Pandemie Corona-News vom 20. Oktober: Thüringen untersucht Abwasser auf Coronaviren

+++ Abwasser wird auf Coronaviren untersucht +++ Thüringen hat eine der niedrigsten Impfquoten bei Jugendlichen +++ 2G-Regelung für Erfurts Weihnachtsmarkt vorgesehen +++ Weitere Corona-Infektionen in betroffenem Pflegeheim in Zella-Mehlis +++ Landrat fordert Ausnahme für Kreise mit niedriger Inzidenz +++ Bildungsministerium: Genügend Tests für Schulen +++ Inzidenz in Thüringen bundesweit am höchsten +++ Der Nachrichtenüberblick für Mittwoch +++

Wasserbehandlungstank in einer Kläranlage
Aus solchen Kläranlagen (Symbolbild) werden acht Monate lang Abwasserproben entnommen, die auf Coronaviren untersucht werden. Bildrechte: Colourbox.de

Thüringen | Abwasser wird auf Coronaviren untersucht

In den kommenden acht Monaten wird das Abwasser in Thüringen landesweit auf Coronaviren untersucht. Dafür hat das Land ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet, bei dem aus 20 Kläranlagen zweimal pro Woche Abwasserproben entnommen werden sollen. Anschließend sollen sie in einem Labor an der Bauhaus-Universität in Weimar auf Viren-Rückstände untersucht werden. Die Uni arbeitet dafür mit Analytik Jena zusammen.

Das Projekt soll aber nicht nur Sars-CoV-2-Rückstände aufspüren helfen. Der zu erforschende Prozess soll später auch für andere Nachweise genutzt werden können - etwa für Grippe- oder Noro-Viren. Mit dem System können regionale Infektions-Schwerpunkte aufgespürt werden. Bürger müssten dazu nicht einzeln getestet werden, heißt es. Das Projekt wird mit 370.000 Euro von Thüringer Wirtschaftsministerium gefördert. Das Projekt soll noch in diesem Monat beginnen.

Thüringen | Impfen von Jugendlichen zur Schlussgruppe

In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen hat Thüringen eine der niedrigsten Impfquoten bundesweit. Bis zum Mittwoch waren nur 26,6 Prozent dieser Jugendlichen vollständig geimpft, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Bundesweit sind es 39,1 Prozent. Die höchste Impfquote in dieser Altersgruppe verzeichnet Schleswig-Holstein mit 52,5 Prozent vollständig Geimpfter. Noch schlechter als in Thüringen ist die Quote der vollständig Geimpften in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Mindestens einmal geimpft sind in Thüringen in dieser Altersgruppe 29,6 Prozent, bundesweit sind es 44,5 Prozent.

Bad Salzungen | Testzentrum länger geöffnet

In Bad Salzungen wird das Corona-Testzentrum in der Innenstadt ab Montag länger öffnen. Die Stadt gibt als Grund die steigenden Infektionszahlen an. Getestet wird täglich, und zwar montags bis mittwochs von 9 bis 15 Uhr, donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9 bis 11 Uhr. Das Testzentrum befindet sich in einem ehemaligen Spielzeugladen in der Michaelisstraße, direkt gegenüber dem Nappenplatz. Betreiber ist der Förderverein der Initiative "Gib niemals auf".

Erfurt | 2G-Regelung für Weihnachtsmarkt vorgesehen

Für den Erfurter Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr die 2G-Regel gelten. Das wurde am Mittwoch nach der Sitzung des Pandemiestabes bekannt gegeben. Besucher müssen entweder vollständig geimpft sein oder als genesen gelten. Ausgenommen seien Kinder bis sechs Jahre, sagte eine Sprecherin der Stadt MDR THÜRINGEN. Bei bis zu 18-Jährigen würden die Schultests anerkannt. Der Domplatz wird außerdem eingezäunt und es gibt Einlasskontrollen.

Der Erfurter Dom und ein Riesenrad sind weihnachtlich beleuchtet (2017).
Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz in Erfurt Bildrechte: MDR/Jana Münkel

Mit der 2G-Regel kann der Weihnachtsmarkt ohne Maskenpflicht und ohne Abstand besucht werden. Offen ist, wie mit den kleineren Weihnachtsmärkten in Erfurt umgegangen wird. Der Weihnachtsmarkt in Erfurt findet vom 23. November bis zum 22. Dezember statt.

Zella-Mehlis | Zahl von Infizierten in Pflegeheim gestiegen

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Zella-Mehlis ist die Zahl der positiven Fälle mittlerweile auf 17 gestiegen. Das Landratsamt meldete am Mittwoch vier Neuinfektionen. Wie die Heimleiterin mitteilte, sind fast alle Infizierten vollständig geimpft. Lediglich drei Betroffene sind ungeimpft. Die meisten zeigten nur leichte Symptome. Die Betroffenen leben gemeinsam in einer Wohngruppe. Eine ungeimpfte, vorerkrankte Person wurde laut Landratsamt ins Krankenhaus eingewiesen und starb dort.

