Pandemie Corona-News vom 22.12.2021: Gesundheitsministerin Werner: Corona-Beschlüsse nicht weitreichend genug

+++ Werner: Corona-Beschlüsse nicht weitreichend genug +++ Neue Quarantäne-Regeln im Wartburgkreis +++ Impfnachfrage gestiegen +++ Nach Ferien: Coronabedingter Distanzunterricht +++ Omikron-Variante des Coronavirus bisher nicht im Abwasser nachgewiesen +++ Trotz sinkender Inzidenz: Zahl der Neuinfektionen in Thüringen weiterhin am höchsten +++ Lockerungen in Hildburghausen zu Heiligabend möglich+++ Die Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Heike Werner (Die Linke), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit Frauen und Familie von Thüringen, nimmt die Maske ab während der Regierungsmedienkonferenz.
Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) appelliert an die Thüringer, über Weihnachten Kontakte zu beschränken. (Archivbild) Bildrechte: dpa

So ging es weiter | Corona-News vom Donnerstag, 23.12.2021

Arnstadt | Weihnachtssingen in Arnstadt

Was wäre Weihnachten ohne Leckereien oder ohne Musik? Weihnachten wäre trostlos. Doch viele Weihnachtssingen fallen coronabedingt aus. Dennoch gibt es Menschen, die Weihnachtsmusik auch in diesem Jahr möglich machen.

Erfurt | Café macht das Beste aus der Pandemie

Für alle, die beruflich Plätzchen backen, ist die Corona-Zeit schwierig. Auch die Kunden tun sich mit der Weihnachtsstimmung schwer. In einer Konditorei versuchen die Menschen, das Beste aus diesem Weihnachten zu machen.

Thüringen | Gesundheitsministerin Werner: Corona-Beschlüsse nicht weitreichend genug

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) gehen die Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona nicht weit genug. Mit Blick auf die drohende Omikron-Welle koste jedes Zögern wertvolle Zeit, erklärte Werner. Ihrer Meinung nach wäre die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite der richtige Schritt gewesen, um schnell auf sämtliche Instrumente zur Pandemiebewältigung zugreifen zu können. Die Omikron-Variante könne sehr schnell zu sehr vielen Neuinfektionen führen. Werner appellierte daher an die Thüringer, sich an den Feiertagen verantwortungsvoll zu verhalten und sowenig Kontakte wie möglich zu haben.

Wartburgkreis | Neue Quarantäne-Regeln

Der Wartburgkreis hat neue Corona-Quarantäne-Regeln beschlossen. Wegen der hohen Fallzahlen sieht sich das Gesundheitsamt nicht mehr in der Lage, Kontakte nachzuverfolgen und alle Betroffenen telefonisch zu kontaktieren. Deshalb gilt seit Dienstag für positiv Getestete automatisch Quarantäne. Sie müssen sich selbst mit einem Online-Formular beim Gesundheitsamt melden. Außerdem sollen sie eigenständig ihre Kontaktpersonen informieren. Auch diese müssen online ein Formular ausfüllen. Die Formulare finden sich auf der Homepage des Landkreises. Nur wenn sie vorliegen, kann das Amt einen Quarantänebescheid ausstellen.

Saale-Holzland-Kreis | Corona-Regeln können gelockert werden

Die strengeren Corona-Regeln für Brennpunkt-Regionen können im Saale-Holzland-Kreis gelockert werden. Wie das Landratsamt mitteilte, liegt die Inzidenz im Kreis seit sieben Tagen unter der Marke von 1.000. Damit können zum Beispiel Gaststätten zur 2G-Regel zurückkehren. Bisher galt 2Gplus. Außerdem entfällt die FFP2-Maskenpflicht in vielen Bereichen; zum Beispiel beim Einkaufen, in Gaststätten beim Arzt oder bei Versammlungen reicht wieder eine medizinische Maske. Bei Versammlungen sind wieder etwas mehr Teilnehmer erlaubt.

Jena | Theaterhaus stellt Spielbetrieb im Januar voerst ein

Das Theaterhaus Jena stellt seinen Spielbetrieb im Januar vorerst ein. Wie die Sprecherin Andrea Hesse mitteilte, können bereits gekaufte Karten in der Touristinformation Jena zurückgegeben werden. Das Theater reagiert damit auf die allgemeine Verunsicherung im Zusammenhang mit der Omikron-Variante. Die Vorstellungen zwischen Weihnachten und Silvester finden noch wie geplant statt. Auch die Probenarbeit im Theaterhaus soll laut Sprecherin weitergehen. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, sei derzeit noch unklar.

