Pandemie-Ticker Corona-News: Noch keine kostenlosen Massen-Schnelltests im Freistaat

+++ Schleiz: Autokorso gegen Schulschließungen +++ Kreis Greiz will Unterstützung vom Land für mehr Corona-Test +++ Weniger Insolvenzen als 2019 +++ Millionenverlust für Volkshochschulen +++ Fehlende Verordnung vom Bund: Noch keine Massen-Schnelltests im Freistaat +++ Schulen und Kitas in mehreren Landkreisen geschlossen+++ Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Apotheker nimmt Rachenabstrich
Seit Montag soll Bürgen pro Woche ein Corona-Schnelltest ermöglicht werden. Bezahlt vom Bund und organisiert vom Land. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

So geht es am Dienstag weiter

Schleiz | Autokorso gegen Schulschließungen

Ein aus rund 190 Fahrzeugen bestehender Autokorso ist am Montagabend unter dem Motto "Kinder brauchen Schulen" durch Schleiz gerollt. Wie die Polizei mitteilte, führt die Route durch das Stadtgebiet und die unmittelbare Umgebung. Die als Protestaktion gegen Schul- und Kindergarten-Schließungen deklarierte Veranstaltung dauerte etwa anderthalb Stunden und verlief laut Polizei ruhig.

Greiz | Landkreis will Landesunterstützung für mehr Corona-Tests

Der Landkreis Greiz will in den nächsten Tagen deutlich mehr Menschen auf Corona testen lassen. Laut Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) sind allein in dieser Woche rund 800 Tests geplant. Damit wolle man Infektionsketten durchbrechen.

Gleichzeitig erwartet die Landrätin, dass durch die Tests auch eine deutlich höhere Zahl an Infektionen im Landkreis festgestellt wird. Sie hofft, dass das Land den Kreis bei dem Vorhaben nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch dabei hilft, Testzentren zu organisieren und einzurichten, sowie Material zu beschaffen.

Thüringen | Noch keine Massen-Schnelltests im Freistaat

Seit Montag soll Bürgen pro Woche ein Corona-Schnelltest ermöglicht werden. Bezahlt vom Bund und organisiert vom Land. Die Realität sieht aber anders aus. Wer einen Test haben will, muss in Thüringen selber zahlen.

Thüringen | Inzidenz im Freistaat steigt, aktive Fälle nehmen ab

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen in Thüringen ist leicht gesunken. Die Gesundheitsämter meldeten am Montag 5.685 Fälle. Das sind 107 weniger als am Sonntag, aber 267 mehr als vor zwei Wochen. Vier weitere Menschen sind demnach im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 440 weitere gelten inzwischen als genesen. Der landesweite Inzidenzwert liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Montag bei 135. Am Sonntag lag er noch etwas niedriger bei 132.

Erfurt | Schwierigkeiten mit den Gratis-Schnelltests

Bei den kostenlosen Corona-Schnelltests droht in Thüringen ein Flickenteppich. Zwei Landkreise führen die Tests bereits durch, ein weiterer kündigte an, mit den Tests in Eigenregie starten zu wollen. Eine Strategie für landesweit organisierte Tests fehlt bisher allerdings noch. Vor allem fehlt noch die entsprechende Verordnung der Bundesregierung, sagt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner. Sie liegt voraussichtlich morgen vor. Erst dann können laut Werner wichtige Fragen beantwortet werden. Dabei geht es auch um Bürokratie zum Beispiel, welche Formulare bei den Schnelltests eingesetzt werden sollen oder wer die Tests durchführt.

Ein Sprecher des Landkreistages sagte, das Land müsse sich darum kümmern, dass organisatorisch und finanziell alles in Ordnung sei. Am Ende dürften die Kreise nicht auf Kosten sitzen bleiben.

Erfurt | Corona-Krise bestätigt Benachteiligung von Frauen

Die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte Gabi Ohler sieht Frauen in der Gesellschaft weiterhin in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Die Corona-Krise habe das einmal mehr bestätigt, sagte sie anlässlich des Internationalen Frauentages. Ohler verwies etwa auf den Anteil der Frauen, die sich allein um ihre Kinder kümmern. Dieser habe sich im vergangenen Jahr von acht auf 16 Prozent verdoppelt. Ohler forderte substanzielle Fortschritte beim Verteilen von Eltern- und Sorgearbeit, bei Elternzeit und Einkommen sowie beim Schutz vor Gewalt.

Hildburg-hausen | Spielplätze im Kreis trotz hoher Inzidenz wieder offen

Nach der Kritik von mehreren Bürgermeistern dürfen Spielplätze im Landkreis Hildburghausen seit Montag wieder öffnen. Wie ein Sprecher im Hildburghäuser Landratsamt sagte, hat das der Krisenstab zusammen mit dem Gesundheitsamt entschieden. In einer Verfügung des Landes werde die Schließung der Spielplätze jedoch ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 empfohlen. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Landkreis die Öffnung bei weiter steigenden Zahlen wieder zurücknehmen muss.