Die Heimleitung versucht, das weitere Ausbreiten des Virus zu verhindern. Pflegerinnen und Pfleger des betroffenen Bereichs kommen nicht mehr in Kontakt mit Kollegen. Laut Heimleiterin werden alle Bewohner regelmäßig getestet. Das Seniorenheim ist bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.

Kreis Nord-hausen | Landrat fordert Ausnahmen für Kreise mit niedriger Inzidenz

Thüringen | Bildungsministerium: Kein Mangel an Corona-Tests in Schulen

In Thüringen gibt es keinen Mangel an Corona-Tests für Schulen. Das sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums MDR THÜRINGEN. Weil der Verbrauch aber ungleich sei, könne es vereinzelt zu Engpässen kommen. Das war zu Wochenbeginn an der Europaschule in Erfurt der Fall. Dort konnten die für Dienstag geplanten Tests nicht durchgeführt werden. In solchen Fällen könnten sich die Schulen untereinander helfen, das könne von den jeweiligen Schulämtern koordiniert werden, hieß es.

Der Ministeriumssprecher kündigte an, dass Ende Oktober eine weitere Großbestellung von rund 770.000 Tests erwartet werde. Sie habe sich verzögert, weil Absprachen mit dem Finanzministerium länger dauerten als geplant. Um einen größeren Vorrat an Tests anlegen zu können, wurde nun bereits eine Folgelieferung in gleicher Größenordnung beantragt. Man rechne mit einer zügigen Freigabe der Mittel, so das Bildungsministerium.

Erfurt | Ein Gebäude - aber unterschiedliche Corona-Regeln in Umwelt- und Landwirtschaftsministerium

Obwohl das Thüringer Umweltministerium und das Thüringer Landwirtschaftsministerium in einem gemeinsamen Gebäude in Erfurt ansässig sind, gelten in dem Gebäude unterschiedliche Corona-Schutz-Regeln. Nach Angaben des Sprechers des Umweltministeriums besteht für die Mitarbeiter des Umweltministeriums derzeit keine Pflicht zum Tragen einer Maske. Es sei denn, der 1,5-Meter-Abstand könne nicht eigehalten werden.

Dagegen müssen die Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums im Haus Masken tragen. Eine Sprecherin dieses Ministeriums sagte, in ihrem Bereich gelten angesichts des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter strengere Regeln. Die Maskenpflicht bestehe genauso, wie in weiteren Gebäuden des Ministeriums im Erfurter Stadtgebiet. Zuerst hatte Bild über die unterschiedlichen Regeln in einem Gebäude berichtet.

Thüringen | Geringes Interesse für mobile Impfteams an Schulen

Das Interesse für Corona-Impfteams an Schulen ist in Thüringen bisher gering. Nach Angaben des Bildungsministeriums fragten nur eine Gemeinschaftsschule und zwei Berufsschulen danach. Als mögliche Ursache nannte ein Sprecher den großen Aufwand für die Schulen. Es sei aber auch noch nicht absehbar, wie sich das Interesse weiter entwickle. Seit rund fünf Wochen können sich Schulen um ein mobiles Impf-Team bemühen. In Thüringen ist jeder vierte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft. Das ist der zweitniedrigste Wert unter allen Bundesländern.

Optionsmodelle 2G und 3G Plus ab November auch für Hotels und Gaststätten

In Thüringen sollen die Optionsmodelle 2G und 3G Plus ab November auch in Restaurants und Hotels angewendet werden dürfen. Das sieht der Entwurf der neuen Corona-Verordnung vor, wie die Thüringer Allgemeine am Mittwochmorgen online meldet. Demnach sollen Gastronomen und Hoteliers – analog zur derzeitigen Praxis etwa bei Märkten und Kulturveranstaltungen – den Zugang auf jene Gäste beschränken dürfen, die nachweislich geimpft, genesen oder frisch getestet sind. Die Regel gelte dann auch für Veranstalter und Betreiber selbst und deren Mitarbeiter.

Neu sei zudem, dass die Optionsmodelle auch von Religionsgemeinschaften angewendet werden können, also beispielsweise bei Gottesdiensten. Auch nicht geimpfte oder genesene Beschäftigte in Bereichen, in denen körpernahe Dienstleistungen angeboten werden, müssten - wird der Entwurf umgesetzt - zweimal pro Woche zertifizierte Negativtests vorlegen. Für die Kosten soll dann der Betreiber aufkommen. Testpflicht ist auch für Besucher von Krankenhäusern vorgesehen. Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen sollen sich zweimal wöchentlich und nicht wie bisher einmal wöchentlich testen lassen. Die neue Verordnung soll am 1. November in Kraft treten.

