Pandemie Corona-News: Britische Mutante breitet sich in Schmalkalden-Meiningen stark aus

+++ Hoffnung für Ostermarkt in Weimar +++ Jena eröffnet zwei Schnelltest-Zentren +++ Impfberechtigung auch für Mitarbeiter der Stationären Jugendhilfe +++ Britische Mutante breitet sich im Landkreis Schmalkalden-Meiningen stark aus +++ Noch unklar, ob Altstadt-Frühling und "Rostkultur" in Erfurt stattfinden +++ Landkreis Greiz lässt Schulen vorerst auf +++ Amtsarzt des Saale-Orla-Kreises fordert Schnelltests für Schulen +++ Die News für Thüringen im Überblick +++

Symbolbild, Coronavirus mit 3D-Rendering nachgestellt
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen breitet sich die britische Variante des Coronavirus rasant aus. Bildrechte: imago images/imagebroker

Thüringen | Die Corona-Lage am Dienstag

In Thüringen sind derzeit rund 5.530 Menschen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 110 weniger als am Montag, aber etwa 530 mehr als vor zwei Wochen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 125.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie knapp 77.300 Thüringerinnen und Thüringer nachweislich mit dem Virus angesteckt. Rund 2.950 Infizierte sind gestorben.

Weimar | Ostermarkt soll in diesem Jahr nicht ausfallen

Der Weimarer Ostermarkt soll in diesem Jahr nicht ausfallen. Das sagte OB Peter Kleine (parteilos) am Dienstag in einer Pressekonferenz. Derzeit werde der traditionelle Markt intensiv vorbereitet, heißt es. Er soll demnach am 27. und 28 März stattfinden, begleitet von einem verkaufsoffenen Sonntag.

Ob das möglich sein wird, hängt laut Kleine vor allem von den Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch ab. Die niedrigen Inzidenzzahlen in Weimar rechtfertigen laut Kleine jedoch eine Entscheidung für den Ostermarkt.

Nord­hausen | Positive Bilanz bei Corona-Schnelltests

Der Landkreis Nordhausen zieht eine positive Bilanz der kostenlosen Corona-Schnelltests. Nach Angaben von Landrat Matthias Jendricke (SPD) haben sich in der vergangenen Woche 300 Menschen testen lassen - drei von ihnen hatten Corona. Damit hätten drei Infektionsketten unterbrochen werden können, hieß es. Nach Einschätzung des Landrats haben sich die kostenlosen Schnelltests damit bereits gelohnt. Ein Test koste den Landkreis zehn Euro.

Das Nordhäuser Schnelltest-Zentrum testet vormittags im Fünf Minuten-Takt und kann damit bis zu 600 Menschen pro Woche testen. Wer Interesse daran hat, muss vorab per Mail oder Telefon einen Termin vereinbaren.

Der Inzidenzwert in Nordhausen liegt laut Robert-Koch-Institut derzeit bei 60. Das ist der drittniedrigste in Thüringen.

Thüringen | Übersterblichkeit in Thüringen steigt im Januar

In Thüringen sind im Januar im Vergleich zu früheren Jahren überdurchschnittlich viele Menschen gestorben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag gab es im ersten Monat des Jahres 1221 Todesfälle - 45 Prozent mehr als im Durchschnitt der Januar-Monate 2017 bis 2020.

Die sogenannte Übersterblichkeit lag mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Dieser Wert pendelte sich bei 20 Prozent ein.

Thüringen | Erster Corona-Fall im Freistaat vor einem Jahr

Am 2. März, genau vor einem Jahr, wurde in Thüringen der erste Corona-Patient gemeldet - in Pößneck. Er wurde in die Thüringen-Kliniken nach Saalfeld gebracht.

Weimar | Zahlreiche Quarantänefälle bei Stadtverwaltung in Weimar

Mehrere Quarantänefälle in der Weimarer Stadtverwaltung hätten beinahe das Standesamt lahmgelegt. Ausgelöst von zwei Infektionen sind Mitarbeiter aus nahezu allen Abteilungen in Quarantäne, wie die Stadt mitteilte. Allein im Standesamt betrifft das fünf Beschäftigte.

