Pandemie Diese strengeren Corona-Regeln plant Thüringen noch vor Weihnachten

Noch vor Weihnachten soll es in Thüringen strengere Corona-Regeln geben. Die Landesregierung will Erleichterungen für Menschen mit frischem Impfschutz. Für Ungeimpfte sollen strengere Kontaktbeschränkungen gelten. Eine Übersicht finden Sie hier.

Menschen in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in der Innenstadt von Heidelberg.
Die neuen Regeln sollen mit Ablauf der bisherigen Corona-Verordnung am 21. Dezember in Kraft treten. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Die Thüringer Landesregierung will noch vor Weihnachten strengere Corona-Maßnahmen und Erleichterungen für Menschen mit frischem Impfschutz auf den Weg bringen. Das geht aus einer Übersicht geplanter Maßnahmen der Landesregierung hervor, die an die Landkreise und kreisfreien Städte geschickt und am Freitag bekannt wurde.

Vor allem Veranstaltungen, auch nicht-öffentliche, sollen stärker als bisher beschränkt werden. Für Ungeimpfte und nicht von Covid-19-Genesene sehen die Pläne noch einmal strengere Kontaktbeschränkungen vor.

Die geplanten neuen Regeln sollen spätestens mit Ablauf der bisherigen Corona-Verordnung am 21. Dezember in Kraft treten. Bis dahin sind noch Änderungen möglich. In Hotspot-Regionen sollen verschärfte Maßnahmen schon deutlich früher greifen.

Update: Die neue Corona-Verordnung tritt bereits am 20. Dezember in Kraft.

2G+ nicht mehr für Menschen mit Booster-Impfung

Für Geimpfte sehen die Pläne der Landesregierung in Bereichen, wo 2G+ gilt, Erleichterungen vor. 2G + bedeutet, dass auch Geimpfte und Genesene einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Dies soll den Plänen zufolge künftig nicht mehr für Menschen mit Booster-Impfung gelten und für solche, deren zweite Impfung oder Genesung weniger als sechs Monate zurückliegt.

Bars und Diskotheken bleiben geschlossen

Clubs, Bars und Diskotheken sollen geschlossen bleiben. Für die Gastronomie soll es weiter eine Sperrstunde um 22.00 Uhr geben. Sie gilt auch für Spielhallen und Wettbüros. In der Gastronomie gilt 2G: Nur Geimpfte oder von Covid-19 Genesene kommen rein. Für Hotspot-Landkreise sind die Regeln noch strenger.

Ausgangssperre für Ungeimpfte soll bleiben

Auf eine nächtliche Ausgangssperre müssen sich Ungeimpfte wohl auch über die Weihnachtsfeiertage gefasst machen. Derzeit gilt sie von 22.00 bis 5.00 Uhr und nur für Menschen, die weder geimpft noch genesen sind. Eigentlich sollte sie ab 15. Dezember wieder wegfallen, doch nun könnte sie sogar über den 21. Dezember hinaus bestehen bleiben.

Strenge Kontaktbeschränkungen bei Treffen

Sobald ein Ungeimpfter bei einem Treffen dabei ist, sollen strenge Kontaktbeschränkungen greifen: Nur mit bis zu zwei haushaltsfremden Personen sollen sich die Thüringer dann treffen dürfen. Für Zusammenkünfte, die nur aus Genesenen oder Geimpften bestehen, sind keine Einschränkungen geplant.

Schwimmbäder und Weihnachtsmärkte bleiben geschlossen

Volksfeste und Weihnachmärkte sollen verboten bleiben, ebenso Messen und Kongresse. Geschlossen bleiben sollen auch Schwimm- und Freizeitbäder, Thermen, Erlebnisbäder und Saunen. In Museen und bei Angeboten der Freizeitgestaltung gilt in geschlossenen Räumen 2G. Für Musiker, die an Orchester- oder Chorproben teilnehmen, gilt 2G+.

2G in Beherbergungsbetrieben

Übernachtungen bleiben möglich. In den Beherbergungsbetrieben gilt aber die 2G-Regelung. Das gleiche gilt für Reisebusveranstaltungen. Für nicht-touristische Übernachtungen soll es bei einer 3G-Regelung bleiben. Auch im öffentlichen Personennahverkehr soll weiterhin 3G gelten.

Einzelhandel

2G im Einzelhandel soll bestehen bleiben. Ausnahmen soll es wie bisher unter anderem für Lebensmittelläden, Tierbedarf, Apotheken und Drogerien geben.

2G-Regel für nicht-öffentliche und private Veranstaltungen

Hier sind Änderungen geplant: Demnach soll künftig bei nicht-öffentlichen und privaten Veranstaltungen grundsätzlich eine 2G-Regelung gelten, was bedeutet: An solchen Veranstaltungen sollen nur noch Genesene und Geimpfte teilnehmen können. Bisher galt 2G hier erst ab 15 Teilnehmern in geschlossenen Räumen und ab 20 Personen unter freiem Himmel.