Inzidenz steigt deutlich - höchster Wert Deutschlands

Das Corona-Infektionsgeschehen in Thüringen nimmt weiter zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Mittwoch mit 163,5 aus. Das ist weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern. Am Dienstag hatte die Ansteckungsrate noch bei 147,1 gelegen. Deutschlandweit beträgt sie laut RKI 80,4, nach 75,1 am Vortag. Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten seitdem nach RKI-Angaben 900 Neuinfektionen sowie sechs neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Erfurt | Stadt aktiviert Pandemiestab wieder

Die Stadt Erfurt hat angesichts sprunghaft gestiegener Infektionszahlen ihren Corona-Pandemiestab wieder aktiviert. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Am Dienstag wurden 130 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet - das war der bislang stärkste Anstieg. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 185. Nachgewiesen wurden unter anderem 20 Infektionen im Umfeld eines Pflegeheims. Immer mehr Infizierte werden auch in die Krankenhäuser eingewiesen, die Hospitalisierungs-Inzidenz für Erfurt liegt aktuell bei 3,7.

Erfurt | Tests an Thüringens größter Grundschule alle

Der Europaschule in Erfurt sind die Corona-Tests ausgegangen. Wie es von Seiten der Schule hieß, konnte am Dienstag nicht wie turnusgemäß vorgesehen getestet werden. Trotz rechtzeitiger Anforderung beim Ministerium habe es an Test-Kits gefehlt. Für Freitag habe das Schulamt eine Sonderlösung angekündigt. Die Testbereitschaft unter den 480 Schülern und beim Personal sei hoch. Innerhalb einer Woche würden etwa 1.000 Tests benötigt. Die Europaschule in der Blumenstraße ist Thüringens größte Grundschule. Man wolle alle Mädchen und Jungen frisch getestet in die Herbstferien schicken, hieß es. Auch an anderen Schulen seien die Test-Kapazitäten ausgeschöpft.

Thüringen | Herbstferien: Gaststätten und Hotels befürchten Probleme

Gaststätten und Hotels in Thüringen befürchten in den Herbstferien Probleme durch die unterschiedlichen Corona-Regeln. Unklar ist nach Angaben der Branche vor allem, wie die verschiedenen Test-Strategien kontrolliert werden sollen. Vor allem Familien mit Kindern würden Erholung außerhalb der eigenen vier Wände suchen. Da Schulkinder in den Ferien nicht getestet werden, müssten sie das im Urlaub nachweisen.

Dirk Ellinger, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands in Thüringen, fehlen klare Ansagen von der Politik. So steht zum Beispiel nicht fest, ob ein Test im Hotel auch für den Schwimmbad- oder Restaurantbesuch gelten soll. Verschärft wird die Situation nach Ansicht des Tourismusverbands Thüringer Wald durch den akuten Personalmangel. Der Branche fehlen nach monatelangen Lockdowns die Mitarbeiter.

Gera | Warnstufe 2 - Vorerst keine strengeren Regeln

In der Stadt Gera gilt jetzt die Corona-Warnstufe 2. Allerdings will die Stadt vorerst keine neue Allgemeinverfügung erlassen. Oberbürgermeister Julian Vonarb (pl) sagte, man wolle neue Corona-Regeln des Landes abwarten, die ab 1. November gelten sollen. Auch im Saale-Holzland-Kreis und im Landkreis Greiz gilt seit dieser Woche Warnstufe 2. Dort liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen laut RKI am Mittwoch bei 173. Für Gera wird ein Wert von 137 angegeben.

Neuhaus/ Rennweg | Landkreis erwägt Schulschließungen

Wegen vieler Corona-Fälle am Gymnasium in Neuhaus am Rennweg (Landkreis Sonneberg) erwägt der Landkreis die Schule vorübergehend zu schließen. Wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte, gab es bereits in acht Klassen positive Corona-Befunde. Das Virus werde durch die Schüler in Familien und Vereine weitergetragen. Die Schulschließung wird derzeit vom Land geprüft. Aktuell plant das Landratsamt noch keine schärferen Corona-Regeln für den gesamten Landkreis. Das Infektionsgeschehen lasse sich auf wenige Einrichtungen eingrenzen.

Oberhof | "Corona-Auszeit": Buchungsansturm auf Familienzentrum

Das AWO-Familienzentrum in Oberhof wird derzeit von Buchungsanfragen regelrecht überflutet. Wie Einrichtungsleiter Bernd Wernicke mitteilte, gehen jeden Tag rund 400 Mails ein. Grund ist demnach das Bundesprogramm "Corona-Auszeit für Familien“. Bis Ende 2022 sind laut Wernicke nur noch wenige Plätze frei. Die Corona-Auszeit soll Familien einen günstigen Urlaub ermöglichen, um sich nach der Pandemie zu erholen. Mit dem Programm erhalten bedürftige Familien und Familien mit kleinen Einkommen einen einmaligen Bonus von 100 Euro je Kind. Der Bund hat insgesamt 50 Millionen Euro bereitgestellt.

Corona-News | Die Nachrichten von Dienstag

Corona-Maßnahmen nach dem Thüringer Warnstufensystem
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Corona-Maßnahmen nach dem Thüringer Warnstufensystem

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Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
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Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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