Pandemie Ramelow: Mehr Freiheiten, wenn Hälfte der Thüringer gegen Corona immun ist

Ministerpräsident Bodo Ramelow erwartet, dass die Thüringer im Sommer wieder einen Teil des Alltags zurückbekommen. Voraussetzung ist seiner Meinung nach, dass zumindest die Hälfte der Thüringer gegen das Coronavirus immun wird - nach überstandener Krankheit oder durch Impfung.

Bodo Ramelow Ministerpräsident Thüringen
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigt sich ob der nötigen Corona-Einschränkungen ab Sommer zuversichtlich. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Außengastronomie, Konzerte, vielleicht auch größere Veranstaltungen: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rechnet damit, dass die Thüringer im Sommer wieder mehr Freiheiten genießen können. "Je mehr Impfstoff wir haben, desto schneller sind wir an dem Punkt, dass wir die 50 Prozent der Immunisierung der Bevölkerung überschritten haben, und dann - so meine Prognose - können wir auf einen größeren Teil der Maßnahmen verzichten", sagte Ramelow am Donnerstag. Er gehe davon aus, dass es bereits im Juni zu einer erheblichen Verbesserung kommen könne.

Kontaktnachverfolgung und AHA-Regeln weiter nötig

Man werde nicht auf Kontaktnachverfolgung sowie auf Abstands- und Hygieneregeln verzichten können. "Aber wir werden uns in jedem Fall im Sommer auch wieder in der Außengastronomie wiederfinden und auch bei Konzerten und Veranstaltungen", sagte Ramelow.

Ramelow rechnete vor, dass mit Stand vom Donnerstag rund 452.000 Thüringer eine erste Impfung erhalten hätten. Hinzu kämen etwa 97.000 Menschen, die eine Infektion überstanden hätten. Damit seien rund 26 Prozent der Thüringer bereits jetzt immunisiert.

Ramelow: Immun für sechs Monate

Er gehe davon aus, dass eine Impfung und auch eine überstandene Infektion mindestens sechs Monate lang einen gewissen Schutz bieten. "Ab dem siebten Monat wird wieder getestet", sagte Ramelow. Freiheiten soll es für alle geben - auch für diejenigen, die sich bewusst nicht impfen lassen wollen.

Allerdings werde für Ungeimpfte möglicherweise ein negativer Test nötig sein, um an bestimmten Stellen Zutritt zu erhalten. Ramelow betonte, dass es auch für Geimpfte keine absolute Sicherheit gebe, dass sie sich nicht wieder mit dem Virus infizieren und man wisse auch noch nicht genau, wie lange ein Schutz anhält. "Es ist viel zu früh, das verlässlich zu sagen", sagte Ramelow.

Nach Bundesnotbremse: Zunächst schärfere Regeln

Zunächst werden in Thüringen aber erst einmal strengere Regeln gelten - mit dem Inkrafttreten der Bundesnotbremse. Der Bundestag hatte am Mittwoch Änderungen im Infektionsschutzgesetz verabschiedet, am Donnerstag gab dazu auch der Bundesrat sein Okay.

Dieses Gesetz produziert Widersprüche, die es eigentlich vorgegeben hat, aufzulösen.

Bodo Ramelow Ministerpräsident Thüringen (Linke)

Ramelow sagte, ein bundesweites Regelwerk hätte schon im Februar vereinbart werden können. Die Ministerpräsidentenkonferenz habe damals einen bundeseinheitlichen Rahmenplan gefordert. Das Kanzleramt habe aber nichts vorgelegt. Der Linke-Politiker kritisierte auch das nun beschlossene Infektionsschutzgesetz.

"Dieses Gesetz produziert Widersprüche, die es eigentlich vorgegeben hat, aufzulösen", sagte Ramelow. "Wenn ich den botanischen Garten öffne und den Zoo öffne, warum muss ich die Gedenkstätte schließen?", fragte Ramelow. Rausgehen sei von zentraler Bedeutung, weil draußen die Infektionsgefahr deutlich niedriger sei. Als Beispiel nannte er die Gedenkstätte Buchenwald, wo viel im Freien stattfinde.

Die größten Sorgen bereite ihm aber der Bildungsbereich. Es müsse darum gehen, Schule und Kindergarten sicherer machen, statt einfach zu schließen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. April 2021 | 17:30 Uhr

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