Erfurt | Landeselternvertretung fordert neue "Stufe Orange" bei Schulöffnung

Die Thüringer Landeselternvertretung fordert bei hohen Inzidenzen ein Wechselmodell für Schüler der Klassen 1-6. Eine Sprecherin sagte, es müsse bei der Corona-Ampel eine "Stufe Orange" eingeführt werden. Diese solle bedeuten, dass in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Kinder der Klassen 1-6 wochenweise abwechselnd zur Schule gehen oder zu Hause bleiben. Nach Ansicht der Landeselternvertretung würde ein solches Modell die Planbarkeit für Familien erleichtern, Kindern Zugang zu Bildung und sozialen Kontakten ermöglichen und das Infektionsrisiko gleichzeitig übersichtlich halten.

Sömmerda | Schnelltests durch DRK und ASB

DRK und Arbeiter-Samariter-Bund werden ab kommenden Montag (15. März) die Corona-Schnelltests im Kreis Sömmerda übernehmen. Das hat Landrat Harald Henning nach Angaben des Landratsamts mit den beiden Kreisverbänden vereinbart. Ziel sei, wohnortnah Tests anzubieten. Wo und zu welchen Zeiten genau getestet werden soll, werde am Donnerstag bekannt gegeben. Henning forderte die Landesregierung auf, bis dahin Bezahlung und Beschaffung der Tests zu klären.

Hildburg-hausen | Landrat ruft Bürger zum Impfen auf

Hildburghausens Landrat Thomas Müller (CDU) hat die Bürger zum Impfen aufgerufen. In einem offenen Brief schrieb er am Montag, es dürfe kein Impfstoff im Kühlschrank bleiben. Wer nach derzeitiger Corona-Verordnung geimpft werden dürfe, solle die Möglichkeit unbedingt wahrnehmen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Landrat das Land dazu aufgefordert, Corona-Hotspots mit mehr Impfstoff zu versorgen. Diese Forderung würde ins Leere laufen, sollten die Menschen das Angebot nicht annehmen, so Müller. Er fordert außerdem für besonders stark betroffene Regionen, dass auch jüngere Menschen schneller geimpft werden können. Vor allem solche, die im Arbeitsleben stehen und daher viele Kontakte gar nicht vermeiden können.

Gera | Hilfe bei Impfterminen für ältere Menschen

Die Stadt Gera bietet älteren Menschen Hilfe beim Vereinbaren von Impfterminen. Die Mitarbeiter des "Services Generationen" seien ab sofort wochentags über eine Hotline erreichbar, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Unter der Telefonnummer (0365) 838 35 26 können sich Seniorinnen und Senioren registrieren lassen. Die Nummer ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr erreichbar, freitags verkürzt bis 15 Uhr.

Thüringen | Trotz Corona-Pandemie: Weniger Insolvenzen als 2019

Die Zahl der Insolvenzen in Thüringen ist erneut gesunken. Laut Landesamt für Statistik entschieden die Thüringer Amtsgerichte im vergangenen Jahr 1.622 Insolvenzverfahren. Das waren 587 weniger als im Jahr zuvor, was einem Rückgang von über 26 Prozent entsprach. Nur etwa 13 Prozent der Insolvenzen betrafen Unternehmen, die Mehrzahl waren finanziell gescheiterte Selbständige sowie private Verbraucher und Nachlässe. Die Gläubigerforderungen wurden von den Gerichten auf rund 379 Millionen Euro geschätzt. Im Schnitt entfielen auf jeden Gläubiger 234.000 Euro an Forderungen. Bereits im Jahr zuvor war die Zahl der Insolvenzen um elf Prozent gesunken.

Suhl | Inzidenz über 200 - Entscheidung über Schul- und Kitaschließung steht noch aus

Erstmals seit Mitte Januar hat die Stadt Suhl den Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wieder überschritten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lag der Wert am Montag bei 201 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Nach Beratungen des Krisenstabs am Montagvormittag, teilte die Stadt mit, dass Schulen bis zur sechsten Klasse sowie Kindergärten am Dienstag zunächst geöffnet bleiben. Ebenfalls am Dienstag werde der Krisenstab über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Stadt bereitet im Congress Centrum ein Testzentrum vor, das in der kommenden Woche an den Start gehen soll.

Der hohe Anstieg des Inzidenzwertes sei unter anderem auf das Infektionsgeschehen in einem Suhler Kindergarten zurückzuführen. Dort hatten sich 24 Kinder und Erzieher mit einer neuen Variante des Coronavirus angesteckt.