3G bei religiösen Veranstaltungen

Die Christvesper an Heiligabend in der Kirche soll möglich sein, auch Besuche von Krippenspielen und Gottesdiensten. In geschlossenen Räumen soll für religiöse Veranstaltungen 3G gelten. Hier dürfen also auch Ungeimpfte rein, sofern sie einen negativen Corona-Test vorzeigen können. Nötig sind aber Infektionsschutzkonzepte. Ob diese dann womöglich strengere Regeln vorsehen, bleibt abzuwarten und könnte sich auch je nach Region unterscheiden.

2G+ bei Sportveranstaltungen ab 50 Personen

In geschlossenen Räumen soll für Kultur- und Sportveranstaltungen wie bisher 2G gelten, bei mehr als 50 Personen 2G plus. Außerdem soll die vorhandene Kapazität an Teilnehmern nur zu 30 Prozent genutzt werden (bislang: 50 Prozent). Beim Sport unter freiem Himmel gilt ebenfalls 2G. Neu ist, dass Zuschauer bei Sportveranstaltungen nicht mehr erlaubt sein sollen. Im Fitnessstudio und bei Angeboten des Freizeitsports in geschlossenen Räumen soll weiterhin 2G plus gelten.

Regeln für Corona-Hotspots

In Kreisen und kreisfreien Städten mit sehr hohen Inzidenzen werden die Regeln strenger sein - und sie sollen schon früher umgesetzt werden. Bis Dienstag haben die betroffenen Kommunen dafür Zeit. Ein entsprechender Erlass wurde ihnen bereits am Freitag geschickt. Später sollen die Maßnahmen auch mit in die Verordnung aufgenommen werden. In Kreisen mit Inzidenz über 1.000 soll unter anderem 2G plus für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gelten. In diesen Hotspots soll auch in der Gastronomie 2G plus gelten. Steigt die Inzidenz über 1500 müssen Gaststätten ganz schließen - inklusive Außenbereich.

Im Einzelhandel müssen Hotspots ab einer Inzidenz von 1.000 den Zugang beschränken auf einen Kunden pro 20 Quadratmetern Verkaufsfläche. Für touristische Übernachtungen soll 2G plus gelten, ebenso für Reisebusveranstaltungen, körpernahe Dienstleistungen und Fahrschulen. Außerdem greift dann in vielen Bereichen eine FFP2-Maskenpflicht ab dem Alter von sechs Jahren - unter anderem in Arztpraxen, bei religiösen Veranstaltungen, in Fitnessstudios, im Einzelhandel und bei öffentlichen Veranstaltungen.

Von den 22 Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten hatten am Freitag mehr als die Hälfte eine Inzidenz über 1.000. Die Landkreise Saale-Orla-Kreis, Hildburghausen und Saalfeld-Rudolstadt lagen sogar teils deutlich über 1.500.

Quelle: dpa,MDR(jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Dezember 2021 | 18:00 Uhr

168 Kommentare

O.B. vor 34 Wochen

Twisted, mein Kumpel ist 9 Monate mit einem gerissenen miniskus durch die Gegend gelaufen bis er operiert wurde. Ich hab 6 monate auf einen facharzttermin gewartet. Also ist der Begriff "aktuell" nur jetzt in den kkh und der Presse unterwegs aber das Problem war schon lange vor Corona. Mich stört der Begriff "belegen". Raucher mit Lungenkrebs belegen auch nicht sie sind krank. Wer keine prostatavorsoge macht ist auch kein Schuldiger. Genauso weniger der übergewichtige. Alle belegen Betten nach ihrem Massstab und alle Taten das mit voller Absicht. Warum bekommt Corona eine Sonderstellung in ihrem denken? Bzw warum werden ungeimpfte so behandelt aber andere Patienten nicht?
Frau K. Ich habe ein geschwächtes Immunsystem und bekomme supressiva monatlich. Ich muss mich selber schützen vor Krankheiten jeglicher Art. Also ältere und vorerkrankte sollten sich halt von menschenansammlungen Fern halten Maske tragen und Hygiene betreiben. Nicht aber erwarten das andere sich um sie kümmern.

Vita vivet vor 34 Wochen

Was habe ich denn konkret verdreht, knarf?

Es ist nunmal so, DIE SPRITZE MACHT NICHT STERIL, es kann Jeder Jeden anstecken.

Ich kann nichts dafür, wenn es eine gewisse Gruppe nicht wahr haben will!

Der Matthias vor 34 Wochen

@ Freiheit stirbt . . .

"da die "Impfung" den "Geimpften" NICHT Steril macht und er genauso Überträger sein kann!"

Mal ganz abgesehen davon, dass das Wort "steril machen" in diesem Z'hang sowieso völlig fehlplatziert ist: Sie haben völlig zurecht von "kann" oder besser gesagt: könnte gesprochen! Wie hoch die Wahrscheinlichkeit dieses Restrisikos erst wäre, wenn nicht geimpft würde, dürfte wohl einleuchten! Ja, auch Geimpfte (Stichwort: Impfdurchbrüche) KÖNNEN sich im Einzelfall mit dem COVID-Virus infizieren. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Geimpfte auch ausreichend ansteckungsfähige Virenmengen an Ungeimpfte weitergegeben können. Außerdem ist der Krankheitsverlauf bei Geimpften nachweislich milder als bei Ungeimpften, vor allem bei den Risikogruppen unter diesen!

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