Für die am Wochenende geplanten zwei Eheschließungen kommt zwar Ersatz von außerhalb, der die Paare trauen kann. Allerdings müssen im Standesamt auch Sterbefälle und andere amtliche Vorgänge beurkundet werden. Das sei nur sichergestellt, weil zufällig am Montag eine neue Mitarbeiterin anfängt, sagte Oberbürgermeister Peter Kleine (pl).

Thüringen | Impfberechtigung auch für Mitarbeiter der Stationären Jugendhilfe

Ab sofort können sich in Thüringen auch Beschäftigte der stationären Jugendhilfe zum Impfen anmelden. Das geht aus einem Schreiben des Bildungsministeriums an die Träger solcher Einrichtungen hervor. Bei der Hochstufung der Lehrer und Erzieherinnen in die Stufe 2 waren sie nicht berücksichtigt worden. Das hatten Jugendhilfe-Träger kritisiert, weil ihre Mitarbeiter lange und intensiv mit den Kindern und Jugendlichen zusammen seien. Ab jetzt können sich pädagogische und therapeutische Fachkräfte, zugelassene Betreuerinnen und Leitungskräfte der Einrichtung, hauswirtschaftliches und technisches Personal, Küchenpersonal, Hausmeister und auch Praktikanten Impftermine holen.

In der Impfstelle muss dann ein Berechtigungsschein vorgelegt werden, der die Tätigkeit in einer entsprechenden Einrichtung bestätigt. Dazu gehören: stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe, Tagesgruppen, stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte oder von einer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche sowie Internate, die nicht der Schulaufsicht unterliegen.

Ilmenau | 3000 OP-Masken für Studierende der TU Ilmenau

Das Studierendenwerk Thüringen hat am Dienstag 3.000 OP-Masken aus dem Bestand des Ilm-Kreises bekommen. Wie eine Sprecherin des Kreises mitteilte, sollen damit Studentinnen und Studenten der TU Ilmenau in der Prüfungsphase unterstützt werden. Das Studierendenwerk habe das Landratsamt um Unterstützung gebeten, da an der Technischen Universität die Prüfungszeit beginne. Den Studenten solle eine sichere Prüfungszeit ermöglicht werden. Während Präsenzprüfungen und beim Besuch der Mensa bestehe eine Maskenpflicht.

Die Masken werden ab Donnerstag in der Cafeteria Mensa Ehrenberg von 10 bis 14 Uhr kostenlos ausgegeben. Bei Vorlage des Studierendenausweises bekommt man drei Stück.

Hildburg­hausen | Corona-Lage in Hildburghäuser Regiomed angespannt

Im Regiomed Klinikum in Hildburghausen verschärft sich die Corona-Lage wieder. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, haben sich 20 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Außerdem wurden 30 Patienten positiv getestet. Wegen der angespannten Lage kann das Klinikum aktuell nur noch Notfälle versorgen. Die restlichen Kapazitäten werden für Covid-Patienten benötigt. Wie es zum dem sprunghaften Ausbruch kommen konnte, wird derzeit untersucht. Laut Klinikangaben wurden Infektionen auf verschiedenen Stationen festgestellt.

Entspannter ist die Lage in den anderen Regiomed-Kliniken in Südthüringen. In Sonneberg werden derzeit zwölf Coronapatienten behandelt. In Neuhaus am Rennweg werden derzeit gar keine mehr betreut.

Weimar | Tourismus eingebrochen, Gäste aber zufrieden

Der Weimarer Tourismus ist im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Krise um die Hälfte eingebrochen. Wie die Tourismusgesellschaft Weimar GmbH mitteilte, zählte die Stadt 2020 nur rund 421.000 Übernachtungen und damit halb so viele wie im Jahr zuvor.

Aus dem Ausland kamen 75 Prozent weniger Gäste. Die Gäste, die kommen durften, waren mit ihrem Aufenthalt offenbar zufrieden, wie es von der Weimar GmbH heißt. Jeder zweite Besucher habe in einer Umfrage angegeben, innerhalb der nächsten fünf Jahre noch einmal nach Weimar kommen zu wollen. Zwei Drittel wollen die Stadt Bekannten weiterempfehlen. Besonders gelobt wurden in der Umfrage das intakte Stadtbild, die ruhige Innenstadt sowie Museums- und Restaurantbesuche. Am unzufriedensten waren die Gäste mit den Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten.

