicht wagen, wohl aber zum Modellprojekt werden, so Kirsten. Weimar orientiert sich mit seinen Vorschlägen am Handeln in Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe man mit ähnlichem Vorgehen gute Erfahrungen gemacht, hieß es.

Altenburg | Alte Corona-Fälle "gefunden" - zahlreiche Nachmeldungen

In der Corona-Statistik des Altenburger Landes fehlen rund 90 Datensätze. Grund ist nach Angaben des Landratsamts ein Übertragungsfehler in der Software. Die Korrektur führe dazu, dass seit Montag über 30 neue Fälle im Kreis dazukommen sind. Weitere könnten in den nächsten Tagen folgen. Da die Infektionen aber Wochen und teils Monate zurücklägen, hätten sie keinen Einfluss auf die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz.

Thüringen | Erfurt mit höchster Impfquote, Hildburghausen Schlusslicht

Bei der Corona-Impfbereitschaft gibt es in Thüringen weiter teils deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen. Am Dienstag wies die Stadt Erfurt mit einer Quote von 63,7 Prozent den höchsten Anteil vollständig geimpfter Menschen landesweit auf, wie aus einer Übersicht des Thüringer Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Stadt Weimar folgt mit einer Quote von 62,7 Prozent.

Die Nordthüringer Kreise Nordhausen und Eichsfeld stehen mit Quoten von mehr als 58 Prozent ebenfalls noch recht gut da. Schlusslicht ist der Landkreis Hildburghausen, wo bislang lediglich knapp 41 Prozent der Menschen über den vollständigen Impfschutz verfügen. Der Kreis Hildburghausen wies am Dienstag auch den zweithöchsten Inzidenzwert bei Corona-Neuinfektionen (46,3) auf - bei zuletzt steigender Tendenz.

Für Impfwillige im Kreis Hildburghausen hatte die Kassenärztliche Vereinigung am Dienstag öffentliche Impfaktionen ohne vorherige Terminvereinbarung in Eisfeld und Schleusingen angeboten. In Thüringen sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts 55,7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Meiningen | Projekt soll coronabedingte Bildungslücken schließen

Lernbegleiter sollen im Kreis Schmalkalden-Meiningen Schüler beim Aufholen des Unterrichtsstoffs helfen. Das sieht nach Angaben des Landratsamts das Modellprojekt "Lernstandorte" vor, das im kommenden Schuljahr in der Grundschule Ludwig Bechstein in Meiningen und in der Staatlichen Grundschule Schmalkalden laufen soll.

Schüler oder Studenten sowie auch pensionierte Lehrer und Lehrerinnen sind willkommen. Sie sollen den Grundschülern helfen, entstandene Lernrückstände aufzuholen und die schulischen Leistungen zu verbessern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. August 2021 | 19:00 Uhr

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