Pandemie Corona-News vom 1. März: Erneut Probleme bei Impftermin-Vergabe

+++ Probleme bei Impfportal +++ Nächtliche Ausganssperre im Saale-Orla-Kreis +++ Hausärzte sollen beim Impfen helfen +++ Neue Impftermine für Ü-80-Jährige +++ Fünft- und Sechstklässler kehren in Schulen zurück +++ Friseure empfangen wieder Kunden +++ Blumenläden und Gartencenter öffnen +++ Die News für Thüringen im Überblick +++

Impfung
Noch im März sollen erste Pilotprojekte zum Impfen in Hausarztpraxen in Thüringen starten (Symbolfoto). Bildrechte: imago images/Political-Moments

So geht es am Dienstag weiter

Thüringen | Die Corona-Lage am Montag

In Thüringen sind derzeit rund 5.640 Menschen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Das sind gut 170 weniger als am Sonntag, aber etwa 160 mehr als vor zwei Wochen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit nach Angaben der Gesundheitsämter bei 132.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 77.000 Thüringerinnen und Thüringer nachweislich mit dem Virus angesteckt. Rund 2.900 Infizierte sind gestorben.

MDR THÜRINGEN erfasst Corona-Fälle nach dem Meldezeitpunkt der Landratsämter. Daher kann es zu Abweichungen von den Zahlen des Robert Koch-Instituts kommen. Letztere sind relevant für die Inzidenz-Grenzwerte für lokale Schulschließungen.

Thüringen | Erneut Probleme bei Impftermin-Vergabe - Termine bei Online-Buchung noch verfügbar

Bei der Vergabe von Impfterminen hat es am Montag offensichtlich Probleme gegeben. Ab 12 Uhr sollte das Thüringer Impfportal wieder erreichbar sein, um Termine für beide verfügbaren Impfstoffe buchen zu können. Wie Hörer von MDR THÜRINGEN - Das Radio berichten, gab es an der Telefonhotline nur eine Bandansage, wonach kein Impfstoff verfügbar sei. Das Internet-Portal war in den ersten Stunden immer wieder überlastet und nicht zu erreichen.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung sagte MDR THÜRINGEN zweieinhalb Stunden nach Öffnung des Portals, es seien wieder alle Termine für beide Impfstoffe weg. Die Aussage wurde einige Zeit später zurückgezogen. Sie beruhe auf internen Missverständnissen, so der Sprecher. Im Online-Portal seien demnach noch freie Termine buchbar, allerdings nicht in allen Impfstellen.

Allein für den Biontec-Pfizer-Impfstoff sollte es seit Montagmittag 12.600 neue Termine in 14 Impfstellen geben. Um weitere Termine vergeben zu können, muss das Unternehmen erst wieder neuen Impfstoff nach Thüringen liefern.

Derweil epmfhielt der sogenannte Corona-Beirat der Thüringer Landesregierung grundlegend eine bessere Organisation der Impftermine. Wie die Vorsitzende Dr. Petra Dickmann mitteilte, rate der Beirat unter anderem davon ab, die Prioritätsstufen in Untergruppen zu teilen. Sie könnten es behindern, dass die verfügbaren Impfstoffe zügig und vollständig verbraucht werden. Zudem müssten die Kontaktmöglichkeiten zum Beispiel in Form eines Call-Centers massiv ausgebaut werden.

Der Beirat empfiehlt der Landesregierung außerdem, dass Universitäten und Hochschulen im laufenden Wintersemester vollständig auf Präsenzprüfungen verzichten sollen. Auch das Sommersemester solle vorausschauend möglichst als Online-Semester organisiert werden.

Erfurt | IHK fordert Lockdown-Ende

Die IHK Erfurt fordert von Land und Kommunen eine schnelle Ausstiegsstrategie aus dem Lockdown. In einer sogenannten "Agenda des Machbaren" skizzieren die Branchenvertreter konkrete Vorschläge. Der Ausstieg solle aber nicht von Infektionszahlen abhängig gemacht werden. Die Forderung für Gastgewerbe, Veranstaltungswirtschaft und Handel lautet: Ganz oder gar nicht, der Lockdown solle enden. Spätestens Mitte März müsse endlich geöffnet werden. Andernfalls seien viele Brüche nicht mehr heilbar, die Mitarbeiter weg, die Unternehmen pleite und mindestens ein Drittel der Innenstadtgeschäfte zu, so die Branchenvertreter. Möglich sei das Öffnen mit kostenlosen Schnelltests, schnellem Impfen und Abstands- und Hygiene-Regeln.