Thüringen | Bisher 111 Verstöße gegen Homeoffice-Pflicht

In Thüringen sind bisher 111 Verstöße gegen die Homeoffice-Pflicht festgestellt worden. Das teilte das Arbeitsministerium mit. In diesen Fällen haben Arbeitgeber ihren Beschäftigten wegen Corona keine Arbeitsmöglichkeiten von zu Hause aus angeboten, obwohl das möglich gewesen wäre. Bußgelder sind in diesem Zusammenhang bisher noch nicht verhängt worden. Zunächst wurde den Betrieben noch eine Frist gesetzt. Innerhalb dieser müssen sie ihren Mitarbeitern anbieten, von zu Hause aus zu arbeiten.

Erfurt | Bausewein: Ladenöffnungen als Signal an Bevölkerung

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hält testweise Ladenöffnungen für kalkulierbar und sicher. Der SPD-Politiker sagte dem MDR, bei dem in seiner Stadt geplanten Experiment gehe es darum, ein Signal an die Bevölkerung zu senden. Erfurt will an einem der beiden kommenden Wochenenden Läden in der Innenstadt öffnen. Bausewein sagte, man wolle dafür um die Innenstadt Testzentren aufbauen. Menschen, die bei Corona-Schnelltests negativ getestet würden, könnten danach in Läden einkaufen gehen. Dabei würden die größtmöglichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Es gehe nicht um große Öffnungen, sondern um das Aufzeigen von Möglichkeiten. Selbst wohlwollende Bürger seien inzwischen Pandemie-müde. Diese müsse man weiter mitnehmen. Unklar ist noch, ob die Landesregierung den Plänen zustimmt. Für die Pläne der Landeshauptstadt habe es massive Kritik gegeben.

Thüringen | Millionenverlust für Volkshochschulen

Die Corona-Krise hat mit der Schließung der Bildungseinrichtungen ein Millionenloch in die Kassen der Thüringer Volkshochschulen gerissen. Die Einnahmeausfälle beliefen sich seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr auf bislang schätzungsweise rund 1,3 Millionen Euro, sagte die Direktorin des Thüringer Volkshochschulverbandes, Sylvia Kränke, der Deutschen Presse-Agentur (DP). Zwar hätten sich auch die Ausgaben verringert, dennoch habe das nicht die wegbrechenden Teilnehmerentgelte kompensieren können. Geschlossen werden musste in Thüringen jedoch keine Volkshochschule, betonte Kränke.

Die 23 Volkshochschulen in Thüringen finanzieren sich neben den Teilnehmergebühren auch aus Zuschüssen des Landes und der Kommunen sowie aus Drittmitteln. Der Verband sei derzeit mit dem Land wegen finanzieller Hilfen im Gespräch. Da Präsenskurse während des Lockdowns nicht möglich seien, habe es einen Schub bei den virtuellen Angeboten gegeben.

Thüringen | Noch keine Massen-Schnelltests

Wie in den meisten Bundesländern werden in Thüringen ab Montag noch keine kostenlosen Corona-Schnelltests angeboten. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte MDR THÜRINGEN, der Grund dafür sei, dass die dafür nötige Verordnung der Bundesregierung bis Sonntagabend noch nicht vorlag. Ungeklärt sei unter anderem, wie die Tests bezahlt werden.

Thüringen | Schulen und Kitas im Landkreis Greiz und Warburgkreis zu

Tausende Mädchen und Jungen in Thüringen dürfen erneut oder noch immer nicht zur Schule gehen. Wegen gestiegener Inzidenzwerte haben der Wartburgkreis und der Landkreis Greiz am Wochenende die Notbremse gezogen und neue Allgemeinverfügungen erlassen. Die Kinder müssen deshalb ab Montag wieder zuhause betreut, unterrichtet, versorgt werden. In beiden Regionen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen wieder deutlich über den prekären Wert von 200 Neuninfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gestiegen. In diesen Fällen verbietet das Land das Öffnen der Einrichtungen.

Auch im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Hildburghausen bleiben die Kinder weiterhin zuhause, dort sind Kindergärten und Schulen jedoch schon eine Woche länger geschlossen. Auch das Gymnasium in Neuhaus am Rennweg bleibt wegen mehrerer Corona-Fälle seit Montag zu. Anders dagegen in Erfurt: Hier beginnt für viele Schülerinnen und Schüler dagegen ein neues, altes Leben. Nachdem es bereits am vergangenen Donnerstag grünes Licht gab, öffnen die meisten Schulen erst am Montag wieder, viele mit Gruppenunterricht im Zwei-Tage-Rhythmus. Auch in Weimar dürfen alle Kinder und Jugendliche zurück in die Schulen.

Der Corona-Überblick aus Thüringen von Sonntag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. März 2021 | 19:00 Uhr

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