Thüringen | Einzelhandel verbucht Umsatzplus im Internet

Der Trend zum Einkaufen im Internet hat im vergangenen Jahr in Thüringen für ein Umsatzplus von real 3,2 Prozent im Einzelhandel gesorgt. Während sich beim klassischen Einzelhandel in den Innenstädten die Corona-Pandemie mit wochenlangem Lockdown negativ auswirkte, sprangen die Umsätze im Internet- und Brennstoffhandel im Vergleich zum Vorjahr um real 19,0 Prozent nach oben. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes von Dienstag hervor.

Insgesamt mache dieser Bereich allerdings nur knapp fünf Prozent des Gesamtumsatzes im Thüringer Einzelhandel aus. Auch Supermärkte und SB-Kaufhäuser, die immer geöffnet waren, profitierten in Thüringen mit einem Umsatzplus von 4,1 Prozent. Der große Einzelhandelsbereich mit Bekleidung, Schuhen, Lederwaren, Schmuck, aber auch Augenoptiker und Apotheken verbuchte einen Rückgang von 1,8 Prozent, der vor allem durch die gute Entwicklung bei Apotheken noch abgeschwächt wurde.

Heiligen­stadt | Palmsonntagsprozession fraglich

Im vergangenenJahr musste die Palmsonntagsprozession abgesagt werden. Ob und in welcher Form dieses Jahr die Veranstaltung stattfindet, ist noch offen. Eine endgültige Entscheidung soll Mitte März fallen.

Mittel-deutsch-land | Die Pandemie und die Generation "C"

Erwachsene haben bereits Erfahrungen mit Veränderungen gemacht, für Kinder und Jugendliche ist dies schwierig. Vor allem dann, wenn die Corona-Pandemie mit der Pubertät zusammenfällt.

Weimar | Infektionen mit britischer Mutante häuft sich

In zwei Weimarer Firmen häufen sich die Corona-Infektionen mit der britischen Variante B.1.1.7. Wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte, gibt es 16 Fälle in zwei Firmen. Zudem haben sich acht Angehörige angesteckt. Bisher sei unklar, woher die Mutanteen kommen. Um welche Firmen es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Laut Gesundheitsamt häufen sich die Fälle mit Mutanteen, belastbare Zahlen gibt es aber nicht, weil manche Labore alle Proben auf Mutanteen testen, andere nur einen gewissen Anteil, so eine Sprecherin. Die nachgewiesenen Mutanteen wurden bei Fällen aus den vergangenen Tagen nachgewiesen, neue Fälle wurden in den vergangenen 24 Stunden nicht bekannt.

Schmal­kalden-Meiningen | Britische Mutante breitet sich stark aus

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen breitet sich die britische VirusMutante stark aus. Nach Angaben des Landratsamtes, können rund 30 Prozent der positiven Corona-Fälle im Landkreis der Mutante zugeordnet werden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes stellt sich die britische Virus-Variante auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen als deutlich ansteckender heraus. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Teilweise konnten Inkubationszeiten von nur 48 Stunden nachgewiesen werden.

Das Gesundheitsamt appelliert an die Einwohner das Virus ernst zu nehmen und sich an die Regeln zu halten. Insgesamt wurden im Landkreis bis heute 71 Fälle der britischen Mutante nachgewiesen. In einem Fall hat das Labor auch die brasilianische Mutante bestätigt.

Saale-Orla-Kreis | Amtsarzt kritisiert fehlende Corona-Schnelltests in Schulen

Ab Dienstag sind alle Schulen im Saale-Orla-Kreis wegen des hohen Infektionsgeschehens im Landkreis geschlossen. Der Amtsarzt des Kreises, Torsten Bossert, kritisiert das Thüringer Kultusministerium, weil es keine Testmöglichkeiten für Schüler geschaffen habe, um so Schließungen zu verhindern.