Auch die Forderung nach einer Imagekampagne wurde laut. Die fehlende Wertschätzung sogenannter nicht systemrelevanter Berufe habe ihre Spuren hinterlassen, so die Vertreter. Allein im Thüringer Gastgewerbe hat laut IHK-Vizepräsident Olaf Seibicke ein Viertel der Azubis im vergangenem Jahr die Ausbildung abgebrochen.

Schmal­kalden-Mei-ningen | Hohe Ansteckungsrate im familiären Umfeld

86 Prozent der im Kreis Schmalkalden-Meiningen derzeit aktiven Corona-Infektionen kommen offenbar aus dem privaten Umfeld. Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, sind das 420 von momentan 488 Fällen. Aber auch in Kindereinrichtungen gebe es weitere Infektionen. So seien im Umfeld des Meininger Kinderhauses Regenbogen 35 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Im Kindergarten St. Elisabeth in Wolfmannshausen wurde laut Landratsamt auch die britische Mutation B.1.1.7 nachgewiesen. Bis 15. März ist dort auch die Notbetreuung geschlossen. Insgesamt wurde die britische Mutation des Corona-Virus im Kreis Schmalkalden-Meiningen zwölf Mal nachgewiesen.

Bisher haben sich 2.415 Kreisbewohner kostenlos testen lassen. Bei 25 von ihnen zeigte der Schnelltest ein positives Ergebnis, 18 davon wurden durch den PCR-Test bestätigt, vier Ergebnisse stehen noch aus.

Landkreis hoft auf Bundes-Gelder für Schnelltest-Aktion

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hofft auf finanzielle Unterstützung vom Bund für die Corona-Schnelltest-Aktion. Landrätin Peggy Greiser (parteilos) sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe ihr in einem Telefonat versichert, dass er sich in der Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch dafür einsetzen werde.

Spahn hatte ursprünglich kostenlose Schnelltests in ganz Deutschland angekündigt und musste später zurückrudern. Gleichzeitig hatte der Landkreis Schmalkalden-Meiningen die Schnelltest-Aktion gestartet. Der Kreis hofft nun, dass der Bund die Kosten dafür ab 1. März übernimmt. Pro Woche kostet die Aktion, laut Landratsamt, rund 25.000 Euro.

Mehr als 2.400 Menschen hätten sich bislang einem Schnelltest unterzogen. Bereits 25 Menschen mit positivem Ergebnis konnten so identifiziert und Infektionsketten unterbrochen werden. Seit genau einer Woche können sich Einwohner des Landkreises Schmalkalden-Meiningen kostenlos auf Corona testen lassen. Es gibt drei Testzentren. Außerdem sind mobile Teams im Landkreis unterwegs

Saale-Orla-Kreis | Nächtliche Ausgangsperre ab Dienstag - Kitas und Schulen geschlossen

Der Saale-Orla-Kreis hat eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die am Dienstag in Kraft tritt und bis zum 15. März gilt. Demnach wir es wieder eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr geben, wie das Landratsamt am Montag mitteilte. Auch Kindergärten und Schulen müssen wieder geschlossen werden.

Hintergrund ist der Corona-Inzidenzwert, der am Sonntag über 200 gestiegen war. Der Saale-Orla-Kreis folgt damit den Vorgaben des Landes. Ab Dienstag wird in Kindergärten und Schulen (bis einschließlich Klassenstufe 6) nur noch eine Notbetreuung angeboten. Der Inzidenzwert im Saale-Orla-Kreis liegt Stand Montag bei 230. Wenn der Wert unter 150 gesunken ist, können die Maßnahmen gelockert werden, so das Landratsamt.

