Corona-Pandemie Aufgeschobene Operationen in Thüringen: Einige Patienten auf Warteliste bereits gestorben

Wegen der vielen Corona-Patienten auf den Thüringer Intensivstationen werden Operationen aufgeschoben. Laut dem Intensivkoordinator des Landes könne dies für Patienten eine schlechtere Prognose oder gar den Tod bedeuten.

Medizinisches Personal versorgt einen COVID-19-Patienten.
Laut dem Thüringer Intensivkoordinator Michael Bauer lagen am Mittwoch 217 Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Bildrechte: dpa

Die Situation auf den Intensivstationen in Thüringen bleibt sehr angespannt. Planbare Operationen von Patienten etwa mit Krebs- oder Herzklappen-Erkrankungen würden aufgeschoben, sagte am Mittwoch der Intensivkoordinator des Landes, Michael Bauer.

Für diese Patienten auf der Warteliste bedeute das unter Umständen eine wesentlich schlechtere Prognose oder sogar den Tod. Einige seien bereits gestorben. "In dem Moment, wo ich als Arzt priorisiere und sage, jemand muss auf die Warteliste, mache ich natürlich eine milde Form einer Triage", sagte Bauer weiter.

Triage heißt übersetzte "Auswahl". Im Fall fehlender Intensivbetten müssten Ärzte entscheiden, wer behandelt werden kann und wer nicht. Eine Situation, die man eigentlich nur aus der Katastrophenmedizin kennt.

Patientenverlegungen gehen weiter

Meistens gehe das gut, aber nicht immer. Es sei bei Krebs auch die Frage, wie viele Menschen dadurch aus einem noch heilbaren Stadium in ein Stadium kommen, in dem sie etliche Lebensjahre einbüßten. "Wir kommen jetzt schon in Bereiche, in denen wir Medizin machen, die wir eigentlich nicht machen wollen." Das nähmen die Leute in Kauf, die die Realität hartnäckig leugneten, sagte er mit Blick auf den großen Anteil ungeimpfter Corona-Patienten auf den Intensivstationen.

In Thüringen waren laut Bauer am Mittwoch 217 Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Am Universitätsklinikum Jena, wo Bauer die Klinik für Intensivmedizin leitet, sind seit Wochen keine Betten mehr frei. Aktuell werde der "beste Patient", egal ob mit oder ohne Covid-19, von der Station verlegt, wenn etwa ein Unfallopfer komme und ein neues Bett gebraucht werde. Aus der Situation werde man nur mit mehr Impfungen und Kontaktbeschränkungen kommen. Auch die Verlegungen in andere Bundesländer würden weitergehen.

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Quelle: dpa/MDR(jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

97 Kommentare

Frau K. vor 7 Wochen

@Nieman
sie haben ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht, dass die Menschen so mit ihrem eigenen Leben umgehen und dann zur Überlastung der Kliniken führen und damit andere gefährden, die dringend eine OP brauchen.

Niemann vor 7 Wochen

Sie bringen hier einiges durcheinander. Wenn sich einer den goldenen Schuß setzt, dann vernichtet er sich selbst. Wenn aber einem eine zweifelhafte Injektion zwangsweise verabreicht wird wird er von anderen vernichtet. Diesen Unterschied sollten Sie als denkender Mensch eigentlich erkennen. Die Gesellschaft sollte vor allem nicht respektieren das Million der Schuß unter Zwang verabreicht wird, aber das genau macht Impfzwang. Von Impfpflicht kann nicht die Rede sein was die wortbrüchige alte und neue Regierung vorhat, den eine Pflicht unterliegt letztlich auch der Freiwilligkeit weil die Auffassung von Pflicht individuell ist. Die Gesellschaft ist keine willenlos Masse, so wie es sich mancher wohl wünscht, sondern besteht aus unterschiedlichsten Individien, und das muß respektiert werden! Alles andere führt nur zu Gewalt, dem Grundübel menschlicher Existenz seit Jahrtausenden.

Niemann vor 7 Wochen

Sie beobachten was? Ihre plumpe Hetze gegen Ungeimpfte ist nicht zu übersehen! Im Übrigen fluten inzwischen auch Geimpfte die Station die vorher bei 2G-Partys ihre Freiheit(?) gefeiert haben. Das mit der Überzahl hat sich in Kürze erledigt, wenn alle geimpft sind sind es die Geimpften, denn das Impfen hilft nicht vor Ansteckung und Krankheit, das sollte auch in ihrer Blase inzwischen angekommen sein.

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