Jena | Kostenlose Schnelltests möglich

Die Stadt Jena hat zwei Schnelltestzentren eröffnet. Sie befinden sich im F-Haus und in der Ernst-Schneller-Straße 10 in Lobeda-Ost. In Jena gemeldete Einwohner können dort kostenfrei Antigen-Schnelltests durchführen lassen. Projektpartner sind das Deutsche Rote Kreuz Jena-Eisenberg sowie eine private Schnelltest-Initiative. Die beiden Schnelltestzentren sollen vorerst nur eine Woche betrieben werden. Danach wollen die Projektbeteiligten prüfen, ob und in welchem Umfang das Angebot fortgeführt werden soll, so die Stadt in einer Pressemitteilung.

Thüringen | Wirtschaft hat hohe Erwartungen an bundesweiten Corona-Gipfel

Die Thüringer Wirtschaft erwartet vom Bund-Länder-Corona-Gipfel am Mittwoch einen Kurswechsel. Hartmut Koch vom Verband der Wirtschaft Thüringen (VWT) sagte, die Betriebe bräuchten eine schrittweise branchenübergreifende Öffnungsstrategie. Der Gipfel solle auch der Bevölkerung eine Perspektive bieten. Mit Schnelltests und Impfungen müsse es zügig voran gehen.

Ein Verharren im Lockdown sei "nicht darstellbar", so Koch. Vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) - Region Westthüringen heißt es, für kleine Betriebe und Solo-Selbständige sei außerdem ein Reformpaket nötig. Auch dürfe es keine Steuererhöhungen geben, diese würden die Mittelständler hindern, verlorenes Terrain aufzuholen, so Ringo Siemon vom BMVW Westthüringen.

Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Corona stabil

Normalerweise beginnt die Arbeitslosigkeit im Februar wieder leicht zu sinken. Dieser Saisoneffekt blieb in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie allerdings aus. Im vergangenem Monat hatten in Thüringen etwa 71.700 Menschen keinen Job, 700 mehr als noch im Januar. Dennoch: Die negativen Auswirkungen sind weniger stark als beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020.

Ein Jahr im Coronamodus

Am 2.März 2020 wurde in Thüringen der erste Fall einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Ein 57-Jähriger aus dem Saale-Orla-Kreis hatte sich im Skiurlaub in Südtirol mit dem neuartigen Virus infiziert. Ein Jahr später haben etwa 75.000 Thüringer eine Corona-Infektion durchlebt, rund 3.000 von ihnen sind mit oder an dem Virus verstorben. Corona-Verordnungen, Schul- und Kindergartenschließungen, Friseure und Kosmetiker, die nicht arbeiten können, Kinso, Theater, Hotels und Gastronomie, die nicht öffnen darf - Das Virus bestimmt unseren Alltag mit Einschnitten in bis dato unbekannten Ausmaß.

Erfurt | Unklar, ob und wie Volksfeste auf Domplatz stattfinden

Die Frühjahrs-Volksfeste auf dem Erfurter Domplatz liegen vorerst auf Eis. Aktuell könne weder geplant werden noch könnten Verträge mit Händlern oder Schaustellern geschlossen werden, sagte Marktmeister Sven Kaestner MDR THÜRINGEN. Das betreffe sowohl den traditionellen Start in den Frühling mit der Veranstaltung "Rostkultur" als auch den Altstadt-Frühling.

Alle Pläne hingen jetzt davon ab, was die Bundesregierung am Mittwoch mit den Länderchefs beschließe, so Kaestner. Eine so große Veranstaltung wie in den Jahren zuvor mit rund 20.000 Besuchern zur "Rostkultur" werde es aber definitiv nicht geben, hieß es vom Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Fleisch- und Wurst. Am Mittwoch werde endgültig entschieden, ob es zumindest eine kleine Form der "Rostkultur" geben könne, hieß es.

Greiz | Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet - vorerst

Der Landkreis Greiz will die Schulen und Kindergärten trotz steigender Corona-Inzidenz vorerst offen lassen. Den Kindern solle so lange wie möglich ein gemeinsamer Schulalltag ermöglicht werden, sagte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Derzeit liegt die Inzidenz im Kreis bei über 150, bei der noch die Landratsämter entscheiden, ob die Einrichtungen offen bleiben. Es sei nicht auszuschließen, dass noch diese Woche die 200er Marke erreicht werde, so Schweinsburg. Dann müssten alle Schulen und Kindergärten laut Landesverordnung auf jeden Fall geschlossen werden.

Der Corona-Überblick vom Montag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. März 2021 | 19:00 Uhr

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