Saalburg-Ebersdorf | Neue Corona-Teststation

In Saalburg-Ebersdorf (Saale-Orla-Kreis) öffnet am Freitag eine Corona-Teststation. Wie das Landratsamt mitteilte, können sich Bürger am Bistro des Hotels Kranich kostenlos testen lassen. Das Testzentrum ist montags und freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr sowie 16 bis 19 Uhr geöffnet. Getestet wird auch an Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen, Silvester und Neujahr. Allerdings gibt es laut Landratsamt an diesen Tagen geänderte Öffnungszeiten, getestet wird nur wenige Stunden am Vormittag. Termine müssen nicht vereinbart werden.

Thüringen | KV: Sechsmal mehr Impfungen in Thüringen

Die Nachfrage nach Impfungen gegen das Coronavirus hat sich in den letzten zwei Monaten mehr als versechsfacht. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen mit. Eine Sprecherin sagte, seit dem 20. Oktober fragten die Thüringerinnen und Thüringer die Impfungen stärker nach. Demnach ließen sich in der Woche vom 20. bis 26. Oktober rund 24.000 Menschen immunisieren. In der vergangenen Woche waren es schon 154.000.

Die Impfstellen in Thüringen bleiben an Heiligabend sowie an den Weihnachtsfeiertagen geschlossen. Es gebe aber rund um die Feiertage ausreichend Impfangebote. Aktuell werden zu den Impfaktionen ohne Termin unterschiedliche Impfstoffe angeboten. Auswählen können die Impfwilligen jedoch nicht.

Thüringen | Kulturminister Hoff zu Corona-Beschlüssen: "Vorsicht Gebot der Stunde"

Die Corona-Inzidenz ist rückläufig, doch mit Blick auf die Omikron-Variante werden die Beschränkungen verschärft. Thüringens Kulturminister Hoff über die neuen Corona-Beschlüsse und die Stimmung in der Kulturszene.

Thüringen | Nach Ferien: Coronabedingter Distanzunterricht

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat am Mittwoch den "Corona-Fahrplan" an den Schulen nach den Weihnachtsferien vorgestellt. Demnach soll der Unterricht an den ersten beiden Tagen ausfallen, danach geht es in Distanzunterricht. Die Kindergärten sollen nach aktuellem Stand geöffnet bleiben.

Wartburg­kreis | Hotelbetreiberin scheitert mit Corona-Klage vor OLG

Die Betreiberin eines Hotels im Wartburgkreis bekommt von ihrer Versicherung kein Geld wegen coronabedingter Ausfälle. Das Oberlandesgericht wies in der vergangenen Woche die Klage in zweiter Instanz zurück. Schon im Januar hatte das Landgericht Meiningen ebenso geurteilt.

Konkret ging es um 64.000 Euro, die die Hotelbetreiberin von der Versicherung haben wollte. Zwischen März und Mai vergangenen Jahres habe sie keine touristischen Übernachtungen anbieten können, das sei ein Betriebsschließungsschaden, und der sei im Versicherungsvertrag enthalten, so das Argument der Klägerin. Das Oberlandesgericht sah das anders. Es entschied, dass es keinen Anspruch gebe. Der Versicherungsfall sei nicht eingetreten.

Die Begründung: Der Hotelbetrieb wurde nicht insgesamt verboten, Übernachtungen zum Beispiel für Geschäftsreisende waren weiterhin erlaubt. Die Richter verwiesen zudem darauf, dass in den Jahren 2018 und 2019 der Anteil an Geschäftsreisenden im Hotel sogar höher war als der an Touristen. Deshalb könne von einer faktischen Betriebsschließung keine Rede sein. Eine Revision zum Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen.

Jena | Bürgerstifung gedenkt der Corona-Opfer und veröffentlicht Appell

Mit einem offenen Brief will die Bürgerstiftung Jena Saale-Holzland noch vor Weihnachten ein Zeichen setzen gegen die sogenannten Corona-Spaziergänge. Wie eine Sprecherin sagte, sollen die Geduld und das Leiden der großen Mehrheit der Bevölkerung in den Fokus gerückt werden. Am Mittwochnachmittag wird eine Leine mit 113 Weihnachtssternen auf dem Marktplatz gespannt - ein Stern für jedes Corona-Opfer in der Stadt. Zudem haben die Menschen die Möglichkeit, auf der Online-Plattform change.org den Aufruf zu unterzeichnen.

Thüringen | Bislang kein Omikron-Nachweis im Abwasser

Im Thüringer Abwasser ist die Omikron-Variante des Coronavirus bisher nicht nachgewiesen worden. Das sagte der Leiter des Projekts Abwasser-Monitoring, Silvio Beier. Bis Mitte Dezember seien erst wenige Proben mit einem hinweisgebenden Verfahren auf die neue Variante untersucht worden - noch ohne Befund.

Das Unternehmen Analytik Jena und die Bauhaus-Universität Weimar hatten im Oktober das Projekt "SARS-CoV-2-Abwassermonitoring in Thüringen" begonnen. Mit mehreren 100.000 Euro fördert das Land die Analyse von Proben aus 21 Kläranlagen auf das Coronavirus. Beier gab an, dass im Januar Abwasser in allen 21 Kläranlagen auf Omikron untersucht würden. Dann könne man helfen, der Verbreitung der neuen Virus-Variante nachzugehen.

