Demonstrationen Rund 2.000 Menschen protestieren gegen Corona-Politik

In Thüringen sind am Samstag etwa 2.000 Menschen aus Protest gegen die Corona-Regeln auf die Straße gegangen. Die aktuelle Corona-Verordnung erlaubt allerdings im Freien nur Versammlungen an einem festen Ort mit maximal 35 Menschen. Diese Zahlen wurden in Greiz und Eisenach deutlich überschritten.

Demonstrierende Menschen im Dunkeln bei leichtem Schneefall.
Gegen 20 Uhr wurde die Demo in Eisenach aufgelöst. Bildrechte: MDR/news5/Schuchardt

Stummer Protest in Eisenach

In Eisenach haben am Samstag ab etwa 19 Uhr rund 500 Menschen auf dem Karlsplatz gegen die Coronapolitik protestiert. Nach Angaben der Polizei war es ein überwiegend stummer Protest mit nur wenigen Transparenten. Ältere und junge Menschen waren demnach darunter, vereinzelt auch Kinder.

Die Versammlungsbehörde der Stadt hat sich ursprünglich zusammen mit der Polizei entschieden, die Protestierenden unter Auflagen gewähren zu lassen. Allerdings trug ein Großteil trotz Aufforderung per Lautsprecher keine Schutzmasken und hielten nicht Abstand zueinander, teilte die Polizei mit. Deshalb wurde die Kundgebung gegen 20 Uhr doch aufgelöst.

Demonstranten in Greiz verweigern Infektionsschutz

In Greiz protestierten am Samstagabend seit etwa 19 Uhr deutlich mehr als eintausend Menschen gegen die Coronapolitik. Informationen von MDR THÜRINGEN zufolge hat die Polizei zuvor die Innenstadt abgeriegelt und dort auch Platzverweise ausgesprochen. Der Demonstrationszug bewegte sich deshalb außerhalb der Greizer Innenstadt. Die Menschen trugen keine Schutzmasken und hielten keinen Abstand, obwohl die Polizei sie dazu per Lautsprecher aufforderte.

Es liefen Senioren, jüngere Menschen sowie Familien mit Kindern mit. In Sprechchören riefen die Protestler unter anderem "Freiheit", "Wir sind das Volk" und "Hände weg von unseren Kindern". Die aktuelle Thüringer Corona-Verordnung erlaubt im Freien lediglich Versammlungen an einem festen Ort mit maximal 35 Menschen.

Demo in Sondershausen nicht aufgelöst

In Sondershausen haben am Samstagnachmittag rund 50 Menschen gegen die Pandemiepolitik protestiert. Ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale der Polizei sagte, sie hätten Schutzmasken getragen und Abstand gewahrt, deshalb sei die Demonstration nicht aufgelöst worden. Es seien keine Verstöße geahndet worden. Etwa eine Stunde habe der Protest gedauert.

In Bad Liebenstein waren etwa 250 Menschen einem Aufruf zu einem Protest gegen die Corona-Politik gefolgt. Auch hier wurde die zulässige Teilnehmerzahl für Versammlungen und Kundgebungen deutlich überschritten.

Stadt Jena hält Proteste für unverantwortlich

Die Stadt Jena will bei unangemeldeten und derzeit unzulässigen Demonstrationen und Kundgebungen konsequent durchgreifen. Das teilte Ordnungsdezernent Benjamin Koppe am Samstag mit. Koppe verweist auf Straf- und Bußgelder und die Möglichkeit solche Veranstaltungen zusammen mit der Polizei aufzulösen.

«Denkpflicht statt Impfpflicht» steht auf dem Plakat, das eine Frau bei einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag in den Händen hält.
In Thüringen haben am Samstag rund 2.000 Menschen gegen die Corona-Politim demonstriert (Archivbild) Bildrechte: dpa

Hintergrund seien Aufrufe zu Protesten, ohne dass die Organisatoren die Versammlungen anmeldeten. Bei einer Protestversammlung vor einigen Tagen in Jena hätten die Teilnehmer trotz mehrfacher Aufforderung zudem keine Schutzmasken getragen und Abstände zueinander nicht eingehalten, so der Ordnungsdezernent. Koppe sagte, anonyme Versammlungsaufrufe seien "angesichts der jetzigen Lage, einer außer Kontrolle geratenen Pandemie, schlichtweg unverantwortlich".

Quelle: MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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