Thüringen | Pilotprojekte zum Impfen in Hausarztpraxen ab Ende März

In Thüringen sollen Hausärzte in ihren Praxen schon bald beim Impfen gegen das Coronavirus helfen. Geplant ist dazu ein Pilotprojekt, das noch im März starten soll, wie das Thüringer Gesundheitsministerium am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gab. "Auch in Thüringen wird es im März erste Pilotprojekte mit Impfungen in Hausarztpraxen geben", schrieb die Pressestelle des Ministeriums. Dies sei am Freitag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen so vereinbart worden. Mit Stand vom Montag haben in Thüringen bisher rund 120.000 Menschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

Eisenach | Kein Präsenzunterricht für ältere Schüler ab Dienstag

In Eisenach müssen ältere Schülerinnen und Schüler ab Dienstag wieder zuhause bleiben. Das Bildungsministerium hat den Präsenzunterricht ab der 7. Klasse abgesagt, weil in der Stadt am Sonntag der Inzidenzwert von 100 kurzzeitig überschritten wurde. Voraussetzung für Präsenzunterricht ist, dass der Wert sieben Tage lang unter 100 bleibt.

Deshalb ist für die Jugendlichen ab der 7. Klasse frühestens in der kommenden Woche Unterricht in der Schule möglich. Noch am Donnerstag lag der Inzidenzwert des RKI bei knapp 62, am Sonntag bei 102. Es habe durch Nachmeldungen einen unerwartet hohen Anstieg gegeben, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums MDR THÜRINGEN. Da Eisenach vergleichsweise klein sei, könnten wenige Fälle die Inzidenz stark nach oben treiben.

Thüringen | Neue Impftermine ab Montagmittag, auch für Über-80-Jährige

Am Montagmittag wurden um 12 Uhr neue Termine im Thüringer Impfportal freigeschaltet. Dabei handelt es sich nicht nur um Termine für eine Impfung mit dem Impfstoff Astra-Zeneca für unter 65-Jährige in der Priorisierung 2, sondern auch für eine mit dem Vakzin von Biontec/Pfizer für Menschen über 80. Mehr als 100.000 Menschen im Freistaat warten in dieser Altersklasse noch auf ihre Impfung.

Geht es nach den Willen der Landesregierung, soll das Impftempo in den kommenden vier Wochen deutlich an Fahrt gewinnen. Bis Ostern, so das Ziel, sollen mindestens zehn Prozent aller Menschen in Thüringen ihre erste Spritze gegen Sars-Cov2 erhalten haben.

Bundes-weit | Lockdown trifft Frauen härter als Männer

Zu Hause arbeiten, Kinder unterrichten und betreuen, kochen, trösten, Mut machen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche. Das ist für viele der Alltag im Lockdown, ein Härtetest für die Psyche, besonders aber für Frauen.

Fünf- und Sechstklässler kehren in Schule zurück

In Thüringen starten am Montag weitere Schüler in den Präsenzunterricht. In 19 Kreisen und kreisfreien Städten können die Fünft- und Sechstklässler zurück in ihre Klassenzimmer. Ausgenommen davon sind wegen zu hoher Corona-Inzidenzwerte Schulen im Unstrut-Hainich-Kreis, im Kyffhäuserkreis, im Kreis Schmalkalden-Meiningen, im Kreis Hildburghausen und im Saale-Orla-Kreis.

Für Schüler ab der siebten Klasse gilt ein Grenzwert von 100, der sieben Tage lang nicht überschritten werden darf. Ältere Schüler können deswegen lediglich in Eisenach, Weimar, Nordhausen, Sonneberg und Jena zurück in die Schulen. Im Ilm-Kreis wird erst im Laufe des Montages entschieden, ob die Schulen für höhere Klassen noch in dieser Woche öffnen.

Friseure und Blumenläden öffnen wieder

Nach fast drei Monaten Zwangspause können die Menschen in Thüringen wieder die Haare professionell schneiden lassen und Blumen aus Fachgeschäften kaufen. Am Montag endet der zweite pandemiebedingte Lockdown für Friseurgeschäfte, Gärtnereien und Floristikbetriebe - also Blumenläden -, Baumschulen und Gartencenter. Das gilt auch für Baumärkte, die einen Gartenbereich haben. Alle anderen Bereiche sind abgesperrt. Viele Märkte haben kein Verständnis für diese Regelung, da man die Kunden nun auf noch engerem Raum zusammendrängt.

Die Ankündigung zur Öffnung ihrer Geschäfte hatte den Friseuren einen Ansturm auf Termine zum Haareschneiden beschert, viele Geschäfte sind in den nächsten zwei Wochen bereits ausgebucht.

Der Corona-Überblick vom Sonntag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. März 2021 | 19:00 Uhr

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