Weitere Fälle von Omikron-Variante

In Thüringen ist die Omikron-Variante des Coronavirus ein weiteres Mal nachgewiesen worden. Nach Angaben von Landrätin Petra Enders wurde am Dienstag im Ilm-Kreis ein Fall bekannt. Insgesamt gibt es damit drei nachgewiesene Fälle in Thüringen, wie Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) nach der Kabinettsitzung am Mittwoch sagte. Die erste Omikron-Infektion war Anfang Dezember in Thüringen nachgewiesen geworden. Betroffen war eine Frau aus dem Landkreis Gotha, die kurz zuvor aus Afrika zurückgekehrt war. Zudem spricht das Ministerium aktuell von drei Verdachtsfällen. Zwei davon gibt es in der Stadt Jena. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden die endgültigen Testergebnisse noch am Mittwoch erwartet.

Erfurt | Höchststand an Neuinfektionen

Die Stadt Erfurt hat einen neuen Höchststand von Corona-Infektionen an einem Tag erreicht. Die Behörden meldeten 443 neue Fälle an einem Tag. Während der gesamten Pandemie gab es in Erfurt noch nie so viele Fälle innerhalb von 24 Stunden. Am Dienstag hatte sich das Gesundheitsamt mit einem Hilferuf an die Einwohner gewandt. Anlass ist die angespannte Personalsituation in Kliniken und Pflegeheimen. Die Stadt sucht nun Freiwillige, die bei Corona-Tests und Impfungen helfen.

Thüringen | Trotz sinkender Inzidenz: Freistaat bleibt Negativ-Spitzenreiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen ist erneut zurückgegangen. Mit einem Wert von 750,2 bleibt der Freistaat aber Negativ-Spitzenreiter unter den Bundesländern vor Sachsen-Anhalt (605,9) und Sachsen (580,1). Bundesweit lag die Inzidenz am Mittwoch laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 289. Der Wert gibt die Rate der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche an.

Drei Landkreise in Thüringen meldeten weiterhin Inzidenzen jenseits der 1000er-Schwelle: Im Ilm-Kreis betrug der Wert 1097,5, in Hildburghausen 1059,8 und in Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 1012,3. Sieben der bundesweit zehn Regionen mit dem stärksten Infektionsgeschehen lagen in Thüringen.

Binnen eines Tages registrierte das RKI im Freistaat 3055 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Zudem wurden 30 weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt 5657 Menschen in Thüringen an oder mit dem Virus gestorben.

Unternehmen finden schwerer Nachfolger

Wegen der Pandemie haben es Unternehmer immer schwerer, Nachfolger zu finden. Laut Industrie- und Handelskammer Erfurt sind sie in den letzten zwei Jahren die Unternehmensnachfolgen um etwa zehn Prozent zurückgegangen.

Nach Angaben der Handwerkskammer suchen derzeit ein Drittel der Handwerksbetriebe im Land geeignete Nachfolger. Laut Hauptgeschäftführer Thomas Malcherek werde in der Pandemie nochmal viel deutlicher, was für eine hohe Last Selbstständige im Gegensatz zu Angestellten tragen müssen. Das mache es nicht unbedingt einfacher, motivierte und geeignete Nachfolger zu finden.

Hildburg­hausen | Lockerungen zu Heiligabend wahrscheinlich

Im Landkreis Hildburghausen werden Lockerungen der Corona-Regeln zu Heiligabend immer wahrscheinlicher. Das Landratsamt geht nach eigenen Angaben von weiterhin sinkenden Zahlen aus. Damit werde der Landkreis voraussichtlich am Freitag den siebten Tag in Folge unter dem Schwellenwert von 1.500 liegen. Dann dürften Gaststätten wieder für Geimpfte und Getestete öffnen und Kulturveranstaltungen wieder stattfinden können.

Thüringen | Hunderte demonstrieren gegen Corona-Politik

In Thüringen sind am Dienstagabend landesweit erneut mehrere Hundert Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straßen gegangen. Die größte unangemeldete Versammlung gab nach Polizeiangaben in Ilmenau mit etwa 700 Menschen. In Artern waren es 100, in Bürgel 75 Teilnehmer. In Oberweißbach hatten sich 50 Menschen zu einer angemeldeten Mahnwache versammelt. Die Proteste verliefen laut Polizei friedlich.

Vor dem Wohnhaus von Innenminister Georg Maier (SPD) gab es laut Polizei keine Kundgebung. Zuvor war im Internet zu einer Demonstration vor der Wohnung des Innenministers aufgerufen worden. Die Polizei durchsuchte daraufhin die Wohnung eines 38-Jährigen in Gotha.

Was bisher geschah | Corona-News vom Dienstag, 21.12.2021

Quelle: MDR(fno,ls)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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